Wiener Statut des ICCJV

  

 Wiener Statut des
 ICCJV

Inhaltsverzeichnis

Präambel

Begriffsbestimmungen

Teil 1

International Common Law Court of Justice Vienna

 

 

Artikel 1 ICCJV Statut

International Common Law Court of Justice Vienna - ICCJV

 

 

Artikel 2 ICCJV Statut

Rechtsgrundlagen und Verhältnis des ICCJV zu den Vereinten Nationen

 

 

Artikel 3 ICCJV Statut

Sitz des High Council des ICCJV

 

 

Artikel 4 ICCJV Statut

Rechtsstellung und Befugnisse des ICCJV

 

Teil 2

Gerichtsbarkeit, Zulässigkeit und anwendbares Recht

 

 

Artikel 5 ICCJV Statut

Der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegende Verbrechen

 

 

Artikel 6 ICCJV Statut

Völkermord

 

 

Artikel 7 ICCJV Statut

Verbrechen gegen die Menschlichkeit

 

 

Artikel 8 ICCJV Statut

Kriegsverbrechen

 

 

Artikel 9 ICCJV Statut

Verbrechen der Aggression

 

 

Artikel 10 ICCJV Statut

Verstöße gegen das allgemeine Menschenrecht

 

 

Artikel 11 ICCJV Statut

Völkerrecht in Bezug auf den einzelnen Menschen

 

 

Artikel 12 ICCJV Statut

Verbrechenselemente

 

 

Artikel 13 ICCJV Statut

Beschränkungen

 

 

Artikel 14 ICCJV Statut

Gerichtsbarkeit ratione temporis

 

 

Artikel 15 ICCJV Statut

Voraussetzungen für die Ausübung der Gerichtsbarkeit

 

 

Artikel 16 ICCJV Statut

Ausübung der Gerichtsbarkeit

 

 

Artikel 17 ICCJV Statut

Unterbreitung einer Situation durch eine vertragliche völkerrechtliche Gebietskörperschaft

 

 

Artikel 18 ICCJV Statut

Ankläger

 

 

Artikel 19 ICCJV Statut

Fragen der Zulässigkeit

 

 

Artikel 20 ICCJV Statut

Vorläufige Entscheidungen betreffend der Zulässigkeit

 

 

Artikel 21 ICCJV Statut

Anfechtung der Gerichtsbarkeit des ICCJV oder der Zulässigkeit einer Sache

 

 

Artikel 22 ICCJV Statut

Ne bis in idem

 

 

Artikel 23 ICCJV Statut

Anwendbares Recht

 

Teil 3

Allgemeine Grundsätze des Strafrechts

 

 

Artikel 24 ICCJV Statut

Nullum crimen sine lege

 

 

Artikel 25 ICCJV Statut

Nulla poena sine lege

 

 

Artikel 26 ICCJV Statut

Rückwirkungsverbot ratione personae

 

 

Artikel 27 ICCJV Statut

Individuelle strafrechtliche Verantwortlichkeit

 

 

Artikel 28 ICCJV Statut

Ausschluss der Gerichtsbarkeit über Menschen die nicht volljährig sind

 

 

Artikel 29 ICCJV Statut

Unerheblichkeit der amtlichen Eigenschaft

 

 

Artikel 30 ICCJV Statut

Verantwortlichkeit militärischer Befehlshaber und anderer Vorgesetzter

 

 

Artikel 31 ICCJV Statut

Nichtanwendbarkeit von Verjährungsvorschriften

 

 

Artikel 32 ICCJV Statut

Subjektive Tatbestandsmerkmale

 

 

Artikel 33 ICCJV Statut

Gründe für den Ausschluss der strafrechtlichen Verantwortlichkeit

 

 

Artikel 34 ICCJV Statut

Tat- oder Rechtsirrtum

 

 

Artikel 35 ICCJV Statut

Anordnungen Vorgesetzter und gesetzliche Vorschriften

 

Teil 4

Zusammensetzung und Verwaltung des ICCJV

 

 

Artikel 36 ICCJV Statut

Organe und Rechtspersönlichkeiten des ICCJV

 

 

Artikel 37 ICCJV Statut

Friedensrichteramt

 

 

Artikel 38 ICCJV Statut

Befähigung, Benennung und Wahl in ein Amt des ICCJV

 

 

Artikel 39 ICCJV Statut

Freigewordene Sitze

 

 

Artikel 40 ICCJV Statut

Court Direction

 

 

Artikel 41 ICCJV Statut

Bildung der Abteilungen des Court Staff Commission und Verfahrensabteilungen

 

 

Artikel 42 ICCJV Statut

Unabhängigkeit der Friedensrichter und Beamten

 

 

Artikel 43 ICCJV Statut

Freistellung und Ausschluss von Friedensrichter und Beamten

 

 

Artikel 44 ICCJV Statut

Anklagebehörde

 

 

Artikel 45 ICCJV Statut

Abteilung des Court Staff Directors

 

 

Artikel 46 ICCJV Statut

Mitarbeiter

 

 

Artikel 47 ICCJV Statut

Feierliches Versprechen, Eidesleistung

 

 

Artikel 48 ICCJV Statut

Amtsenthebung

 

 

Artikel 49 ICCJV Statut

Disziplinarmaßnahmen

 

 

Artikel 50 ICCJV Statut

Vorrechte und Immunitäten

 

 

Artikel 51 ICCJV Statut

Gehälter, Zulagen und Aufwandsentschädigung

 

 

Artikel 52 ICCJV Statut

Arbeits- und Amtssprachen

 

 

Artikel 53 ICCJV Statut

Verfahrens- und Beweismittelordnung

 

 

Artikel 54 ICCJV Statut

Amtsordnung des ICCJV

 

Teil 5

Ermittlungen und Strafverfolgung

 

 

Artikel 55 ICCJV Statut

Einleitung von Ermittlungen

 

 

Artikel 56 ICCJV Statut

Pflichten und Befugnisse des Anklägers bei Ermittlungen

 

 

Artikel 57 ICCJV Statut

Rechte der Menschen und Personen während der Ermittlungen

 

 

Artikel 58 ICCJV Statut

Rolle der Court Direction bei einer einmaligen Gelegenheit zu Ermittlungsmaßnahmen

 

 

Artikel 59 ICCJV Statut

Aufgaben und Befugnisse der Schlichtungsabteilung im allgemeingültigen Recht

 

 

Artikel 60 ICCJV Statut

Erlass eines Haftbefehls oder einer Vorladung im Strafrecht

 

 

Artikel 61 ICCJV Statut

Festnahmeverfahren

 

 

Artikel 62 ICCJV Statut

Einleitende Verfahrensschritte vor dem ICCJV

 

 

Artikel 63 ICCJV Statut

Bestätigung der Anklage vor dem Hauptverfahren

 

Teil 6

Hauptverfahren

 

 

Artikel 64 ICCJV Statut

Ort des Hauptverfahrens

 

 

Artikel 65 ICCJV Statut

Verhandlung in Anwesenheit des Beklagten

 

 

Artikel 66 ICCJV Statut

Aufgaben und Befugnisse der Hauptverfahrensabteilung

 

 

Artikel 67 ICCJV Statut

Verfahren nach einem Geständnis

 

 

Artikel 68 ICCJV Statut

Unschuldsvermutung

 

 

Artikel 69 ICCJV Statut

Rechte des Beklagten

 

Artikel 70 ICCJV Statut

Schutz der Opfer und Zeugen und ihre Teilnahme am Verfahren

 

Artikel 71 ICCJV Statut

Beweismittel

 

Artikel 72 ICCJV Statut

Straftaten gegen die Rechtspflege

 

Artikel 73 ICCJV Statut

Strafmaßnahmen wegen ordnungswidrigen Verhaltens vor Gericht

 

Artikel 74 ICCJV Statut

Schutz von Informationen betreffend die nationale Sicherheit

 

Artikel 75 ICCJV Statut

Informationen oder Unterlagen von Dritten

 

Artikel 76 ICCJV Statut

Anforderungen an das Urteil

 

Artikel 77 ICCJV Statut

Restitution und Wiedergutmachung für die Opfer

 

Artikel 78 ICCJV Statut

Strafspruch

Teil 7

Strafen

 

Artikel 79 ICCJV Statut

Anwendbare Strafen unter Ausschluss der Todesstrafe

 

Artikel 80 ICCJV Statut

Festsetzung der Strafe

 

Artikel 81 ICCJV Statut

Treuhandfond

 

Artikel 82 ICCJV Statut

Unberührtheit der inneren Anwendung von Strafen und gebietskörperschaftlichen Rechtsvorschriften

Teil 8

Berufung und Wiederaufnahme

 

Artikel 83 ICCJV Statut

Berufung gegen Frei- oder Schuldspruch oder gegen den Strafspruch

 

Artikel 84 ICCJV Statut

Beschwerde gegen sonstige Entscheidungen

 

Artikel 85 ICCJV Statut

Berufungsverfahren

 

Artikel 86 ICCJV Statut

Wiederaufnahme des Verfahrens hinsichtlich des Schuldspruchs oder des Strafspruchs

 

Artikel 87 ICCJV Statut

Entschädigung an Festgenommene oder Verurteilte

Teil 9

Internationale Zusammenarbeit und Rechtshilfe

 

Artikel 88 ICCJV Statut

Allgemeine Verpflichtung zur Zusammenarbeit

 

Artikel 89 ICCJV Statut

Ersuchen um Zusammenarbeit :- Allgemeine Bestimmungen

 

Artikel 90 ICCJV Statut

Nach innerem Recht der jeweiligen Gebietskörperschaft zur Verfügung stehende Verfahren

 

Artikel 91 ICCJV Statut

Überstellung von Menschen oder Personen an den ICCJV

 

Artikel 92 ICCJV Statut

Konkurrierende Ersuchen

 

Artikel 93 ICCJV Statut

Inhalt des Festnahme- und Überstellungsersuchens

 

Artikel 94 ICCJV Statut

Vorläufige Festnahme

 

Artikel 95 ICCJV Statut

Andere Formen der Zusammenarbeit

 

Artikel 96 ICCJV Statut

Aufschub der Erledigung eines Ersuchens wegen laufender Ermittlungen oder laufender Strafverfolgung

 

Artikel 97 ICCJV Statut

Aufschub der Erledigung eines Ersuchens oder Verpflichtung wegen Anfechtung der Zulässigkeit

 

Artikel 98 ICCJV Statut

Inhalt eines Ersuchens oder Verpflichtung um andere Formen der Rechtshilfe nach Artikel  95

 

Artikel 99 ICCJV Statut

Konsultationen

 

Artikel 100 ICCJV Statut

Zusammenarbeit im Hinblick auf den Verzicht auf Immunität und die Zustimmung zur Überstellung

 

Artikel 101 ICCJV Statut

Erledigung von Ersuchen nach den Artikel 95 und 98

 

Artikel 102 ICCJV Statut

Kosten

 

Artikel 103 ICCJV Statut

Grundsatz der Spezialität

 

Artikel 104 ICCJV Statut

Überstellung und Auslieferung

Teil 10

Vollstreckung

 

Artikel 105 ICCJV Statut

Rolle der Gebietskörperschaften bei der Vollstreckung von Freiheitsstrafen

 

Artikel 106 ICCJV Statut

Wechsel der Bestimmung der Gebietskörperschaft, welche die Vollstreckung durchführt

 

Artikel 107 ICCJV Statut

Vollstreckung der Strafe

 

Artikel 108 ICCJV Statut

Aufsicht über die Strafvollstreckung und Haftbedingungen

 

Artikel 109 ICCJV Statut

Verbringung eines Menschen oder einer Person nach verbüßter Strafe

 

Artikel 110 ICCJV Statut

Einschränkung der Strafverfolgung oder Bestrafung anderer Straftaten

 

Artikel 111 ICCJV Statut

Vollstreckung von Geldstrafen und Einziehungsanordnungen

 

Artikel 112 ICCJV Statut

Überprüfung einer Herabsetzung des Strafmaßes durch den ICCJV

 

Artikel 113 ICCJV Statut

Flucht

Teil 11

Versammlung der Vertragspartner

 

Artikel 114 ICCJV Statut

Versammlung der regionalen Vertragspartner

Teil 12

Finanzierung

 

Artikel 115 ICCJV Statut

Finanzvorschriften

 

Artikel 116 ICCJV Statut

Kostenregelung

 

Artikel 117 ICCJV Statut

Finanzielle Mittel des ICCJV und der Versammlung der Vertragspartner

 

Artikel 118 ICCJV Statut

Freiwillige Beiträge

 

Artikel 119 ICCJV Statut

Beitragsberechnung

 

Artikel 120 ICCJV Statut

Jährliche Rechnungsprüfung

Teil 13

Schlussbestimmungen

 

Artikel 121 ICCJV Statut

Beilegung von Streitigkeiten

 

Artikel 122 ICCJV Statut

Gültigkeit und Vorbehalte

 

Artikel 123 ICCJV Statut

Änderungen

 

Artikel 124 ICCJV Statut

Änderungen der institutionellen Bestimmungen

 

Artikel 125 ICCJV Statut

Überprüfung des Wiener Statuts

 

Artikel 126 ICCJV Statut

Anerkennung von Völkerrechtsverträgen

 

Artikel 127 ICCJV Statut

Unterzeichnung, Ratifikation, Annahme, Genehmigung oder Beitritt

 

Artikel 128 ICCJV Statut

Inkrafttreten

 

Artikel 129 ICCJV Statut

Rücktritt

 

Artikel 130 ICCJV Statut

Artikel 131 ICCJV Statut

Verbindliche Wortlaute

Salvatorische Klausel

Präambel

Die abgesandten Gerichtsgründer der internationalen, nationalen und regionalen bisher etablierten Common Law Courts nach Naturrecht, Menschenrecht, Völkerrecht und Allgemeinrecht vereinbaren dieses Wiener Statut des ICCJV als das Ihre –

im Bewusstsein, dass alle Völker durch gemeinsame Bande verbunden sind und ihre Kulturen ein gemeinsames Erbe bilden, und besorgt darüber, dass dieses zerbrechliche Mosaik jederzeit zerstört werden kann,

eingedenk dessen, dass in den letzten Jahrhunderten Millionen von Kindern, Frauen und Männern Opfer unvorstellbarer Gräueltaten geworden sind, die das Gewissen und Vertrauen der Menschheit zutiefst erschüttern,

in der Erkenntnis, dass solche schweren Verbrechen den Frieden, die Sicherheit und das Wohl der Gemeinschaft auf Erden bedrohen,

bekräftigend, dass alle vorsätzlichen Verbrechen gegen die Menschen, welche die internationale, nationale und die regionale Gemeinschaft als Ganzes berühren, niemals verjähren und nicht unbestraft bleiben dürfen und dass ihre wirksame Verfolgung durch Maßnahmen auf internationaler, nationaler und regionaler Ebene und durch verstärkte internationale Zusammenarbeit gewährleistet werden muss,

entschlossen, der bisherigen Straflosigkeit der Täter ein Ende zu setzen und so zur Verhütung solcher Verbrechen beizutragen,

daran erinnernd, dass es das Recht einer jeden Gemeinde ist, seine Strafgerichtsbarkeit über die für internationale, nationale und regionale Verbrechen Verantwortlichen auszuüben,

in Bekräftigung der Ziele und Grundsätze der Common Law Charta des ICCJV und insbesondere des Grundsatzes, dass alle völkerrechtlichen Gebietskörperschaften, gleich welcher Regierungsform, jede, gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit oder sonst den Bestimmungen des Völkerrechts und Menschenrechts entgegen gerichtete Anwendung von Gewalt zu unterlassen haben,

in diesem Zusammenhang nachdrücklich darauf hinweisend, dass dieses Wiener Statut des ICCJV nicht so auszulegen ist, als ermächtige es einen Monarchen, einen Tyrannen, einen Diktator, einen Präsidenten, einen Kanzler, einen Minister, eine Regierung, eine Partei, die Polizei, das Militär eines Staates, einen Konzern, eine Firma, eine Person oder ein sonstiges Unternehmen, eine Gruppe von Menschen oder einzelnen Menschen in einen gegen einen Menschen oder Gruppe von Menschen bewaffneten Konflikt oder in die inneren Angelegenheiten eines sogenannten „Staates" oder sonstigen Gebietskörperschaft, gleich welcher Regierungsart auch immer, einzugreifen,

im festen Willen, zu diesem Zweck und um der heutigen und der künftigen Generationen willen einen nach dem Naturrecht, dem Völkerrecht und Allgemeinrecht mit dem System des Common Law in Beziehung stehenden unabhängigen ständigen Internationalen Common Law Court of Justice Vienna zu errichten, der die Gerichtsbarkeit über alle Verbrechen gegen Menschen hat, welche die internationale, nationale und die regionale Gemeinschaft als Ganzes oder teilweise berühren,

nachdrücklich darauf hinweisend, dass der, aufgrund dieses Wiener Statut des ICCJV errichtete International Common Law Court of Justice Vienna die derzeit existierende regionale, nationale und die internationale Strafgerichtsbarkeit ersetzt,

entschlossen, die Achtung und die Durchsetzung des Naturrechts, Menschenrechts, Völkerrechts und Allgemeinrechts international, national und regional dauerhaft zu gewährleisten,

sind die unterzeichnenden Gerichtsgründer wie folgt übereingekommen:

Begriffsbestimmungen

Mensch

Der Mensch ist das mit Verstand und Sprachvermögen begabte und geistig sittliche Lebewesen von seiner Geburt bis zu seinem Tod. Der Mensch steht im Mittelpunkt des von ihm gestalteten Rechts. Er hat bestimmte grundlegende Rechte gegenüber dem Staat. Der Mensch trägt alle Rechte auf Erden und Grenzen in der Welt in sich selbst. Darüber hinaus bestehen Rechte des Menschen vor seiner Geburt, wie das natürliche Recht auf Leben des ungeborenen Kindes, und über seinen natürlichen Gesamthirntod hinaus, wie die Störung der Totenruhe.

Geschlecht

Im Sinne dieses Wiener Statut des ICCJV bezieht sich der Ausdruck „Geschlecht“ auf beide Geschlechter, das männliche und das weibliche, im biologischen Zusammenhang. Er hat keine andere als die vorgenannte Bedeutung. Der Begriff "Frau" ist gleichbedeutend mit dem Begriff "Weib" verwendet.

Person

Mit dem Begriff "Person" ist der Mensch als natürliche Person bezeichnet sowie die juristische Person, sofern der Mensch sich an die Legislative einer Gebietskörperschaft vertragsrechtlich gebunden hat. Es wird in natürlicher Person und juristischer Person unterschieden (Rechtsrangreihenfolge). Der Rechtsanspruch eines Menschen resultiert aus dem Naturrecht, der seiner natürlichen und der daran angefügten juristischen Person aus der Jurisdiktion der geschriebenen Gesetze.

Volk

Das Volk ist die anfangs vor allem durch die gemeinsame Sprache, in der Gegenwart durch gemeinschaftliche geistige, kulturelle oder politische Entwicklung verbundene größere Menschenmehrheit.

Angestammtes Volk

Als angestammtes Volk wird eine Gruppe von Menschen einer bestehenden gemeinsamen Kultur innerhalb eines von ihnen gewohnheitsrechtlich besiedelten Gebietes mit partikularrechtlichen Normen bezeichnet.

Common Law

zu Deutsch „Gemeines Recht“, auch ungeschriebenes Gewohnheitsrecht.

Die in konkreten Fällen getroffenen Urteile haben für die Entscheidung gleichgelagerter Fälle gegenüber rangniedrigeren Gerichten bindende Wirkung.

General Director

zu Deutsch „General Direktor“.

Seine Aufgaben und Funktionen sind die Gerichtsgründungen international, die Leitung des High Council; zusätzlich fungiert er als oberster Administrator und Repräsentant des ICCJV in allen erforderlichen Belangen.

High Council

zu Deutsch der „Hohe Rat“.

Er ist das oberste Amt des ICCJV und fungiert international. Der High Council wird aus den vom International Board of Court Directors gewählten kontinentalen Präsidenten und ersten und zweiten Vizepräsidenten sowie den Präsidenten der Rechtspersönlichkeiten IIA, ISA, IRO und IRC gebildet. Das oberste Organ ist die General Direction. Die verwaltungstechnischen Angelegenheiten leitet die angeschlossene Court Staff Commission der auch die Agenden der IRO unterstellt sind.

Court Director

zu Deutsch „Gerichtsdirektor“.

Seine Aufgaben und Funktionen sind unter anderem die Gerichtsgründungen in den regionalen Gebieten (Bundesländer, Kantone) und lokalen Bezirken (Landkreise), die Leitung in verwaltungstechnischen Angelegenheiten und Überwachung des ordnungsgemäßen Ablaufes der Amtshandlungen des ihm unterstellten Gerichtshofs. Der nationale Court Director ist stimmberechtigt im „International Board of Court Directors“. Der regionale Court Director ist im „National Board of Court Directors“ und der lokale Court Director ist im „Regional Board of Court Directors“ stimmberechtigt.

Court Direction

zu Deutsch „Gerichtsdirektion“.

Es wird unterschieden zwischen nationalen Court Directions, regionalen und lokalen Court Directions, denen ein jeweiliger Court Director und ein erster und zwei zweite Stellvertreter vorstehen.

Court Staff Direction

Ist die verwaltungstechnische Abteilung des nationalen ICCJV und international der Court Staff Commission unterstellt. Die verwaltungstechnische Abteilung bei den regionalen Gerichtshöfen wird als Court Staff Committee, die der lokalen Court Direction als Court Staff Unit bezeichnet. Die Abteilungen sind verantwortlich für die Ausstattung, die Organisation und Schulung der Mitarbeiter. Sie ist gegenüber den lokalen Court Staff Units weisungsberechtigt.

Justice of the Peace

zu Deutsch „Friedensrichter“.

Seine Aufgaben und Funktionen unterscheiden sich nach dem Einsatz in der Schlichtungsabteilung oder Hauptverfahrensabteilung. Im Schlichtungsverfahren ist seine Aufgabe in der Herbeiführung einer gütigen Einigung zwischen den Betroffenen. In der Hauptverhandlung moderiert er die Verhandlung. Weiter ist er gemeinsam mit dem zuständigen Court Director befugt Anfragen und Anträge vom Court Officer zu beurteilen und zu beschließen.

Jury

zu Deutsch „Geschworene“.

Sie ist der eigentliche Spruchkörper, dessen Beschluss oder Urteil nach Einsicht der Beweismittel und Anhörung des Klägers, des Beklagten und der Zeugenaussagen in geheimer Beratung einstimmig über Schuld oder Unschuld entscheidet. Die Jury wird aus zwölf kompetenten Männern und Frauen gebildet.

Im Sonderfall nach Entscheidung des Court Directors kann eine aus mindestens zwölf Experten unterschiedlicher Fachrichtungen bestehende Jury die Rolle der Geschworenen übernehmen. Dies ist abhängig von der Art und Schwere des Tatbestandes. Bei internationalen Tatbeständen ist die Entscheidung beim General Director einzuholen.

Court Officer

zu Deutsch „Gerichtsbeamter“.

Seine Aufgaben und Funktionen bestehen hauptsächlich in der Annahme und Beurteilung von Klagen und Beweismitteln sowie das Aufsetzen von gerichtlichen Schreiben und Verfassen von außergerichtlichen Beschlüssen. Er ist berechtigt bezüglich der Gerichtsverfahren Vorschläge an den zuständigen Gerichtshof zu unterbreiten. Weiterhin fungiert er als beratendes Mitglied in der IRC. Er ist berechtigt im Auftrag des ICCJV oder in Eigenregie Ermittlungen jeglicher Art unter eigener Verschwiegenheitspflicht durchzuführen. Er fungiert somit als Ankläger.

Clerk of the Court

zu Deutsch „Urkundsbeamter“.

Seine Funktionen bestehen hauptsächlich in der Beurkundung, Beglaubigung und Verwahrung von Dokumenten und Siegel, Abnahme von Eiden, Führung der Protokolle bei Gerichtsverhandlungen und Sitzungen.

Sheriff und Deputy Sheriff

Der Sheriff ist als „Gerichtsvollzieher“ das Exekutivorgan des ICCJV im lokalen Bezirk.

Seine Funktion ist der Schutz des Gerichtshofes, Durchsetzung der Beschlüsse und Urteile, Sicherstellung und Schutz der Ordnung und des Friedens in der Gemeinschaft der Menschen. Er ist verantwortlich für die Zustellung von Gerichtsschreiben sowie die Unterstützung bei Ermittlungen. Sein Stellvertreter ist der Deputy Sheriff (Hilfssheriff). In jedem Bezirk ist ein Sheriff vom zuständigen ICCJV Gerichtshof gewählt und vereidigt. Dem Sheriff unterstehen Deputy Sheriffs in den Gemeinden des Bezirkes. Pro 500 Einwohner einer Gemeinde soll ein Hilfssheriff gestellt und vereidigt werden. Die Wahl erfolgt durch die Einwohner oder dem zuständigen ICCJV Gerichtshof. Er wird gemäß diesem Wiener Statut des ICCJV vereidigt. Die Sheriffs und Deputy Sheriffs sind organisiert in der ISA - International Sheriff Association und sind in ihrer Arbeitsweise zur Erfüllung ihrer Aufgaben nicht direkt weisungsgebunden.

Self-executing rights

zu Deutsch „selbstausführende Rechte“.

Selbstausführende Rechte bedeuten aus sich selbst heraus eine Rechtskraft zu entwickeln, im Sinne einer unmittelbaren Anwendbarkeit, aufgrund der international anerkannten gültigen Rechtsnormen und daher keiner Umwandlung in nationales Recht bedürfen.

Naturrecht

Unter Naturrecht versteht man Rechtsnormen, die zu allen Zeiten für alle Menschen gelten. Das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, das Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit, das Recht auf Eigentum. Im Gegensatz zur Naturrechtslehre steht der sogenannte Rechtspositivismus, der sich allein am jeweils geltenden Recht (im objektiven Sinne) orientiert.

Völkerrecht

Das Völkerrecht ist die Gesamtheit der Rechtssätze, welche die Verhaltensweisen regeln, die zu einem geordneten Zusammenleben der Menschen notwendig sind und nicht im innerstaatlichen Recht der einzelnen souveränen Staaten enthalten sind.

Es beruht auf Rechtsüberzeugungen die über alle kulturellen und ideologischen Verschiedenheiten hinweg von allen Völkern anerkannt werden. Es ist (in Ermangelung eines Subjekts mit Gesetzgebungsrecht) überwiegend Gewohnheitsrecht, teilweise auch Vertragsrecht.

Der Begriff bezeichnet die Rechtsordnung, die die Beziehungen zwischen den Völkerrechtssubjekten regelt. Das Völkerrecht wird auch als internationales Recht bezeichnet. Das supranationale Recht stellt eine besondere Ausformung des Völkerrechts dar.

Von überragender Bedeutung für das Völkerrecht ist heute die Charta der Vereinten Nationen, weshalb sie von einigen Autoren auch als Verfassung der Völkerrechtsgemeinschaft bezeichnet wird. Sie hat, zumindest für die Mitglieder der Vereinten Nationen, Vorrang gegenüber anderen internationalen Übereinkünften (Artikel 103 UN-Charta).

Es setzt sich aus dem ungeschriebenen Völkergewohnheitsrecht, dem allgemeinen Völkerrecht welches in ständigem Fluss ist, und dem Völkervertragsrecht zusammen. Es ist absolut zwingendes Recht im Sinne von „ius cogens“ (Zwingendes Völkerrecht).

Es besteht somit ein internationales rechtliches Interesse der Völkergemeinschaft am Schutz des völkerrechtlichen Rechtsgutes (elementare Menschenrechte) und definiert sich in den Verpflichtungen „erga omnes“ (gegenüber allen) als absolutes nicht einschränkbares Recht.

Es besteht von der Antike bis zur Moderne und ist ewiges Recht (Lex aeterna).

Menschenrecht

Das Menschenrecht ist das dem Menschen als solches (gegenüber dem Staat) zustehende angeborene (unveräußerliche, unantastbare) Recht (vor allem die Rechte auf Leben, Freiheit, Menschenwürde und Eigentum). Es ist Bestandteil des Völkerrechts.

Völkerrechtliche Gebietskörperschaft

Dies sind Körperschaften im Völkerrecht, deren Hoheitsbereich durch einen räumlich abgegrenzten Teil bestimmt wird. Es wird hauptsächlich bestimmt durch Sprache, Kultur, Religion und ethnische Unterschiede innerhalb der Gemeinschaft der Menschen. Die kleinste völkerrechtliche Gebietskörperschaft ist die Gemeinde.

Regierungsform

Völkerrechtliche Gebietskörperschaften können sich in ihren administrativen und politischen Charakteren folgendermaßen unterscheiden: in Gebietskörperschaften mit souveräner Handlungsfreiheit, annektierte Gebietskörperschaften und solche die unter Fremdherrschaft stehen, wobei der Regierende nicht in der Gebietskörperschaft ansässig ist.

Kläger oder Ankläger

Kläger ist jeder, der ein Klagebedürfnis mit begründetem Rechtsschutzinteresse begehrt. Der Ankläger ist der Court Officer des ICCJV. Seine Funktionen bestehen in der Annahme und Beurteilung von Klagen und Beweismitteln, das Führen von lokalen, regionalen oder internationalen Ermittlungen und er ist berechtigt bezüglich der Gerichtsverfahren Vorschläge an den zuständigen Gerichtshof zu unterbreiten sowie Vertragspartner des ICCJV oder andere außenstehende Behörden in Rechtssachen zu kontaktieren um Akten, Beweismittel und fallbezogene Daten anzufordern.

Betroffene

Der Betroffene ist ein einzelner Mensch oder eine Gruppe von Menschen die in einen Rechtsstreit verwickelt sind.

Teil 1:      International Common Law Court of Justice Vienna

Artikel 1 ICCJV Statut

Gründung des International Common Law Court of Justice Vienna – ICCJV

(1) Der ICCJV wird durch den am neunzehnten Juni des Jahres zweitausendvierzehn beschlossenen Völkerrechtlichen Gründungsvertrag der unterzeichnenden nationalen „D-A-CH” Common Law Charta Unterzeichner; Gerichtsgründer der Nationen Deutschland - Austria - CHelvetia; hiermit national und international installiert. Sein höchstes Organ ist der High Council mit der General Direction.

Der International Common Law Court of Justice Vienna - ICCJV ist ein unter der Systematik des Common Law stehender unabhängiger und ständiger internationaler Gerichtshof, der die höchste Gerichtsbarkeit über alle Verbrechen gegen Menschen und Personen ausübt.

(2) Der ICCJV ist begründet durch den von den drei nationalen D-A-CH Common Law Gerichtsgründern beschlossenen und unterzeichneten Völkerrechtlichen Gründungsvertrag auf Basis der Rechtsgrundlagen des Naturrechtes, des Menschenrechtes, des Völkerrechtes und des gültigen Allgemeinrechtes.

Der ICCJV ist durch die Zuständigkeit für Menschen und Personen ein internationales Völkerrechtssubjekt sui generis und hat damit die höchste Gerichtsbarkeit auf dem Planeten Erde.

Die Gründung erfolgte durch die Anwendung der UN Resolution A/RES/53/144 vom 9. Dezember 1998 und durch Annahme der Rechtsgrundlagen des Naturrechtes, des Menschenrechtes, des Völkerrechtes, des gültigen Allgemeinrechtes und nach den allgemein gültigen internationalen Gepflogenheiten sowie diesem Wiener Statut des ICCJV - in weiterer Folge „Wiener Statut“ genannt und impliziert sohin den Status des „self-executing“ zum Wohle der Menschen.

Der völkerrechtliche Gründungsvertrag des ICCJV ist bei der UNO in New York, konkret beim Generalsekretär Ban Ki-moon, beim UNO Sicherheitsrat sowie bei der OHCHR (UNO) in Genf „Palais Wilson“ in Kopie hinterlegt. Parallel ist die russische Föderation, konkret der Präsident Vladimir Putin im „Kreml“ in Moskau, verständigt. Die Proklamation und Dokumentation ist zur Information an den ICC in Den Haag überreicht worden.

(3) Jeder ICCJV Gerichtshof erhält seine Rechtspersönlichkeit durch die Beurkundung und die anerkennende Willenserklärung der Menschen, bezeugt durch ihre Signatur, in ihren Gründungsbüchern. Es besteht ein General Court Book für alle Nationen des Planeten Erde und die beurkundeten Gründungsbücher der nationalen ICCJV Gerichtshöfe. Die nationalen ICCJV Gerichtshöfe begründen alle untergeordneten ICCJV Gerichtshöfe in deren jeweiligen Gebietskörperschaften.

(4) Der ICCJV ist international und exterritorial eine ständige Einrichtung. Der ICCJV ist befugt seine Gerichtsbarkeit, begründet in diesem Wiener Statut, der VDM – Verfassung der Menschen, der in der IHR des ICCJV benannten Rechte für Menschen oder Gruppen von Menschen sowie dem international geltenden Menschenrecht, Völkergewohnheitsrecht, Völkerrecht und dem allgemein gültigen Recht auf internationaler und nationaler Ebene, auszuüben.

Der ICCJV ersetzt jegliche innerstaatliche Strafgerichtsbarkeit, soweit sie willkürlich gegen dieses Wiener Statut, die VDM - Verfassung der Menschen, die IHR des ICCJV und das allgemeine Völkerrecht angewendet wird.

(5) Die Zuständigkeit und die Arbeitsweise des ICCJV werden durch dieses Wiener Statut geregelt.

(6) Jeder Gerichtshof des ICCJV ist nach erfolgter Installation eigenständig, selbstverantwortlich und für sich zeichnungsberechtigt durch die gehörig befugten und vereidigten Beamten wie Court Director, Court Officer, Clerk of the Court und den bestellten Friedensrichter sowie den Sheriffs und Beamten der angegliederten ISA - International Sheriff Association.

(7) Die Namenszusätze der verschiedenen nationalen Gerichtshöfe des ICCJV werden von der General Direction des ICCJV vergeben. Sie werden im General Court Book verzeichnet.

Artikel 2 ICCJV Statut

Rechtsgrundlagen und Verhältnis des ICCJV zu den Vereinten Nationen

(1) Der ICCJV ist ein Völkerrechtssubjekt sui generis und basiert auf dem universellen und natürlichen Recht der Menschen und deren gegründeten Gemeinschaften, aus Ihrer Mitte Vertreter zu wählen, zu vereidigen und sie zu beauftragen, Aufgaben zu Ihrem inneren und äußeren Schutz zu übernehmen. Im Falle eines Verbrechens gegen einen Menschen oder der Gemeinschaft durch einen Menschen oder einer Gruppe von Menschen sind diese berechtigt, aus Ihrer Mitte eine kompetente Jury zu wählen und über Täter oder Schadensverursacher zu entscheiden.

(2) Der ICCJV, als ein unabhängiges internationales Völkerrechtssubjekt sui generis, ist aufgrund seiner Zuständigkeit für Menschen und seiner überpositiven Rechtsgrundlage, dem Naturrecht, nicht den Vereinten Nationen oder anderen ähnlichen Einrichtungen unterstellt oder in einer sonstigen Art und Weise unterworfen oder weisungsgebunden.

(3) Der ICCJV ist aufgrund seiner Zuständigkeit für Menschen und natürliche Personen und seiner positiven Rechtsgrundlage, vorrangig der Menschenrechte und dem gültigen allgemeinen Völkerrecht, das nur soweit rechtsgültig und anwendbar ist, als es nicht gegen das Naturrecht und die Menschenrechte verstößt als ein Völkerrechtssubjekt sui generis nicht den Vereinten Nationen oder anderen ähnlichen Einrichtungen unterstellt oder in einer sonstigen Art und Weise unterworfen oder weisungsgebunden.

(4) Der ICCJV wendet primär das Naturrecht, sekundär vorrangig die Menschenrechte und das gültige allgemeine Völkerrecht, welches die natürlichen Menschenrechte beinhaltet, soweit es nicht gegen das Naturrecht verstößt, und tertiär das gültige Allgemeinrecht, soweit es nicht primär gegen das Naturrecht und sekundär gegen das allgemeine Völkerrecht verstößt, an.

(5) Der ICCJV ist durch die sekundäre Anwendung des gültigen allgemeinen Völkerrechtes, soweit es nicht gegen das Naturrecht verstößt, automatisch Teil der Internationalen Gemeinschaft des Planeten Erde, jedoch nicht als ein Staat, eine Internationale Organisation oder ein sonstiges Völkerrechtssubjekt charakterisiert, sondern als ein unabhängiges und autarkes Gericht, nach „sui generis“, für Menschen und deren natürliche Personen.

(6) Der ICCJV ist aufgrund seiner internationalen Rechtsgrundlage, dem erdumfassenden allgemein gültigen Prinzip demokratischer lebendiger Gemeinschaften und seiner Zuständigkeit für Menschen und deren natürliche Personen die international oberste Instanz als Gericht und steht im Stufenbauprinzip des Rechts an höchster Stelle.

(7) Der ICCJV hat aufgrund seiner primären Rechtsgrundlage dem Naturrecht und der sekundären Anwendung des gültigen Völkerrechts, soweit es nicht gegen das Naturrecht verstößt, alle Vorrechte und Immunitäten wie die Vertreter der Vereinten Nationen international und national mit den Vertragspartnern vereinbart haben. Diese Immunität ist begründet in einem besonderen rechtlichen Interesse an der Einhaltung der völkerrechtlichen Vereinbarungen und deren Umsetzung und Weiterentwicklung durch den ICCJV und die internationalen Gemeinschaften der Menschen.

(8) Dieses Wiener Statut wird zusätzlich zu der Völkerrechtlichen Gründungsurkunde des ICCJV zwecks Proklamation und Nachweis der rechtlichen Grundlage der Gerichtsbarkeit bei den Vereinten Nationen und dem Vatikan (Heiliger Stuhl) und allen zu Benachrichtigenden urkundlich hinterlegt. Das Wiener Statut erhält zusätzlich seine Gültigkeit durch die allgemein ratifizierten Bestimmungen des Menschenrechts und Völkerrechts durch die UNO, die Staaten der Welt und den sonstigen Internationalen Organisationen. Somit besteht für dieses Wiener Statut der Status des erdumfassenden „self executing“.

(9) Der ICCJV erfährt seine internationale, nationale und regionale Anerkennung durch vertragliche Vereinbarung oder durch stillschweigende Kenntnisnahme innerhalb der allgemeinen Fristvorgabe nach Proklamation und Zustellung an die entsprechenden Stellen.

(10) Der ICCJV ist aufgrund seiner Zuständigkeit nur der Gemeinschaft der Menschen Rechenschaft schuldig.

Artikel 3 ICCJV Statut

(1) Der Sitz des High Council des ICCJV ist exterritorial und agiert von Deutschland, Österreich und der Schweiz aus international.

(2) Die Sitze des ICCJV begründen ihre diplomatische Immunität gemäß „Wiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen“ (WÜD) vom 18. April 1961, in Kraft getreten am 24. April 1964 und ihre konsularischen Beziehungen gemäß „Wiener Übereinkommen über konsularische Beziehungen“ (WÜK) vom 24. April 1963, in Kraft getreten am 19. März 1967. Der diplomatische und konsularische Schutz wird den Organen des ICCJV auch dann zuteil, wenn Sie gleichzeitig Staatsbürger des Gaststaates sind.

(3) Der ICCJV kann, wie in diesem Wiener Statut vorgesehen, an jedem Ort seinen Sitz eröffnen, wenn er dies für wünschenswert hält und kann dabei geeignete private und öffentliche Gebäude, nach vorheriger Vereinbarung in Anspruch nehmen.

Artikel 4 ICCJV Statut

Rechtsstellung und Befugnisse des ICCJV

(1) Der ICCJV steht in Beziehung zum Naturrecht, zum Menschenrecht sowie zum Völkerrecht und hat Völkerrechtspersönlichkeit. Er besitzt außerdem die Rechts- und Geschäftsfähigkeit, die zur Wahrnehmung seiner Aufgaben und zur Verwirklichung seiner Ziele erforderlich ist.

(2) Der ICCJV kann seine Aufgaben und Befugnisse, wie in diesem Wiener Statut vorgesehen, nach Maßgabe einer besonderen Übereinkunft, wie dem Beitritt zum vorgenannten Völkerrechtlichen Gründungsvertrag und der Ratifizierung dieses Wiener Statuts durch die nationalen, regionalen und lokalen Gebietskörperschaften, überall und allerorts auf dem Planeten Erde wahrnehmen.

(3) Der ICCJV ist ab dem Zeitpunkt seiner Etablierung und nationalen Installation sowie der Vereidigung seiner Funktionsträger handlungsfähig und besitzt Völkerrechtspersönlichkeit und die volle Immunität, gleich wie die Vereinten Nationen es in Ihrem „Wiener Übereinkommen über Vorrechte und Immunitäten der Vereinten Nationen“ vom 13. Februar 1946, in Kraft getreten am 17. September 1946, bestimmt haben, soweit Einzelheiten dieses Vertrages nicht gegen dieses Wiener Statut verstoßen.

(4) Die vereidigten Amtsträger der Gerichtshöfe des ICCJV und deren Bedienstete genießen dieselben Vorrechte und Immunitäten in den erdumfassenden Hoheitsgebieten wie die Vertreter der Vereinten Nationen sowie die Vertreter der diplomatischen Missionen unter denen in Absatz (3) genannten Vorbehalten.

(5) Die unter Absatz (3) genannten völkerrechtlichen Verträge sind explizit der Vorbehalte nach Artikel 126 für alle vereidigten Mitarbeiter und deren Bediensteten gültig. Diese Vorrechte und Immunitäten dienen zur Verwirklichung ihrer Aufgaben, um ihre mit dem ICCJV zusammenhängenden Ziele in voller Unabhängigkeit wahrnehmen zu können. Sie gelten für die Sitze des ICCJV und die privaten Wohnungen der Funktionsträger und deren Bediensteten. Sie weisen sich mit einem proklamierten internationalen Amtsausweis und/oder Dienstmarke des ICCJV aus.

(6) Die Befugnisse des ICCJV ergeben sich zusätzlich aus der UN Resolution A/RES/53/144 und sind somit durch bestehendes Völkerrecht bekräftigt. Der ICCJV ist eine Sondermission in Anlehnung an das „Übereinkommen über Sondermissionen“ vom 16. Dezember 1969 in New York und in Kraft getreten am 21.06.1985 zur exekutiven Umsetzung des internationalen Menschenrechtes und Völkerrechtes im Auftrag der Menschen.

(7) Die Gerichtsbarkeit des ICCJV ist durch die Anwendung des Naturrechts und des überpositiven Rechts allen anderen statutarischen Gerichtsbarkeiten übergeordnet. Durch die Anwendung des Common Law Prinzips und der Unabhängigkeit der Gerichtshöfe sind Urteile und Beschlüsse überall anzuerkennen. Jegliche Missachtung des ICCJV Gerichtes wird als strafbare Handlung gesehen und entsprechend mit Geldstrafe geahndet. Die Verwendung der Strafgelder wird gemäß Artikel 81 geregelt. Näheres regelt die Strafmaß- und Schadensausgleichbestimmung.

(8) Das „Übereinkommen über die Verhütung, Verfolgung und Bestrafung von Straftaten gegen völkerrechtlich geschützte Personen, einschließlich Diplomaten“ vom 14. Dezember 1973, in Kraft getreten am 20. Februar 1977, wird explizit der Vorbehalte nach Artikel 126 anerkannt und angewandt

Teil 2:  Gerichtsbarkeit, Zulässigkeit und anwendbares Recht

Artikel 5 ICCJV Statut

Der Gerichtsbarkeit des ICCJV Gerichtshofs unterliegende Verbrechen

(1) Die Gerichtsbarkeit des ICCJV ist auf alle Verbrechen lokal, regional, national und international anwendbar, welche einen Menschen oder eine Gruppe von Menschen und Personen betrifft. Die Gerichtsbarkeit des Gerichtshofs erstreckt sich in Übereinstimmung mit diesem Wiener Statut auf folgende Verbrechen:

a) das Verbrechen des Völkermords;

b) Verbrechen gegen die Menschlichkeit;

c) Kriegsverbrechen;

d) das Verbrechen der Aggression;

e) willkürliche Verstöße gegen die unantastbaren unübertragbaren und unveräußerlichen Rechte des Menschen;

f) Verstöße gegen das Völkerrecht auch in Bezug auf den einzelnen Menschen.

Artikel 6 ICCJV Statut

Völkermord

Im Sinne dieses Wiener Statuts bedeutet „Völkermord“ jede der folgenden Handlungen, die in der Absicht begangen wurde, eine ethnische, rassische, religiöse und weltanschauliche Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes als solche ganz oder teilweise zu zerstören:

a) Tötung von einer Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes;

b) Ausrottung einer Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes;

c) Versklavung oder vorsätzliche Versklavung einer Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes;

d) zwangsweises Übersiedeln oder Vertreibung einer Gruppe von Menschen oder eines Volkes aus ihrer Heimat;

e) Freiheitsentzug oder sonstige schwerwiegende Beraubung der körperlichen Freiheit einer Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes unter Verstoß gegen die Grundregeln des Menschenrechtes und des gültigen Völkerrechts;

f) körperliche und seelische Folter einer Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes;

g) Massenvergewaltigung, sexuelle Sklaverei, Nötigung zur Prostitution, erzwungene Schwangerschaft, Zwangssterilisation oder jede andere Form sexueller Gewalt von vergleichbarer Schwere gegen eine Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes;

h) Verursachung von körperlichen oder seelischen Schäden an einer Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes;

i) Auferlegung von Lebensbedingungen oder vorsätzliche Auferlegung von Lebensbedingungen für eine Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes, die geeignet sind, ihre körperliche und oder seelische Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen;

j) Verhängung von Maßnahmen, die auf die Geburtenverhinderung einer Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes gerichtet sind;

k) Zerstörung der Natur und der Lebensräume für Mensch, Tier und Pflanzen.

Artikel 7 ICCJV Statut

Verbrechen gegen die Menschlichkeit

(1) Im Sinne dieses Wiener Statuts bedeutet „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ jede der folgenden Handlungen, die im Rahmen eines lokalen, regionalen, nationalen sowie international ausgedehnten oder systematischen Angriffs gegen Menschen oder in Kenntnis eines solchen Angriffs begangen wird:

a) Tötung oder vorsätzliche Tötung eines einzelnen Menschen oder einer Gruppe von Menschen;

b) Ausrottung einzelner Menschen oder einer Gruppe von Menschen;

c) Versklavung oder vorsätzliche Versklavung einzelner Menschen oder einer Gruppe von Menschen;

d) Vertreibung oder zwangsweise Überführung einzelner Menschen oder einer Gruppe von Menschen;

e) Freiheitsentzug oder sonstige schwerwiegende Beraubung der körperlichen Freiheit einzelner Menschen oder einer Gruppe von Menschen unter Verstoß gegen die Grundregeln des Menschenrechtes und des gültigen Völkerrechts;

f) körperliche und seelische Folter einzelner Menschen oder einer Gruppe von Menschen;

g) Vergewaltigung, sexuelle Sklaverei, Nötigung zur Prostitution, erzwungene Schwangerschaft, Zwangssterilisation oder jede andere Form sexueller Gewalt von vergleichbarer Schwere gegen einzelne Menschen oder einer Gruppe von Menschen;

h) Verbrechen gegen Kinder unter Verstoß gegen die Grundregeln der Kinderrechte;

i) Verfolgung eines authentifizierbaren einzelnen Menschen oder einer Gruppe oder Gemeinschaft von Menschen aus politischen, rassischen, nationalen, regionalen, internationalen, ethnischen, kulturellen, weltanschaulichen oder religiösen Gründen, Gründen des Geschlechts im Sinne des Absatzes (3) oder aus anderen nach dem Menschenrecht und des gültigen Völkerrechtes universell als unzulässig anerkannten Gründen im Zusammenhang mit einer in diesem Absatz genannten Handlung oder einem der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegenden Verbrechen;

j) Verschwindenlassen von einzelnen Menschen oder einer Gruppe von Menschen;

k) das Verbrechen der Apartheid;

l) Verweigerung der Rechtshilfe was die Umsetzung der Menschenrechte und oder das Völkerrecht betrifft. Die Verweigerung der Rechtshilfe beinhaltet auch die standesrechtliche Absprache zwischen Organen der Legislative, der Justiz und der Exekutive zum Nachteil eines einzelnen Menschen oder einer Gruppe von Menschen.

m) andere unmenschliche Handlungen ähnlicher Art, mit denen vorsätzlich große Leiden oder eine schwere Beeinträchtigung der geistigen oder körperlichen Unversehrtheit verursacht werden:

i) Bürgerlicher Tod;

ii) Kindesentziehung;

iii) Zerstörung der Familien;

iv) Betreiben eines Finanz- und oder Zinssklavensystems, Wirtschaftlicher Tod;

v) Treuhandkonten ohne Einwilligung des Begünstigten;

vi) nicht autorisiertes Steuersystem;

vii) unfreiwilliges Meldesystem sowie nicht autorisierte Datenspeicherung;

viii) Bildungssystem als Mittel der Manipulation;

ix) Menschenhandel, Schlepperei;

x) Organhandel ohne Zustimmung des Spenders;

xi) Zwangsmedikamentierung, Zwangsimpfung, Zwangspsychiatrierung, Zwangsverchipung;

xii) Missachtung des letzten Willens;

xiii) Störung der Totenruhe.

(2) Im Sinne des Absatzes (1)

a) bedeutet Angriff gegen einzelne Menschen oder einer Gruppe von Menschen eine Verhaltensweise, die mit der mehrfachen Begehung der in Absatz (1) genannten Handlungen gegen die Menschen einer Region verbunden ist, in Ausführung oder zur Unterstützung der Politik eines Monarchen, eines Tyrannen, eines Diktators, eines Präsidenten, eines Kanzlers, eines Ministers, einer Regierung, einer Partei, der Polizei, des Militär oder sonstige Organe eines sogenannten Staates, eines Konzerns, eines sonstiges Unternehmens, einer Person oder einzelnen Menschen, einer sonstigen Organisation oder eine Gruppe von Menschen, die einen solchen Angriff zum Ziel hat;

b) umfasst „Ausrottung“ die vorsätzliche Auferlegung von Lebensbedingungen, unter anderem das Vorenthalten des Zugangs zu Nahrungsmitteln und Medikamenten, die geeignet sind, die Vernichtung einer Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes herbeizuführen;

c) bedeutet „Versklavung“ die Ausübung aller oder einzelner mit einem Eigentumsrecht an einem Menschen verbundenen Befugnisse und umfasst die Ausübung dieser Befugnisse im Rahmen des Handels mit Menschen, insbesondere mit Frauen und Kindern;

d) bedeutet „Vertreibung oder zwangsweise Überführung der Menschen“ die erzwungene, völkerrechtlich unzulässige Verbringung der betroffenen Menschen durch Ausweisung oder andere Zwangsmaßnahmen aus dem Gebiet, in dem sie sich rechtmäßig aufhalten;

f) bedeutet „Folter“, dass einem im Gewahrsam oder unter der Kontrolle des Beschuldigten befindlichen Menschen vorsätzlich leichte oder größere körperliche oder seelische Schmerzen und Leiden auch über einen längeren Zeitraum zugefügt werden sowie die zwangsweise Medikamentierung;

Folter umfasst jedoch nicht Schmerzen oder Leiden, die sich aus völkerrechtlich zulässigen Gewohnheitsrecht ergeben, dazu gehören oder damit verbunden sind;

g) bedeutet „erzwungene Schwangerschaft“ die rechtswidrige Gefangenhaltung einer zwangsweise geschwängerten Frau in der Absicht, die ethnische Zusammensetzung einer Gemeinschaft von Menschen zu beeinflussen oder andere schwere Verstöße gegen das Völkerrecht zu begehen.

i) bedeutet „Verfolgung“ den völkerrechtswidrigen, vorsätzlichen und schwer wiegenden Entzug von Grundrechten wegen der Gleichheit einzelner Menschen oder einer Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes oder eines gesamten angestammten Volkes;

k) bedeutet „Verbrechen der Apartheid“ unmenschliche Handlungen ähnlicher Art wie die in Absatz (1) genannten, die von einer rassischen Gruppe von Menschen im Zusammenhang mit einem institutionalisierten Regime der systematischen Unterdrückung und Beherrschung einer oder mehrerer anderer rassischer Gruppen von Menschen in der Absicht begangen werden, dieses Regime aufrechtzuerhalten;

j) bedeutet „zwangsweises Verschwindenlassen von Menschen“ die Festnahme, den Entzug der Freiheit oder die Entführung von Menschen durch einen Staat oder eine politische Organisation oder mit Ermächtigung, Unterstützung oder Duldung des Staates oder der Organisation, gefolgt von der Weigerung, diese Freiheitsberaubung anzuerkennen oder Auskunft über das Schicksal oder den Verbleib dieser Menschen zu erteilen, in der Absicht, sie für längere Zeit dem Schutz durch die Menschenrechte und oder des Völkerrechts zu entziehen.

Artikel 8 ICCJV Statut

Kriegsverbrechen

(1) Der ICCJV hat die Gerichtsbarkeit in Bezug auf Kriegsverbrechen, insbesondere wenn diese als Teil eines Planes oder einer Politik oder als Teil der Begehung solcher Verbrechen in großem Umfang verübt werden.

(2) Im Sinne dieses Wiener Statuts bedeutet „Kriegsverbrechen“:

a) die Provozierung und die Ausrufung eines Krieges;

b) die Vorbereitung und die Planung eines Angriffskrieges;

c) die präventive Führung eines Angriffskrieges;

d) schwere Verletzungen der Genfer Abkommen vom 12. August 1949, nämlich jede der folgenden Handlungen gegen die nach dem jeweiligen Genfer Abkommen geschützten Personen oder Güter oder sonstige schwere Verletzungen der Menschenrechte. Das Genfer Abkommen ist insoweit rechtliche Grundlage, als dass die „Person" letztlich als Mensch anzusehen ist.

Schwere Verletzungen sind:

i) Tötung oder vorsätzliche Tötung eines einzelnen Menschen, einer Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes;

ii) Folter oder unmenschliche Behandlung einschließlich biologischer Versuche an einzelnen Menschen, einer Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes;

iii) vorsätzliche Verursachung großer Leiden oder schwere Beeinträchtigung der körperlichen Unversehrtheit oder der Gesundheit einzelnen Menschen, einer Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes;

iv) Zerstörung und Aneignung von Eigentum in großem Ausmaß von einzelnen Menschen, einer Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes, die durch militärische Erfordernisse nicht gerechtfertigt sind und rechtswidrig und willkürlich vorgenommen werden;

v) Nötigung eines Kriegsgefangenen oder eines einzelnen Menschen, einer Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes zur Dienstleistung in den Streitkräften einer feindlichen Macht;

vi) vorsätzlicher Entzug des Rechts eines Kriegsgefangenen oder eines einzelnen Menschen oder einer Gruppe von Menschen auf ein unparteiisches ordentliches Gerichtsverfahren;

vii) rechtswidrige Vertreibung oder Überführung oder rechtswidrige Gefangenhaltung von einzelnen Menschen, einer Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes;

viii) Geiselnahme einzelner Menschen, einer Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes;

e) andere schwere Verstöße gegen die innerhalb des feststehenden Rahmens des Völkerrechts im internationalen bewaffneten Konflikt anwendbaren Gesetze und Gebräuche, nämlich jede der folgenden Handlungen gegen einzelne Menschen, einer Gruppe von Menschen oder Teile eines angestammten Volkes:

i) vorsätzliche Angriffe auf die Zivilbevölkerung als solche oder auf einzelne Zivilpersonen, die an den Feindseligkeiten nicht unmittelbar teilnehmen;

ii) vorsätzliche Angriffe auf zivile Objekte, das heißt auf Objekte, die nicht militärische Ziele sind;

iii) vorsätzliche Angriffe auf Personal, Einrichtungen, Material, Einheiten oder Fahrzeuge, die an einer humanitären Hilfsmission oder friedenserhaltenden Mission in Übereinstimmung mit der Charta der Vereinten Nationen beteiligt sind, solange sie Anspruch auf den Schutz haben, der Zivilpersonen oder zivilen Objekten nach dem internationalen Recht des bewaffneten Konflikts gewährt wird;

iv) vorsätzliches Führen eines Angriffs in der Kenntnis, dass dieser auch Verluste an Menschenleben, die Verwundung von Zivilpersonen, die Beschädigung ziviler Objekte oder weit reichende, langfristige und schwere Schäden an der natürlichen Umwelt verursachen wird, die eindeutig in keinem Verhältnis zu dem insgesamt erwarteten konkreten und unmittelbaren militärischen Vorteil stehen;

v) der Angriff auf unverteidigte Städte, Dörfer, Wohnstätten oder Gebäude, die nicht militärische Ziele sind, oder deren Beschießung, gleich mit welchen Mitteln;

vi) die Tötung oder Verwundung eines die Waffen streckenden oder wehrlosen Kombattanten, der sich auf Gnade oder Ungnade ergeben hat;

vii) der Missbrauch der Parlamentärflagge, der Flagge oder der militärischen Abzeichen oder der Uniform des Feindes oder der Vereinten Nationen, des ICCJV sowie der Schutzzeichen der Genfer Abkommen, wodurch Tod oder schwere Verletzungen verursacht werden;

viii) die unmittelbare oder mittelbare Überführung durch die Besatzungsmacht eines Teiles ihrer eigenen Zivilbevölkerung in das von ihr besetzte Gebiet oder die Vertreibung oder Überführung der Gesamtheit oder eines Teiles der Bevölkerung des besetzten Gebiets innerhalb desselben oder aus diesem Gebiet;

ix) vorsätzliche Angriffe auf Gebäude, die dem Gottesdienst, der Erziehung, der Kunst, der Wissenschaft oder der Wohltätigkeit gewidmet sind, auf geschichtliche Denkmäler, Krankenhäuser und Sammelplätze für Kranke und Verwundete, sofern es nicht militärische Ziele sind;

x) die körperliche Verstümmelung von Menschen, ob lebend oder tot, die sich in der Gewalt eines Gegners befinden, oder die Vornahme medizinischer oder wissenschaftlicher Versuche jeder Art an den Menschen und Personen, die nicht durch deren ärztliche, zahnärztliche oder Krankenhausbehandlung gerechtfertigt sind oder in ihrem Interesse durchgeführt werden und die zu ihrem Tod führen oder ihre Gesundheit ernsthaft gefährden sowie sonstige Körperverletzungen verursacht;

xi) die meuchlerische Tötung oder Verwundung von Angehörigen des feindlichen Volkes oder Heeres;

xii) die Erklärung, dass kein Pardon gegeben wird;

xiii) die Zerstörung oder Beschlagnahme feindlichen Eigentums, sofern diese nicht durch die Erfordernisse des Krieges zwingend geboten ist;

xiv) die Erklärung, dass Rechte und Forderungen von Angehörigen des Gegners aufgehoben, zeitweilig ausgesetzt oder vor Gericht nicht einklagbar sind;

xv) der Zwang gegen Angehörige des Gegners, an den Kriegshandlungen gegen ihr eigenes Land teilzunehmen, selbst wenn sie bereits vor Ausbruch des Krieges im Dienst des Kriegführenden standen;

xvi) die Plünderung einer Stadt oder Ansiedlung, selbst wenn sie im Sturm genommen wurde;

xvii) die Verwendung von Gift, vergifteten Waffen;

xviii) die Verwendung erstickender, giftiger oder gleichartiger Gase sowie aller ähnlichen Flüssigkeiten, Stoffe oder Vorrichtungen;

xix) die Verwendung von Geschossen, die sich im Körper des Menschen leicht ausdehnen oder flachdrücken, beispielsweise Geschosse mit einem harten Mantel, der den Kern nicht ganz umschließt oder mit Einschnitten versehen ist;

xx) die Verwendung von Waffen, Geschossen, Stoffen und Methoden der Kriegführung, die geeignet sind, überflüssige Verletzungen oder unnötige Leiden zu verursachen, oder die unter Verstoß gegen das internationale Recht des bewaffneten Konflikts ihrer Natur nach unterschiedslos wirken, vorausgesetzt, dass diese Waffen, Geschosse, Stoffe und Methoden der Kriegführung Gegenstand eines umfassenden Verbots und aufgrund einer Änderung entsprechend den anerkannten völkerrechtlichen Verträgen laut Artikel 126 dieses Wiener Statuts enthalten sind;

xxi) die Beeinträchtigung der persönlichen Menschenwürde, insbesondere eine entwürdigende und erniedrigende Behandlung;

xxii) Vergewaltigung, sexuelle Sklaverei, Nötigung zur Prostitution, erzwungene Schwangerschaft im Sinne des Artikel 7 Absatz (2) Buchstabe g) dieses Wiener Statuts, Zwangssterilisation oder jede andere Form sexueller Gewalt, die ebenfalls eine schwere Verletzung der Genfer Abkommen darstellt;

xxiii) die Benutzung der Anwesenheit eines geschützten Menschen oder einer Zivilperson, um Kampfhandlungen von gewissen Punkten, Gebieten oder Streitkräften fernzuhalten;

xxiv) vorsätzliche Angriffe auf Gebäude, Material, Sanitätseinheiten, Sanitätstransportmittel und Personal, die in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht mit den Schutzzeichen der Genfer Abkommen versehen sind;

xxv) das vorsätzliche Aushungern von Menschen und Zivilpersonen als Methode der Kriegführung durch das Vorenthalten der für sie lebensnotwendigen Mittel und Gegenstände, einschließlich der vorsätzlichen Behinderung von Hilfslieferungen, wie sie nach den Genfer Abkommen vorgesehen sind;

xxvi) die Zwangsverpflichtung oder Eingliederung von Kindern unter fünfzehn Jahren in die lokalen, regionalen und oder nationalen Streitkräfte oder ihre Verwendung zur aktiven Teilnahme an Feindseligkeiten;

f) im Fall eines bewaffneten Konflikts, der keinen internationalen Charakter hat, schwere Verstöße gegen den gemeinsamen Artikel 3 der vier Genfer Abkommen vom 12. August 1949, nämlich die Verübung jeder der folgenden Handlungen gegen Menschen oder Personen, die nicht unmittelbar an den Feindseligkeiten teilnehmen, einschließlich der Angehörigen der Streitkräfte, welche die Waffen gestreckt haben, und der Menschen oder Personen, die durch Krankheit, Verwundung, Gefangennahme oder eine andere Ursache außer Gefecht befindlich sind:

i) Angriffe auf Leib und Leben, insbesondere vorsätzliche Tötung jeder Art, Verstümmelung, grausame Behandlung und Folter;

ii) die Beeinträchtigung der persönlichen Menschenwürde, insbesondere entwürdigende und erniedrigende Behandlung;

iii) Geiselnahme;

iv) Verurteilungen ohne vorhergehendes Urteil eines ordentlich bestellten Gerichts sowie Hinrichtungen mit oder ohne vorhergehendes Urteil eines ordentlich bestellten Gerichts, welches die allgemein als unerlässlich anerkannten Rechtsgarantien bietet;

g) Absatz (2) Buchstabe f) findet Anwendung auf bewaffnete Konflikte die keinen internationalen Charakter haben und somit nicht auf Fälle innerer Unruhen und Spannungen wie Tumulte, vereinzelt auftretende Gewalttaten oder andere ähnliche Handlungen;

h) andere schwere Verstöße gegen die innerhalb des feststehenden Rahmens des Völkerrechts anwendbaren Gesetze und Gebräuche im bewaffneten Konflikt, der keinen internationalen Charakter hat, nämlich jede der folgenden Handlungen:

i) vorsätzliche Angriffe auf die Zivilbevölkerung als solche oder auf einzelne Zivilisten, die an den Feindseligkeiten nicht unmittelbar teilnehmen;

ii) vorsätzliche Angriffe auf Gebäude, Material, Sanitätseinheiten, Sanitätstransportmittel und Personal, die in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht mit den Schutzzeichen der Genfer Abkommen versehen sind;

iii) vorsätzliche Angriffe auf Personal, Einrichtungen, Material, Einheiten oder Fahrzeuge, die an einer humanitären Hilfsmission oder friedenserhaltenden Mission in Übereinstimmung mit der Charta der Vereinten Nationen beteiligt sind, solange sie Anspruch auf den Schutz haben, der Zivilpersonen oder zivilen Objekten nach dem internationalen Recht des bewaffneten Konflikts gewährt wird;

iv) vorsätzliche Angriffe auf Gebäude, die dem Gottesdienst, der Erziehung, der Kunst, der Wissenschaft oder der Wohltätigkeit gewidmet sind, auf geschichtliche Denkmäler, Krankenhäuser und Sammelplätze für Kranke und Verwundete, sofern es nicht militärische Ziele sind;

v) die Plünderung einer Stadt oder Ansiedlung, selbst wenn sie im Sturm genommen wurde;

vi) Vergewaltigung, sexuelle Sklaverei, Nötigung zur Prostitution, erzwungene Schwangerschaft im Sinne des Artikel 7 Absatz (2) Buchstabe f), Zwangssterilisation und jede andere Form sexueller Gewalt, die ebenfalls einen schweren Verstoß gegen den gemeinsamen Artikel 3 der vier Genfer Abkommen darstellt;

vii) die Zwangsverpflichtung oder Eingliederung von Kindern unter fünfzehn Jahren in Streitkräfte oder bewaffnete Gruppen oder ihre Verwendung zur aktiven Teilnahme an Feindseligkeiten;

viii) die Anordnung der Verlegung der Zivilbevölkerung aus Gründen im Zusammenhang mit dem Konflikt, sofern dies nicht im Hinblick auf die Sicherheit der betreffenden Zivilisten oder aus zwingenden militärischen Gründen geboten ist;

ix) die meuchlerische Tötung oder Verwundung eines gegnerischen Kombattanten;

x) die Erklärung, dass kein Pardon gegeben wird;

xi) die körperliche Verstümmelung von Menschen und Personen, die sich in der Gewalt einer anderen Konfliktpartei befinden, oder die Vornahme medizinischer oder wissenschaftlicher Versuche jeder Art an diesen Menschen und Personen, die nicht durch deren ärztliche, zahnärztliche oder Krankenhausbehandlung gerechtfertigt sind oder in ihrem Interesse durchgeführt werden und die zu ihrem Tod führen oder ihre Gesundheit ernsthaft gefährden sowie sonstige Körperverletzungen verursachen;

xii) die Zerstörung oder Beschlagnahme gegnerischen Eigentums, sofern diese nicht durch die Erfordernisse des Konflikts zwingend geboten ist;

i) Absatz (2) Buchstabe h) findet Anwendung auf bewaffnete Konflikte, die keinen internationalen Charakter haben, und somit nicht auf Fälle innerer Unruhen und Spannungen wie Tumulte, vereinzelt auftretende Gewalttaten oder andere ähnliche Handlungen. Er findet Anwendung auf bewaffnete Konflikte, die im Hoheitsgebiet einer völkerrechtlichen Gebietskörperschaft stattfinden, wenn zwischen den inneren Behörden und organisierten bewaffneten Gruppen oder zwischen solchen Gruppen ein lang anhaltender bewaffneter Konflikt besteht.

(3) Absatz (2) Buchstaben f) und h) berührt nicht die Verantwortung einer Regierung, die öffentliche Ordnung in einer völkerrechtlichen Gebietskörperschaft aufrechtzuerhalten oder wiederherzustellen oder die Einheit und territoriale Unversehrtheit der völkerrechtlichen Gebietskörperschaft mit allen rechtmäßigen Mitteln zu verteidigen.

Artikel 9 ICCJV Statut

Verbrechen der Aggression

(1) Im Sinne dieses Wiener Statuts bedeutet „Verbrechen der Aggression" die Planung, Vorbereitung, Einleitung oder Ausführung einer Angriffshandlung, die ihrer Art, ihrer Schwere und ihrem Umfang nach eine offenkundige Verletzung der Charta der Vereinten Nationen darstellt, durch eine Person, die tatsächlich in der Lage ist, das politische oder militärische Handeln eines Staates zu kontrollieren oder zu lenken.

(2) Im Sinne des Absatzes (1) bedeutet „Angriffshandlung" die gegen die Souveränität, die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit der Charta der Vereinten Nationen unvereinbare Anwendung von Waffengewalt durch einen anderen Staat. Unabhängig von dem Vorliegen einer Kriegserklärung gilt in Übereinstimmung mit der Resolution 3314 (XXIX) der Generalversammlung der Vereinten Nationen vom 14. Dezember 1974 jede der folgenden Handlungen als Angriffshandlung:

a) die Invasion des Hoheitsgebiets eines Staates oder der Angriff auf dieses durch die Streitkräfte eines anderen Staates oder jede, wenn auch vorübergehende, militärische Besetzung, die sich aus einer solchen Invasion oder einem solchen Angriff ergibt, oder jede gewaltsame Annexion des Hoheitsgebiets eines anderen Staates oder eines Teiles desselben;

b) die Bombardierung oder Beschießung des Hoheitsgebiets eines Staates durch die Streitkräfte eines anderen Staates oder der Einsatz von Waffen jeder Art durch einen Staat gegen das Hoheitsgebiet eines anderen Staates;

c) die Blockade der Häfen oder Küsten eines Staates durch die Streitkräfte eines anderen Staates;

d) ein Angriff der Streitkräfte eines Staates auf die Land-, See- oder Luftstreitkräfte oder die See- und Luftflotte eines anderen Staates;

e) der Einsatz von Streitkräften eines Staates, die sich mit der Zustimmung eines anderen Staates in dessen Hoheitsgebiet befinden, unter Verstoß gegen die in der entsprechenden Einwilligung oder Vereinbarung vorgesehenen Bedingungen oder jede Verlängerung ihrer Anwesenheit in diesem Hoheitsgebiet über den Ablauf der Geltungsdauer der Einwilligung oder Vereinbarung hinaus;

f) das Handeln eines Staates, gleich welcher Regierungsform auch immer, wodurch er erlaubt, dass sein Hoheitsgebiet, das er einem anderen Staat zur Verfügung gestellt hat, von diesem anderen Staat dazu benutzt wird, eine Angriffshandlung gegen einen dritten Staat zu begehen;

g) das Entsenden bewaffneter Banden, Gruppen, irregulärer Kräfte oder Söldner durch einen Staat oder in seinem Namen, die mit Waffengewalt gegen einen anderen Staat Handlungen von solcher Schwere ausführen, dass sie den oben aufgeführten Handlungen gleichkommen, oder seine wesentliche Beteiligung daran.

(3) Die Ausübung der Gerichtsbarkeit über das Verbrechen der Aggression kann durch Unterbreitung einer Gebietskörperschaft oder aus eigener Initiative stattfinden, wenn:

a) der ICCJV vorbehaltlich dieses Artikels seine Gerichtsbarkeit über das Verbrechen der Aggression in Übereinstimmung mit Artikel 16 Buchstaben a) und c) ausüben kann;

b) der Ankläger des lokalen, regionalen, nationalen oder internationalen ICCJV zu dem Schluss gelangt, dass eine hinreichende Grundlage für die Aufnahme von Ermittlungen in Bezug auf ein Verbrechen der Aggression besteht, sich vergewissert hat, ob dieser Zustand der Aggression festgestellt werden kann, offenkundige Beweismittel vorliegen, dass der betreffende Staat oder die betreffende völkerrechtliche Gebietskörperschaft eine Angriffshandlung begangen hat und der Ankläger den General Director des ICCJV über die anhängige Situation unter Einschluss sachdienlicher Informationen und Unterlagen benachrichtigt hat;

c) der General Director in Abstimmung mit dem High Council eine entsprechende Feststellung getroffen hat, so kann der beauftragte Ankläger die Ermittlungen in Bezug auf ein Verbrechen der Aggression aufnehmen;

d) innerhalb von sechs Monaten nach dem Zeitpunkt der Benachrichtigung keine entsprechende Feststellung getroffen wird, so kann der beauftragte Ankläger die Ermittlungen in Bezug auf ein Verbrechen der Aggression selbstständig ohne weiteres aufnehmen, sofern der High Council nach dem in Artikel 15 vorgesehenen Verfahren die Genehmigung zur Einleitung der Ermittlungen in Bezug auf ein Verbrechen der Aggression erteilt und der High Council nicht einen anderweitigen Beschluss nach Artikel 16 gefasst hat;

e) die Feststellung einer Angriffshandlung durch ein Organ außerhalb des ICCJV nicht die eigenen Erkenntnisse des ICCJV nach diesem Wiener Statut berührt.

f) Dieser Artikel lässt die Bestimmungen über die Ausübung der Gerichtsbarkeit über die anderen in Artikel 5 bezeichneten Verbrechen unberührt.

(4) Der ICCJV kann vorbehaltlich dieses Artikels seine Gerichtsbarkeit über das Verbrechen der Aggression in Übereinstimmung mit Artikel 16 Buchstabe b) ausüben.

(5) Verbrechenselemente der Aggression sind:

a) offene, physische Form gegenüber Lebewesen: Schlagen, Töten, körperliches Bedrohen, autoaggressiv gegen sich selbst gerichtet;

b) offene, physische Form gegenüber unbelebten Objekten: bewusste Verunreinigung, bewusste nachlässige Behandlung von Gegenständen, Sachbeschädigung; unter anderem Vandalismus; und Zerstörung von Gegenständen;

c) wiederholte offene, verbale oder nonverbale Form, soweit sie eine Beeinträchtigung der Lebensqualitäten nach sich zieht, wie Beleidigen, Spotten, Gesten und mimische Ausdrucksweisen, Schreien, rohe und bewusst vulgäre Sprachstile und Umgangsformen;

d) bedrohliche Phantasien;

e) indirekte Form wie Sachbeschädigung von Gegenständen der Menschen und Personen, gegen die sich die Aggression richtet, üble Nachrede, Mobbing, Schikanen, Barrieren errichten;

f) emotionale Form als Folge von Stress, Ärger, Wut, Groll, Hass, Neid.

Artikel 10 ICCJV Statut

Verstöße gegen das allgemeine Menschenrecht

Das Gericht übt die Gerichtsbarkeit bei der Ausführung jeglicher Verstöße gegen das allgemeine Menschenrecht aus. Grundlagen sind vorrangig die VDM - Verfassung der Menschen, die IHR - International Human Rights des ICCJV (Erklärung der Rechte und Pflichten der Gemeinschaft der Menschen), sowie die UNHCR, soweit diese mit dem Wiener Statut vereinbar ist.

Dies sind insbesondere Verstöße gegen:

a) das „angeborene Recht auf Leben“;

b) das „Recht auf persönliche Freiheit und Sicherheit“;

c) die Gedanken-, Gewissens-, Weltanschauungs- und Religionsfreiheit;

d) das Recht auf Menschenwürde;

e) das Verbot der Sklaverei;

f) das Recht sich „frei zu bewegen“;

g) das Recht „sich friedlich zu versammeln“;

h) das Recht „sich frei mit anderen zusammenzuschließen“;

i) das Recht des Schutzes und Erhaltens der Familien;

j) das Recht von Mann und Frau, im heiratsfähigen Alter eine Ehe einzugehen und eine Familie zu gründen;

k) die Garantie einer Vielzahl von Rechten speziell für Kinder;

l) Gleichstellung von Mann und Frau bei der Ausübung aller festgelegten Rechte;

m) das Recht auf Schutz seiner Eigentumsrechte ob materiell oder immateriell;

n) das Recht auf gesunde und naturbelassene Lebensmittel sowie auf saubere Luft und sauberes Trinkwasser;

o) das Recht auf freie Meinungsäußerung in Wort und Schrift, sofern es nicht gegen die Grundsätze dieses Wiener Statuts verstößt;

p) das Recht auf Erhalt einer ökologischen sauberen Umwelt;

q) das Recht überall als rechts- und prozessfähig zu gelten;

r) das Recht „vor Gericht gleich zu sein“;

s) das Gebot jeden Menschen und jede Person „bei seiner Festnahme über die Gründe der Festnahme zu unterrichten“, ihn einem Friedensrichter vorzuführen und ihm eine Anhörung vor einem Gericht zu ermöglichen sowie in einem fairen Gerichtsverfahren zu beurteilen;

t) die Garantie einer Vielzahl von strafrechtlichen Mindeststandards;

u) das Verbot der Folter;

v) das Recht bei Wahlen frei und direkt wählen zu können oder auch selbst gewählt zu werden.

Artikel 11 ICCJV Statut

Völkerrecht in Bezug auf den einzelnen Menschen.

Alle Verstöße gegen bestehendes Völkerrecht sind auch auf einzelne Menschen anwendbar. Es ist in Form der Menschenrechte im Völkerrecht enthalten. Das Gruppenrecht kann nicht mehr Rechte vergeben als es dem einzelnen Menschen durch die Menschenrechte zusteht.

Artikel 12 ICCJV Statut

Verbrechenselemente

(1) Die „Verbrechenselemente“ helfen dem ICCJV bei der Auslegung und Anwendung der Artikel 6 bis 10. Sie werden von den Vertragspartnern mit der Veröffentlichung oder Unterzeichnung dieses Wiener Statuts angenommen.

(2) Änderungen der „Verbrechenselemente“ können aufgrund des unantastbaren, unübertragbaren und unveräußerlichen Rechts des Menschen auf Leben, Unversehrtheit, Gesundheit und Würde sowie des Rechts auf Freiheit, Eigentum und Wert nicht vorgeschlagen werden und sind absolut nicht verhandelbar.

Artikel 13 ICCJV Statut

Beschränkungen

Dieses Wiener Statut unterliegt aufgrund des Artikel 12 Absatz (2) keiner Beschränkung und berührt Teile der bestehenden internationalen völkerrechtlichen Vereinbarungen in der Form, dass diese nicht anwendbar sind, sofern Änderungen der Begriffsbestimmungen des Artikel 12 Absatz (2) hinsichtlich deren Auslegung und Bedeutung nicht dem wahren Charakter entsprechen und somit gegen dieses Wiener Statut verstoßen.

Artikel 14 ICCJV Statut

Gerichtsbarkeit ratione temporis

(1) Die Gerichtsbarkeit des ICCJV erstreckt sich nicht nur auf die Verbrechenselemente nach Artikel 6 bis 10, die nach Inkrafttreten dieses Wiener Statuts begangen werden, sondern beinhaltet auch festgestellte und bewiesene Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verbrechen gegen das Völkerrecht vor dem Inkrafttreten dieses Wiener Statuts. Die im Artikel 5 Buchstabe a), b), und c) benannten Verbrechen unterliegen keiner Verjährung.

(2) Dieses Wiener Statut ist Teil der Gerichtsbarkeit des ICCJV und ist durch Veröffentlichung auf dem gesamten Planeten Erde gültig und geltend, insofern Verstöße gegen das Naturrecht, das Menschenrecht, das Völkerrecht, und das allgemeingültige Recht, vereinbar mit diesem Wiener Statut, bereits bei dessen Veröffentlichung als strafbare Handlung bekannt wurde. Alle bisherigen Statuten, welche diese Verbrechenselemente bezeichnen, sind insofern anerkannt, als dass sie mit diesem Wiener Statut vereinbar sind.

Artikel 15 ICCJV Statut

Voraussetzungen für die Ausübung der Gerichtsbarkeit

(1) Eine Gebietskörperschaft, Personenkörperschaft oder Einzelne, die Vertragsparteien dieses Wiener Statuts werden, erkennen damit die Gerichtsbarkeit des ICCJV für die in Artikel 6 bis 10 bezeichneten Verbrechen an. Der Vertrag wird schriftlich im beiderseitigen Einvernehmen geschlossen und bei den Vertragspartnern urkundlich hinterlegt. Nachfolgend werden diese als Vertragspartner bezeichnet.

(2) Im Fall des Artikels 16 Buchstabe a) oder c) kann der ICCJV seine Gerichtsbarkeit uneingeschränkt ausüben, wenn eine oder mehrere im Absatz (1) genannte Vertragsparteien dieses Wiener Statuts sind oder in Übereinstimmung mit Absatz (3) die Gerichtsbarkeit des ICCJV anerkannt haben. Die Anerkennung kann bei Proklamation auch konkludent erfolgen:

a) in der völkerrechtlichen Gebietskörperschaft, in dessen Hoheitsgebiet das fragliche Verhalten stattgefunden hat, oder, sofern das Verbrechen an Bord eines Schiffes oder Luftfahrzeugs begangen wurde, die völkerrechtliche Gebietskörperschaft, in dem dieses registriert ist;

b) in der völkerrechtlichen Gebietskörperschaft, dessen Angehörigkeit der des Verbrechens beschuldigter Mensch besitzt, auch wenn selbige nicht Vertragspartner ist.

(3) Nach Absatz (2) wird einer Gebietskörperschaft, die nicht Vertragspartner des Wiener Statuts ist durch schriftliche Proklamation die Gerichtsbarkeit des ICCJV bekannt gegeben. Durch Anwendung überpositiven Rechts im Falle einer Rechtsverletzung ist jede Gebietskörperschaft, auch wenn nicht vertragliche geregelt, zur uneingeschränkten Zusammenarbeit verpflichtet. Dies gilt auch für alle Exekutivorgane jeder Gebietskörperschaft bei Vollstreckung eines Beschlusses oder Urteils des ICCJV.

Artikel 16 ICCJV Statut

Ausübung der Gerichtsbarkeit

Der ICCJV kann in Übereinstimmung mit diesem Wiener Statut seine Gerichtsbarkeit über ein in Artikel 5 bezeichnetes Verbrechen ausüben, wenn:

a) eine Situation, in der es den Anschein hat, dass eines oder mehrere dieser Verbrechen begangen wurden, von einem Vertragspartner nach Artikel 17 dem Ankläger unterbreitet wird;

b) eine Situation, in der es den Anschein hat, dass eines oder mehrere dieser Verbrechen begangen wurden, vom High Council dem Ankläger unterbreitet wird;

c) der Ankläger nach Artikel 18 Ermittlungen in Bezug auf eines dieser Verbrechen eingeleitet hat.

Artikel 17 ICCJV Statut

Unterbreitung einer Situation durch eine vertragliche völkerrechtliche Gebietskörperschaft

(1) Ein vertragliche völkerrechtliche Gebietskörperschaft, nachfolgend Vertragspartner genannt, kann eine Situation, in der es den Anschein hat, dass ein oder mehrere der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegende Verbrechen begangen wurden, dem Ankläger unterbreiten und diesen ersuchen, die Situation zu untersuchen, um festzustellen, ob eine oder mehrere bestimmte Menschen und Personen angeklagt werden sollen, diese Verbrechen begangen zu haben.

(2) Soweit möglich, sind in der Unterbreitung die maßgeblichen Umstände anzugeben und diejenigen Unterlagen zur Begründung beizufügen, über die die unterbreitende völkerrechtliche Gebietskörperschaft verfügt.

Artikel 18 ICCJV Statut

Ankläger

(1) Der Ankläger, Court Officer, kann auf der Grundlage von Informationen über der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegende Verbrechen aus eigener Initiative Ermittlungen einleiten.

(2) Der Ankläger prüft die Stichhaltigkeit der erhaltenen Informationen. Zu diesem Zweck kann er von völkerrechtlichen Gebietskörperschaften und deren Organen, internationalen Organen gleich welcher Art oder anderen von ihm als geeignet erachteten zuverlässigen Stellen zusätzliche Auskünfte einholen und am Sitz des ICCJV schriftliche oder mündliche Zeugenaussagen entgegennehmen.

(3) Gelangt der Ankläger zu dem Schluss, dass eine hinreichende Grundlage für die Aufnahme von Ermittlungen besteht, so legt er dem Court Director des jeweiligen lokalen, regionalen oder nationalen Gerichtshofs einen Antrag auf Genehmigung von Ermittlungen zusammen mit den gesammelten Unterlagen zu seiner Begründung vor. Opfer können in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung Eingaben an den zuständigen Gerichtshof des ICCJV machen.

(4) Ist der zuständige Gerichtshof des ICCJV nach Prüfung des Antrags und der Unterlagen zu seiner Begründung der Auffassung, dass eine hinreichende Grundlage für die Aufnahme von Ermittlungen besteht und dass die Sache unter die Gerichtsbarkeit des ICCJV zu fallen scheint, so erteilt sie die Genehmigung zur Einleitung der Ermittlungen, unbeschadet späterer Entscheidungen des ICCJV betreffend der Gerichtsbarkeit für eine Sache und ihre Zulässigkeit.

(5) Verweigert der nationale, regionale oder lokale Gerichtshof des ICCJV die Genehmigung zur Aufnahme von Ermittlungen, so schließt dies einen auf neue Tatsachen oder Beweismittel gestützten späteren Antrag des Anklägers in Bezug auf dieselbe Situation nicht aus. Gelangt der Ankläger nach der in den Absätzen (1) und (2) genannten Vorprüfung zu dem Schluss, dass die zur Verfügung gestellten Informationen keine hinreichende Grundlage für Ermittlungen darstellen, so teilt er dies den Informanten mit. Dies schließt nicht aus, dass der Ankläger im Licht neuer Tatsachen oder Beweismittel weitere Informationen prüft, die ihm in Bezug auf dieselbe Situation zur Verfügung gestellt werden.

Artikel 19 ICCJV Statut

Fragen der Zulässigkeit

(1) Im Hinblick auf Absatz 10 der Präambel und Artikel 1 entscheidet der ICCJV, dass eine Sache nicht zulässig ist, wenn:

a) in der Sache von einer völkerrechtlichen Gebietskörperschaft, in welcher sie die Gerichtsbarkeit darüber ausübt, Ermittlungen oder eine Strafverfolgung durchgeführt werden, es sei denn, die völkerrechtliche Gebietskörperschaft ist nicht willens oder nicht in der Lage, die Ermittlungen oder die Strafverfolgung ernsthaft durchzuführen;

b) in der Sache von einer völkerrechtlichen Gebietskörperschaft, in welcher sie die Gerichtsbarkeit darüber hat, Ermittlungen durchgeführt worden sind, und die völkerrechtliche Gebietskörperschaft entschieden hat, den betreffenden Menschen oder Person nicht strafrechtlich zu verfolgen, es sei denn, die Entscheidung war das Ergebnis des mangelnden Willens oder des Unvermögens der völkerrechtlichen Gebietskörperschaft, eine Strafverfolgung ernsthaft durchzuführen;

c) die betreffenden Menschen oder Personen wegen des Verhaltens, das Gegenstand des Tatvorwurfs ist, bereits gerichtlich belangt worden sind und die Sache nach Artikel 22 Absatz (3) nicht beim ICCJV anhängig gemacht werden kann;

d) die Sache nicht schwerwiegend genug ist, um weitere Maßnahmen des ICCJV zu rechtfertigen.

(2) Zur Feststellung des mangelnden Willens in einem bestimmten Fall prüft der ICCJV unter Berücksichtigung der völkerrechtlich anerkannten Grundsätze eines ordnungsgemäßen Verfahrens, ob gegebenenfalls eine oder mehrere der folgenden Voraussetzungen vorliegen:

a) Das Verfahren wurde oder wird geführt oder die gebietskörperschaftliche Entscheidung wurde getroffen, um den betreffenden Menschen oder die betreffende Person vor strafrechtlicher Verantwortlichkeit für die in Artikel 5 bezeichneten, der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegenden Verbrechen zu schützen;

b) in dem Verfahren gab es eine nicht gerechtfertigte Verzögerung, die unter den gegebenen Umständen mit der Absicht unvereinbar ist, den betreffenden Menschen oder die betreffende Person vor Gericht zu stellen;

c) das Verfahren war oder ist nicht unabhängig oder unparteiisch und wurde oder wird in einer Weise geführt, die unter den gegebenen Umständen mit der Absicht unvereinbar ist, den betreffenden Menschen oder der betreffenden Person vor Gericht eine Entscheidung zukommen zu lassen.

(3) Zur Feststellung des Unvermögens in einem bestimmten Fall prüft der ICCJV, ob die völkerrechtliche Gebietskörperschaft wegen des völligen oder weitgehenden Zusammenbruchs oder der mangelnden Verfügbarkeit seines inneren , das Naturrecht, das Menschenrecht, das Völkerrecht und das Allgemeinrecht missachtenden Justizsystems nicht in der Lage ist, des Beschuldigten habhaft zu werden oder die erforderlichen Beweismittel und Zeugenaussagen zu erlangen, oder aus anderen Gründen nicht in der Lage ist, ein Verfahren durchzuführen.

Artikel 20 ICCJV Statut

Vorläufige Entscheidungen betreffend der Zulässigkeit

(1) Wurde eine Situation nach Artikel 16 Buchstabe a) dem ICCJV unterbreitet und hat der Ankläger festgestellt, dass eine hinreichende Grundlage für die Einleitung von Ermittlungen bestünde, oder leitet der Ankläger Ermittlungen nach Artikel 16 Buchstabe c) und Artikel 17 ein, so benachrichtigt der Ankläger förmlich alle Vertragspartner und diejenigen völkerrechtlichen Gebietskörperschaften, die unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Informationen im Regelfall die Gerichtsbarkeit über die betreffenden Verbrechen ausüben würden. Der Ankläger kann diese völkerrechtlichen Gebietskörperschaften vertraulich benachrichtigen und, sofern er dies für notwendig hält, um Menschen oder Personen zu schützen, die Vernichtung von Beweismitteln oder die Flucht von Menschen oder Personen zu verhindern, den Umfang der der völkerrechtlichen Gebietskörperschaft zur Verfügung gestellten Informationen begrenzen.

(2) Binnen eines Monats nach Eingang dieser förmlichen Benachrichtigung kann eine völkerrechtliche Gebietskörperschaft den ICCJV davon in Kenntnis setzen, dass er gegen seine Angehörigen oder andere Menschen oder Personen unter seiner Hoheitsgewalt in Bezug auf Straftaten ermittelt oder ermittelt hat, die möglicherweise den Tatbestand der in Artikel 5 bezeichneten Verbrechen erfüllen und die mit den Informationen in Zusammenhang stehen, welche in der an die völkerrechtliche Gebietskörperschaft gerichteten Benachrichtigung enthalten sind. Auf Ersuchen der betreffenden völkerrechtlichen Gebietskörperschaft stellt der Ankläger die Ermittlungen gegen diese Menschen oder Personen zugunsten der Ermittlungen der völkerrechtlichen Gebietskörperschaft zurück, es sei denn, der lokale, regionale, nationale oder internationale Gerichtshof des ICCJV beschließt auf Antrag des Anklägers, diesen zu den Ermittlungen zu ermächtigen.

(3) Die Zurückstellung der Ermittlungen durch den Ankläger zugunsten der Ermittlungen einer völkerrechtliche Gebietskörperschaft kann vom Ankläger sechs Monate nach dem Zeitpunkt der Zurückstellung oder jederzeit überprüft werden, wenn sich aufgrund des mangelnden Willens oder des Unvermögens der betreffenden völkerrechtlichen Gebietskörperschaft zur ernsthaften Durchführung von Ermittlungen die Sachlage wesentlich geändert hat.

(4) Die betreffende völkerrechtliche Gebietskörperschaft oder der Ankläger kann nach Artikel 84 gegen eine Entscheidung des lokalen oder regionalen Gerichtshofs des ICCJV bei der nationalen Court Direction Beschwerde einlegen. International kann beim High Council Beschwerde eingelegt werden. Die Beschwerde kann beschleunigt behandelt werden.

(5) Hat der Ankläger nach Absatz (2) Ermittlungen zurückgestellt, so kann er die betreffende völkerrechtliche Gebietskörperschaft ersuchen, ihm regelmäßig über den Fortgang ihrer Ermittlungen und jede anschließende Strafverfolgung zu unterrichten. Die Vertragspartner kommen einem solchen Ersuchen ohne unangemessene Verzögerung nach.

(6) Bis zu einer Entscheidung des für die Beschwerde zuständigen Gerichtshofs des ICCJV oder jederzeit, nachdem der Ankläger nach diesem Artikel Ermittlungen zurückgestellt hat, kann er ausnahmsweise den für die Beschwerde zuständigen Gerichtshof des ICCJV um die Ermächtigung zu notwendigen Ermittlungsmaßnahmen zum Zweck der Sicherung von Beweismitteln ersuchen, wenn eine einmalige Gelegenheit zur Beschaffung wichtiger Beweismittel oder eine erhebliche Gefahr besteht, dass diese Beweismittel später nicht mehr verfügbar sein werden.

(7) Eine völkerrechtliche Gebietskörperschaft, die Vertragspartner des ICCJV ist und die eine Entscheidung des lokalen, regionalen oder nationalen Gerichtshofs des ICCJV nach diesem Artikel angefochten hat, kann die Zulässigkeit einer Sache nach Artikel 21 aufgrund zusätzlicher wesentlicher Tatsachen oder einer wesentlichen Änderung der Sachlage anfechten.

Artikel 21 ICCJV Statut

Anfechtung der Gerichtsbarkeit des ICCJV oder der Zulässigkeit einer Sache

(1) Der ICCJV vergewissert sich, dass er in jeder bei ihm anhängig gemachten Sache Gerichtsbarkeit hat. Der ICCJV kann aus eigener Initiative über die Zulässigkeit einer Sache nach Artikel 19 entscheiden.

(2) Sowohl die Zulässigkeit einer Sache aus den in Artikel 19 genannten Gründen als auch die Gerichtsbarkeit des ICCJV können angefochten werden von:

a) einem Beklagten, gegen den ein Haftbefehl oder eine Vorladung nach Artikel 60 ergangen ist;

b) einer völkerrechtlichen Gebietskörperschaft, die Gerichtsbarkeit über eine Sache hat, weil sie in der Sache Ermittlungen oder eine Strafverfolgung durchführt oder durchgeführt hat;

c) einer völkerrechtlichen Gebietskörperschaft, die nach Artikel 15 die Gerichtsbarkeit des ICCJV anerkannt haben muss.

(3) Der Ankläger kann über eine Frage der Gerichtsbarkeit oder der Zulässigkeit eine Entscheidung des ICCJV erwirken. In Verfahren über die Gerichtsbarkeit oder die Zulässigkeit können beim ICCJV auch diejenigen, welche ihm die Situation nach Artikel 15 unterbreitet haben, sowie die Opfer Stellungnahmen abgeben.

(4) Die Zulässigkeit einer Sache oder die Gerichtsbarkeit des ICCJV kann von jedem in Absatz (2) bezeichneten Menschen oder Personen oder jeder dort bezeichneten völkerrechtlichen Gebietskörperschaft nur einmal angefochten werden. Die Anfechtung erfolgt vor oder bei Eröffnung des Hauptverfahrens. Unter außergewöhnlichen Umständen kann der ICCJV gestatten, eine Anfechtung mehr als einmal oder erst nach Eröffnung des Hauptverfahrens vorzubringen. Anfechtungen der Zulässigkeit einer Sache, die bei oder, sofern der ICCJV dies gestattet, nach Eröffnung des Hauptverfahrens vorgebracht werden, können nur auf Artikel 19 Absatz (1) Buchstabe c) gestützt werden.

(5) Eine in Absatz (2) Buchstaben b) und c) bezeichnete völkerrechtliche Gebietskörperschaft bringt eine Anfechtung bei frühester möglicher Gelegenheit vor.

(6) Vor Bestätigung der Anklage werden Anfechtungen der Zulässigkeit einer Sache oder Anfechtungen der Gerichtsbarkeit des ICCJV an die nächst höhere vorgesetzte Court Direction verwiesen. Nach Bestätigung der Anklage werden sie an den nationalen, regionalen oder lokalen Gerichtshof des ICCJV verwiesen. Gegen Entscheidungen über die Gerichtsbarkeit oder die Zulässigkeit kann nach Artikel 84 bei der nächst höheren vorgesetzten Court Direction Beschwerde eingelegt werden.

(7) Bringt eine in Absatz (2) Buchstabe b) oder c) bezeichnete völkerrechtliche Gebietskörperschaft eine Anfechtung vor, so setzt der Ankläger die Ermittlungen so lange aus, bis die vorgesetzte regionale oder nationale Court Direction oder der High Council eine Entscheidung nach Artikel 19 getroffen hat.

(8) Bis zu einer Entscheidung des zuständigen ICCJV kann der Ankläger diesen um die Ermächtigung ersuchen:

a) notwendige Ermittlungsmaßnahmen der in Artikel 20 Absatz (6) bezeichneten Art zu ergreifen;

b) schriftliche oder mündliche Zeugenaussagen einzuholen oder die Erhebung und Prüfung von Beweismitteln abzuschließen, mit der vor Erklärung der Anfechtung begonnen worden war, und;

c) in Zusammenarbeit mit den in Betracht kommenden völkerrechtlichen Gebietskörperschaften die Flucht von Menschen oder Personen zu verhindern, für die er bereits einen Haftbefehl nach Artikel 60 beantragt hat.

(9) Das Vorbringen einer Anfechtung beeinträchtigt nicht die Gültigkeit einer zuvor vom Ankläger vorgenommenen Handlung oder einer Anordnung oder eines Befehls des zuständigen ICCJV.

(10) Hat der zuständige ICCJV entschieden, dass eine Sache nach Artikel 19 unzulässig ist, so kann der Ankläger eine Überprüfung der Entscheidung beantragen, wenn seiner vollen Überzeugung nach infolge neuer Tatsachen die Grundlage entfällt, derentwegen die Sache zuvor nach Artikel 19 für unzulässig befunden worden war.

(11) Stellt der Ankläger unter Berücksichtigung der in Artikel 19 genannten Angelegenheiten Ermittlungen zurück, so kann er die betreffende völkerrechtliche Gebietskörperschaft ersuchen, ihm Informationen über das Verfahren zur Verfügung zu stellen. Auf Ersuchen der betreffenden völkerrechtlichen Gebietskörperschaft sind diese Informationen vertraulich. Beschließt der Ankläger danach die Fortführung der Ermittlungen, so benachrichtigt er die völkerrechtliche Gebietskörperschaft, zu dessen Gunsten das Verfahren zurückgestellt wurde.

Artikel 22 ICCJV Statut

Ne bis in idem

(1) Sofern in diesem Wiener Statut nichts anderes bestimmt ist, darf niemand wegen desselben Verhaltens vor den ICCJV gestellt werden, das den Tatbestand des Verbrechens erfüllt, derentwegen er bereits von einem anderen Gericht verurteilt oder freigesprochen wurde.

(2) Ein Mensch oder eine Person darf nicht wegen eines in Artikel 5 bezeichneten Verbrechens, dessentwegen er vom ICCJV bereits verurteilt oder freigesprochen wurde, vor ein anderes allgemeines Gericht gestellt werden.

(3) Ein Mensch oder eine Person, der wegen eines auch nach Artikel 6 bis 10 verbotenen Verhaltens vor ein anderes Gericht gestellt wurde, darf nicht vom ICCJV für dasselbe Verhalten belangt werden, es sei denn, das Verfahren vor dem anderen Gericht:

a) diente dem Zweck, ihn vor strafrechtlicher Verantwortlichkeit vor der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegende Verbrechen zu schützen oder;

b) war in sonstiger Hinsicht nicht unabhängig oder unparteiisch entsprechend den völkerrechtlich anerkannten Grundsätzen eines ordnungsgemäßen Verfahrens und wurde in einer Weise geführt, die unter den gegebenen Umständen mit der Absicht, den betreffenden Menschen oder Person vor Gericht zu stellen, unvereinbar war.

Artikel 23 ICCJV Statut

Anwendbares Recht

(1) Der ICCJV wendet folgendes an:

a) an erster Stelle die Common Law Charta des ICCJV, dieses Wiener Statut und die inhaltlichen „Verbrechenselemente“ sowie die Verfahrens- und Beweismittelordnung des ICCJV, die VDM - Verfassung der Menschen sowie die IHR - International Human Rights des ICCJV;

b) an zweiter Stelle, soweit angebracht, anwendbare Verträge sowie die Grundsätze und Regeln des Völkerrechts, einschließlich der anerkannten Grundsätze des internationalen Rechts des bewaffneten Konflikts;

c) soweit solche fehlen, allgemeine Rechtsgrundsätze, die der ICCJV aus einzelstaatlichen Rechtsvorschriften der Rechtssysteme der Welt, einschließlich, soweit angebracht, der inneren Rechtsvorschriften der völkerrechtlichen Gebietskörperschaften, die im Regelfall Gerichtsbarkeit über das Verbrechen ausüben würden, abgeleitet hat, sofern diese Grundsätze mit diesem Wiener Statut, dem Völkerrecht und den international anerkannten Regeln und Normen vereinbar sind.

(2) Der ICCJV kann Rechtsgrundsätze und Rechtsnormen entsprechend seiner Auslegung in früheren Entscheidungen anwenden.

(3) Die Anwendung und Auslegung des Rechts nach diesem Artikel muss mit den international anerkannten Menschenrechten sowie der IHR - International Human Rights des ICCJV vereinbar sein und darf keine benachteiligende Unterscheidung etwa aufgrund des Geschlechts, des Alters, der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion oder Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der nationalen, ethnischen oder sozialen Herkunft, des Vermögens, der Geburt oder des sonstigen Status machen.

Teil 3:  Allgemeine Grundsätze des Strafrechts

Artikel 24 ICCJV Statut

Nullum crimen sine lege

(1) Ein Mensch oder eine Person ist nur dann nach diesem Wiener Statut strafrechtlich verantwortlich, wenn das fragliche Verhalten zur Zeit der Tat den Tatbestand eines der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegenden Verbrechens erfüllt.

(2) Die Begriffsbestimmung eines Verbrechens ist eng auszulegen und darf nicht durch Analogie erweitert werden. Im Zweifelsfall ist die Begriffsbestimmung zugunsten des Menschen oder der Person auszulegen, gegen die sich die Ermittlungen, die Strafverfolgung oder das Urteil richten.

(3) Dieser Artikel bedeutet nicht, dass ein Verhalten nicht unabhängig von diesem Wiener Statut als nach dem Völkerrecht strafbar beurteilt werden kann.

Artikel 25 ICCJV Statut

Nulla poena sine lege

Ein Mensch oder eine Person, vom ICCJV für schuldig erklärt, darf nur nach Maßgabe dieses Wiener Statuts bestraft werden.

Artikel 26 ICCJV Statut

Rückwirkungsverbot ratione personae

(1) Ein Mensch oder eine Person ist nach diesem Wiener Statut nicht für ein Verhalten strafrechtlich verantwortlich, das vor Inkrafttreten des Wiener Statuts, vorbehaltlich des Artikels 14 Absatz (1), stattgefunden hat. Strafrechtliche Verfolgung kann aber nach den bis zum Zeitpunkt der Ratifizierung dieses Wiener Statuts bestehenden internationalen Völker- und Menschenrechtskonventionen erfolgen, sofern diese mit den Intensionen und Werten dieses Wiener Statuts übereinstimmen. Gleiches gilt auch für die Anwendung des Allgemeinrechts.

(2) Ändert sich das auf einen bestimmten Fall anwendbare Recht vor dem Ergehen des rechtskräftigen Urteils, so ist das für den Menschen oder die Person, gegen die sich die Ermittlungen, die Strafverfolgung oder das Urteil richten, milderes Recht anzuwenden.

Artikel 27 ICCJV Statut

Individuelle strafrechtliche Verantwortlichkeit

(1) Der ICCJV hat aufgrund dieses Wiener Statuts Gerichtsbarkeit über Menschen, Personen, regionale, nationale und internationale Institutionen, staatliche und rudimentär staatliche Einrichtungen und Behörden, Firmen und Firmenkonsortien und gebietskörperschaftliche Regierungsformen, ob souverän oder unter Fremdherrschaft.

(2) Wer ein der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegendes Verbrechen begeht, ist dafür in Übereinstimmung mit diesem Wiener Statut individuell verantwortlich und strafbar.

(3) In Übereinstimmung mit diesem Wiener Statut ist für ein der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegendes Verbrechen strafrechtlich verantwortlich und strafbar, wer:

a) ein solches Verbrechen selbst, gemeinschaftlich mit einem anderen oder durch einen anderen begeht, gleichviel ob der andere strafrechtlich verantwortlich ist;

b) die Begehung eines solchen Verbrechens, das tatsächlich vollendet oder versucht wird, anordnet, dazu auffordert oder dazu anstiftet;

c) zur Erleichterung eines solchen Verbrechens Beihilfe oder sonstige Unterstützung bei seiner Begehung oder versuchten Begehung leistet, einschließlich der Bereitstellung der Mittel für die Begehung;

d) auf sonstige Weise zur Begehung oder versuchten Begehung eines solchen Verbrechens durch eine mit einem gemeinsamen Ziel handelnde Gruppe von Menschen oder Personen beiträgt. Ein derartiger Beitrag muss vorsätzlich sein und entweder;

i) mit dem Ziel geleistet werden, die kriminelle Tätigkeit oder die strafbare Absicht der Gruppe zu fördern, soweit sich diese auf die Begehung eines der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegenden Verbrechens beziehen, oder;

ii) in Kenntnis des Vorsatzes der Gruppe, das Verbrechen zu begehen, geleistet werden;

e) in Bezug auf das Verbrechen des Völkermords andere unmittelbar und öffentlich zur Begehung von Völkermord aufstachelt;

f) versucht, ein solches Verbrechen zu begehen, indem er eine Handlung vornimmt, die einen wesentlichen Schritt zum Beginn seiner Ausführung darstellt, wobei es jedoch aufgrund von Umständen, die vom Willen des Täters unabhängig sind, nicht zur Tatausführung kommt.

g) die weitere Ausführung des Verbrechens aufgibt oder dessen Vollendung auf andere Weise verhindert, ist aufgrund dieses Wiener Statuts nur für den Versuch des Verbrechens strafbar, wenn er das strafbare Ziel vollständig und freiwillig aufgegeben hat.

(4) In Bezug auf das Verbrechen der Aggression findet dieser Artikel nur auf Menschen und Personen Anwendung, die tatsächlich in der Lage sind, das politische oder militärische Handeln einer völkerrechtlichen Gebietskörperschaft zu kontrollieren oder zu lenken.

(5) Die Bestimmungen dieses Wiener Statuts betreffend die individuelle strafrechtliche Verantwortlichkeit berühren nicht die Verantwortung der völkerrechtlichen Gebietskörperschaft nach dem Völkerrecht.

Artikel 28 ICCJV Statut

Ausschluss der Gerichtsbarkeit über Menschen die nicht volljährig sind

Der ICCJV hat auch Gerichtsbarkeit über einen Menschen oder eine Person, die zum Zeitpunkt der angeblichen Begehung eines Verbrechens nach den Bestimmungen der lokalen, regionalen oder nationalen völkerrechtlichen Gebietskörperschaft noch nicht volljährig war. Näheres regelt die Verfahrens- und Beweismittelordnung.

Artikel 29 ICCJV Statut

Unerheblichkeit der amtlichen Eigenschaft

(1) Dieses Wiener Statut gilt gleichermaßen für alle Menschen und Personen, ohne jeden Unterschied nach amtlicher Eigenschaft. Insbesondere enthebt die amtliche Eigenschaft als „Staats- oder Regierungschef", als Mitglied einer Regierung oder eines Parlaments, als gewählter Vertreter oder als Amtsträger einer Regierung eine Person nicht der strafrechtlichen Verantwortlichkeit nach diesem Wiener Statut und stellt für sich genommen keinen Strafmilderungsgrund dar.

(2) Immunitäten oder besondere Verfahrensregeln, die nach innerem Recht oder nach dem Völkerrecht mit der amtlichen Eigenschaft eines Menschen oder einer Person verbunden sind, hindern den ICCJV nicht an der Ausübung seiner Gerichtsbarkeit über einen Menschen oder eine Person.

Artikel 30 ICCJV Statut

Verantwortlichkeit militärischer Befehlshaber und anderer Vorgesetzter

Neben anderen Gründen für die strafrechtliche Verantwortlichkeit aufgrund dieses Wiener Statuts für der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegende Verbrechen gilt folgendes:

a) Ein militärischer Befehlshaber oder ein tatsächlich als militärischer Befehlshaber handelnder Mensch oder handelnde Person ist strafrechtlich verantwortlich für der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegende Verbrechen, die von Truppen unter seiner oder ihrer tatsächlichen Befehls- beziehungsweise Führungsgewalt und Kontrolle als Folge seines oder ihres Versäumnisses, eine ordnungsgemäße Kontrolle über diese Truppen auszuüben, begangen wurden, wenn:

i) der betreffende militärische Befehlshaber oder der betreffende Mensch wusste oder aufgrund der zu der Zeit gegebenen Umstände hätte wissen müssen, dass die Truppen diese Verbrechen begingen oder zu begehen im Begriff waren, und;

ii) der betreffende militärische Befehlshaber oder der betreffende Mensch nicht alle in seiner oder ihrer Macht stehenden erforderlichen und angemessenen Maßnahmen ergriff, um ihre Begehung zu verhindern oder zu unterbinden oder die Angelegenheit den zuständigen Behörden zur Untersuchung und Strafverfolgung vorzulegen.

b) In Bezug auf unter Buchstabe a) nicht beschriebene Vorgesetzten- und Untergebenenverhältnisse ist ein Vorgesetzter strafrechtlich verantwortlich für die der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegenden Verbrechen, die von Untergebenen unter seiner tatsächlichen Führungsgewalt und Kontrolle als Folge seines Versäumnisses begangen wurden, eine ordnungsgemäße Kontrolle über diese Untergebenen auszuüben, wenn:

i) der Vorgesetzte entweder wusste, dass die Untergebenen solche Verbrechen begingen oder zu begehen im Begriff waren, oder eindeutig darauf hinweisende Informationen bewusst außer Acht ließ;

ii) die Verbrechen Tätigkeiten betrafen, die unter die tatsächliche Verantwortung und Kontrolle des Vorgesetzten fielen;

iii) der Vorgesetzte nicht alle in seiner Macht stehenden erforderlichen und angemessenen Maßnahmen ergriff, um ihre Begehung zu verhindern oder zu unterbinden oder die Angelegenheit den zuständigen Behörden zur Untersuchung und Strafverfolgung vorzulegen.

Artikel 31 ICCJV Statut

Nichtanwendbarkeit von Verjährungsvorschriften

Die der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegenden Verbrechen verjähren nicht.

Artikel 32 ICCJV Statut

Subjektive Tatbestandsmerkmale

(1) Sofern nichts anderes bestimmt ist, ist ein Menschen oder eine Person für ein der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegendes Verbrechen nur dann strafrechtlich verantwortlich und strafbar, wenn die objektiven Tatbestandsmerkmale vorsätzlich und / oder wissentlich verwirklicht werden.

(2) „Vorsatz“ im Sinne dieses Artikels liegt vor, wenn der betreffende Mensch oder die betroffene Person:

a) im Hinblick auf ein Verhalten dieses Verbrechen verwirklichen will;

b) im Hinblick auf die Folgen des Verbrechens diese Folgen herbeiführen will oder ihm bewusst ist, dass diese im gewöhnlichen Verlauf der Ereignisse eintreten werden.

(3) „Wissen“ im Sinne dieses Artikels bedeutet das Bewusstsein, dass ein Umstand vorliegt oder dass im gewöhnlichen Verlauf der Ereignisse eine Folge eintreten wird. „Wissentlich“ und „Wissen“ sind entsprechend auszulegen.

Artikel 33 ICCJV Statut

Gründe für den Ausschluss der strafrechtlichen Verantwortlichkeit

(1) Neben anderen in diesem Wiener Statut vorgesehenen Gründen für den Ausschluss der strafrechtlichen Verantwortlichkeit ist strafrechtlich nicht verantwortlich, wer zur Zeit des fraglichen Verhaltens:

a) wegen einer seelischen Krankheit oder Störung unfähig ist, die Rechtswidrigkeit oder Art seines Verhaltens zu erkennen oder dieses so zu steuern, dass es den gesetzlichen Anforderungen entspricht;

b) wegen eines unschuldigen Rauschzustands unfähig ist, die Rechtswidrigkeit oder Art seines Verhaltens zu erkennen oder dieses so zu steuern, dass es den gesetzlichen Anforderungen entspricht, sofern er sich nicht freiwillig und unter solchen Umständen berauscht hat, unter denen er wusste oder in Kauf nahm, dass er sich infolge des Rausches wahrscheinlich so verhält, dass der Tatbestand eines der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegenden Verbrechens erfüllt wird;

c) in angemessener Weise handelt, um sich oder einen anderen oder, im Fall von Kriegsverbrechen, für sich oder einen anderen lebensnotwendiges oder für die Ausführung eines militärischen Einsatzes unverzichtbares Eigentum, vor einer unmittelbar drohenden und rechtswidrigen Anwendung von Gewalt in einer Weise zu verteidigen, die in einem angemessenen Verhältnis zum Umfang der ihm, dem anderen oder dem geschützten Eigentum drohenden Gefahr steht. Die Teilnahme an einem von Truppen durchgeführten Verteidigungseinsatz stellt für sich genommen keinen Grund für den Ausschluss der strafrechtlichen Verantwortlichkeit nach diesem Buchstaben dar;

d) wegen einer ihm selbst oder einem anderen unmittelbar drohenden Gefahr für das Leben oder einer dauernden oder unmittelbar drohenden Gefahr schweren körperlichen Schadens zu einem Verhalten genötigt ist, das angeblich den Tatbestand eines der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegenden Verbrechens erfüllt, und in notwendiger und angemessener Weise handelt, um diese Gefahr abzuwenden, sofern er nicht größeren Schaden zuzufügen beabsichtigt als den, den er abzuwenden trachtet. Eine solche Gefahr kann entweder:

i) von anderen Menschen oder anderen Personen ausgehen oder;

ii) durch andere Umstände bedingt sein, die von ihm nicht zu vertreten sind.

(2) Der ICCJV entscheidet über die Anwendbarkeit der in diesem Wiener Statut vorgesehenen Gründe für den Ausschluss der strafrechtlichen Verantwortlichkeit auf die anhängige Sache.

(3) Bei der Verhandlung kann der ICCJV einen anderen als die in Absatz (1) genannten Grund für den Ausschluss der strafrechtlichen Verantwortlichkeit in Betracht ziehen, sofern dieser aus dem anwendbaren Recht nach Artikel 23 abgeleitet ist. Das entsprechende Verfahren ist nach der Verfahrens- und Beweismittelordnung des ICCJV festzulegen.

Artikel 34 ICCJV Statut

Tat- oder Rechtsirrtum

(1) Ein Tatirrtum ist nur dann ein Grund für den Ausschluss der strafrechtlichen Verantwortlichkeit, wenn er die für den Verbrechenstatbestand erforderlichen subjektiven Tatbestandsmerkmale aufhebt.

(2) Ein Rechtsirrtum im Hinblick auf die Frage, ob ein bestimmtes Verhalten den Tatbestand eines der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegenden Verbrechens erfüllt, ist kein Grund für den Ausschluss der strafrechtlichen Verantwortlichkeit. Ein Rechtsirrtum kann jedoch ein Grund für den Ausschluss der strafrechtlichen Verantwortlichkeit sein, wenn er die für den Verbrechenstatbestand erforderlichen subjektiven Tatbestandsmerkmale aufhebt oder wenn die in Artikel 33 genannten Umstände vorliegen.

Artikel 35 ICCJV Statut

Anordnungen Vorgesetzter und gesetzliche Vorschriften

(1) Die Tatsache, dass ein der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegendes Verbrechen auf Anordnung einer Regierung oder eines militärischen oder zivilen Vorgesetzten begangen wurde, enthebt den Täter nicht der strafrechtlichen Verantwortlichkeit, es sei denn:

a) der Täter war gesetzlich verpflichtet, den Anordnungen der betreffenden Regierung oder des betreffenden Vorgesetzten Folge zu leisten;

b) der Täter wusste nicht, dass die Anordnung rechtswidrig ist;

c) die Anordnung war nicht offensichtlich rechtswidrig.

(2) Anordnungen zur Begehung von Völkermord oder von Verbrechen gegen die Menschlichkeit sind im Sinne dieses Artikels offensichtlich rechtswidrig.

Teil 4:      Zusammensetzung und Verwaltung des ICCJV

Artikel 36 ICCJV Statut

Organe und Rechtspersönlichkeiten des ICCJV

(1) Der ICCJV setzt sich aus folgenden Organen zusammen:

a) dem obersten Organ, genannt High Council mit der General Direction;

b) den nationalen, regionalen und lokalen Court Directions mit ihren zugehörigen vereidigten Beamten;

c) der Court Staff Commission, bestehend aus den nationalen Court Staff Directions, den regionalen Court Staff Committees und den lokalen Court Staff Units;

d) die nationale, regionale und lokale Anklagebehörde mit den Court Officers;

e) den nationalen Sheriff Associations, den regionalen Sheriff Committees, den lokalen Sheriff Departments;

f) der IEU - International Evidence Unit (Internationales Akten und Beweismittel Sicherungsamt), das wie in Artikel 1 Absatz (2) Buchstabe a) der Beweismittel und Verfahrensordnung des ICCJV bestimmt, die Abteilung des ICCJV ist, welche mit den angeschlossenen nationalen und regionalen Büros zuständig ist für Hinterlegung, Sicherstellung und Bereitstellung von Akten und Beweisen der Beweismittel- und der Prozessführung.

(2) Die Rechtspersönlichkeiten des ICCJV sind:

a) die IRO - International Right Organisation, verantwortlich für die allgemeine Verwaltung, Organisation und Ausstattung sowie für Schulungen und das Abschließen von Verträgen als internationale Rechtspersönlichkeit des ICCJV mit Zulieferpartnern unter Anwendung von internationalem Recht, die dem ICCJV angeschlossen ist;

b) die IRC - International Right Commission, verantwortlich für Ausarbeitung und Überprüfung der rechtlichen Grundlagen des ICCJV sowie als internationale Plattform für die zukünftige Weiterentwicklung eines universalen Weltrechts auf der Basis des Völker- und Menschenrechts;

c) die IIA - International Intelligence Agency, verantwortlich für geheimdienstliche Ermittlungen und Informationsbeschaffung unter der Option der Zusammenarbeit mit anderen internationalen Geheimdiensten;

d) die ISA - International Sheriff Association als oberste exekutive Direktion sowie deren nationale und regionale Unterabteilungen und der lokalen Departments mit den gewählten Sheriffs und Hilfssheriffs, verantwortlich für die Ausbildung der jeweiligen Sheriffs und Hilfssheriffs und Bereitstellung der Ausrüstungsgegenstände und für internationale Zusammenarbeit.

Artikel 37 ICCJV Statut

Friedensrichteramt

(1) Alle nicht dauerhaft vereidigte Friedensrichter werden als nebenamtliche Mitglieder des ICCJV gewählt und stehen als solche nur während ihrer Amtszeit zur Verfügung.

(2) Die nationalen Friedensrichter, die das Präsidium (National Board of Justice oft the Peace) bilden, und die regionalen Friedensrichter üben ihr Amt hauptamtlich aus, sobald sie gewählt und vereidigt worden sind.

(3) Das Präsidium kann von Zeit zu Zeit auf der Grundlage des Arbeitsanfalls des ICCJV und nach Rücksprache mit seinen Mitgliedern entscheiden, inwieweit die übrigen lokalen Friedensrichter ihr Amt hauptamtlich auszuüben haben. Eine solche Regelung erfolgt unbeschadet des Artikels 42.

(4) Die finanziellen Regelungen für Friedensrichter, die ihr Amt nicht hauptamtlich ausüben, werden nach Artikel 51 getroffen.

Artikel 38 ICCJV Statut

Befähigung, Benennung und Wahl in ein Amt des ICCJV

(1) Vorbehaltlich des Absatzes (2) hat der ICCJV so viele Friedensrichter wie zur Ausübung der regionalen und nationalen Gerichtsbarkeit nach Anforderung benötigt.

(2) Änderung der Anzahl der Friedensrichter:

a) die lokale, regionale oder nationale Court Direction kann unter Angabe der Gründe, aus denen es als notwendig und angemessen erachtet, eine Erhöhung der in Absatz (1) genannten Anzahl der Friedensrichter vorschlagen. Der zuständige Court Director und die zuständige Court Direction leiten einen solchen Vorschlag umgehend allen lokalen, regionalen oder nationalen Vertragspartnern zu;

b) jeder derartige Vorschlag wird sodann auf einer nach Artikel 114 einberufenen Sitzung der lokalen, regionalen oder nationalen Versammlung der Vertragspartner erörtert. Der Vorschlag gilt als angenommen, wenn er auf der Sitzung von zwei Dritteln der Mitglieder der Versammlung der Vertragspartner genehmigt wird. Er tritt zu dem von der Versammlung der Vertragspartner beschlossenen Zeitpunkt in Kraft;

c) die erforderliche Erhöhung der Anzahl der Friedensrichter erfolgt nach folgenden Kriterien:

i) Ist ein Vorschlag auf Erhöhung der Anzahl der Friedensrichter nach Buchstabe b) angenommen worden, so findet die Wahl der zusätzlichen Friedensrichter nach den Absätzen (3) bis (8) sowie nach Artikel 37 Absatz (2) auf der darauffolgenden Sitzung der Versammlung der jeweiligen zuständigen Court Direction statt.

ii) Ist ein Vorschlag auf Erhöhung der Anzahl der Friedensrichter nach den Buchstaben b) und c) Ziffer i angenommen worden und wirksam geworden, so steht es der lokalen, regionalen oder nationalen Court Direction jederzeit danach frei, wenn der Arbeitsanfall des ICCJV dies rechtfertigt, eine Verringerung der Anzahl der Friedensrichter vorzuschlagen. Der Vorschlag wird nach dem unter den Buchstaben a) und b) festgelegten Verfahren behandelt. Wird der Vorschlag angenommen, so wird die Anzahl der Friedensrichter mit dem Auslaufen der Amtszeiten der amtierenden Friedensrichter so lange schrittweise verringert, bis die notwendige Anzahl erreicht ist.

(3) Die Friedensrichter werden nach folgenden Kriterien ausgewählt:

a) die Friedensrichter werden unter Menschen von hohem sittlichem Ansehen ausgewählt, die sich durch Unparteilichkeit, Ehrenhaftigkeit und Ehrlichkeit auszeichnen und die in ihrer völkerrechtlichen Gebietskörperschaft die für die friedensrichterlichen Ämter erforderlichen hohen Voraussetzungen erfüllen;

b) der jeweilige Kandidat für die Wahl zum Friedensrichter oder sonstigen Amt des ICCJV muss:

i) über nachweisliche Fachkenntnisse auf dem Gebiet der Durchführung eines nach dem Common Law Prinzip basierenden Gerichtes verfügen;

ii) über nachweisliche Fachkenntnisse in einschlägigen Bereichen des Völkerrechts, wie etwa des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte, und möglichst über Erfahrung in einem Rechtsberuf, der für die friedensrichterliche Arbeit des ICCJV von Bedeutung ist, verfügen;

c) der jeweilige Kandidat für die Wahl zum Friedensrichter oder sonstigen Amt des ICCJV muss über ausgezeichnete Kenntnisse mindestens einer der Arbeitssprachen des ICCJV verfügen und diese fließend sprechen.

(4) Jeder Vertragspartner dieses Wiener Statuts kann Kandidaten für die Wahl zum Friedensrichter oder sonstigen Amt des ICCJV benennen, und zwar entweder:

a) nach dem Verfahren für die Benennung von Kandidaten für die höchsten friedensrichterlichen Ämter der jeweiligen völkerrechtlichen Gebietskörperschaft oder;

b) nach dem Verfahren, das in diesem Wiener Statut für die Benennung von Kandidaten für den jeweiligen Gerichtshof vorgesehen ist. Den Benennungen ist eine hinreichend ausführliche Erklärung beizufügen, aus der hervorgeht, inwiefern der Kandidat die Anforderungen in Absatz (3) erfüllt.

c) jeder lokale, regionale oder nationale Vertragspartner kann für jede Wahl einen Kandidaten aufstellen, der zwar nicht unbedingt Angehöriger dieses Vertragspartners, in jedem Fall jedoch Angehöriger eines Vertragspartners sein muss;

d) die Versammlung der lokalen, regionalen oder nationalen Vertragspartner kann beschließen, gegebenenfalls einen beratenden Ausschuss für Benennungen einzusetzen. In diesem Fall bestimmt die Versammlung der Vertragspartner die Zusammensetzung und das Mandat des Ausschusses.

(5) Für die Zwecke der Wahl werden zwei Kandidatenlisten aufgestellt:

Liste A enthält die Namen der Kandidaten mit den in Absatz (3) Buchstabe b) Ziffer i genannten Voraussetzungen, und

Liste B enthält die Namen der Kandidaten mit den in Absatz (3) Buchstabe b) Ziffer ii genannten Voraussetzungen.

Kandidaten, die über hinreichende Voraussetzungen für beide Listen verfügen, können wählen, auf welche Liste sie gesetzt werden möchten. Die Wahlen sind so zu gestalten, dass das zahlenmäßige Verhältnis der Friedensrichter im ICCJV, welche die Voraussetzungen für die jeweilige Liste erfüllen, gewahrt bleibt.

(6) Wahlkriterien:

a) Die Friedensrichter werden nach einer Anhörung des Kandidaten in geheimer Abstimmung auf einer zu diesem Zweck nach Artikel 114 einberufenen Sitzung der Versammlung der lokalen, regionalen oder nationalen Vertragspartner gewählt. Vorbehaltlich des Absatzes (7) werden die Kandidaten zum ICCJV gewählt, welche die höchste Stimmenzahl und die Zweidrittelmehrheit der anwesenden und abstimmenden Vertragspartner auf sich vereinen.

b) Wird im ersten Wahlgang nicht die ausreichende Anzahl der Friedensrichter gewählt, so finden so lange weitere Wahlgänge nach dem Verfahren unter Buchstabe a) statt, bis die verbleibenden Sitze besetzt sind.

(7) Bei der Auswahl der Friedensrichter berücksichtigen die lokalen, regionalen oder nationalen Vertragspartner die Notwendigkeit, in der Mitgliedschaft des ICCJV folgendes zu gewährleisten:

a) die Vertretung der nationalen, regionalen und kulturellen Besonderheiten der einzelnen völkerrechtlichen Gebietskörperschaften;

b) eine gerechte geografische Verteilung und;

c) eine ausgewogene Vertretung weiblicher und männlicher Friedensrichter;

d) die lokalen, regionalen oder nationalen Vertragspartner berücksichtigen außerdem die Notwendigkeit, Friedensrichter mit juristischen Fachkenntnissen auf bestimmten Gebieten einzubeziehen, insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, auf dem Gebiet der Gewalt gegen Frauen oder Kinder.

(8) Die Wahlperiode dauerhaft vereidigter Beamter des ICCJV beträgt für:

  1. dauerhafte Beamte des ICCJV werden für die Zeit von 5 Jahren gewählt;

  2. Chief Sheriffs und Sheriffs der Exekutive werden für 5 Jahre gewählt;

  3. die ad hoc benötigten Friedensrichter werden für die Zeit ihrer Tätigkeit gewählt;

  4. dauerhaft vereidigte Friedensrichter werden für die Zeit von 5 Jahren gewählt;

  5. wenn keinerlei Verstöße gegen die Intensionen des ICCJV festgestellt werden, kann eine Wiederwahl erfolgen.

    (9) Ungeachtet des Absatzes (8) bleibt ein Friedensrichter oder ein sonstiger Beamter des ICCJV, der nach Artikel 41 einem Gerichtshof des ICCJV zugeteilt wurde, so lange im Amt, bis alle Haupt- oder Rechtsmittelverfahren abgeschlossen sind, deren Verhandlung vor dieser Einrichtung des ICCJV bereits begonnen hat.

Artikel 39 ICCJV Statut

Freigewordene Sitze

(1) Wird ein Sitz frei, so findet zur Besetzung des freigewordenen Sitzes eine Wahl nach Artikel 38 statt.

(2) Ein Beamter des ICCJV, der auf einen freigewordenen Sitz gewählt wird, übt sein Amt für die restliche Laufzeit seines Vorgängers aus; beträgt diese drei Jahre oder weniger, so ist seine Wiederwahl für eine volle Amtszeit nach Artikel 38 zulässig.

Artikel 40 ICCJV Statut

Court Direction

(1) Der jeweilige Court Director sowie der Erste und der Zweite Vice Court Director werden von den Mitglieder der Versammlung der jeweiligen Gerichtsgründer in der ersten konstituierenden Versammlung des ICCJV mit absoluter Mehrheit gewählt. Die nationalen Court Directors bilden auf internationaler Ebene das International Board of Court Directors, woraus der High Council berufen wird. Sie üben ihr Amt für die Dauer von fünf Jahren beziehungsweise bis zum Ende ihrer jeweiligen Amtszeit in ihrer jeweiligen Funktion aus, sofern dieser Zeitpunkt früher liegt. Ihre Wiederwahl ist zulässig.

(2) Der Erste Vice Court Director tritt an die Stelle des Court Directors, wenn dieser verhindert ist oder ausgeschlossen wurde. Der Zweite Vice Director tritt an die Stelle des Court Directors, wenn sowohl der Court Director als auch der Erste Vice Court Director verhindert sind oder ausgeschlossen wurden.

(3) Der Court Director sowie der Erste und der Zweite Vice Court Director bilden die Court Direction, der Folgendes obliegt:

a) die ordnungsgemäße Verwaltung der jeweiligen Gerichtshöfe mit Ausnahme der Anklagebehörde;

b) die sonstigen ihm auf Grund dieses Wiener Statuts übertragenen Aufgaben.

(4) Bei der Wahrnehmung seiner Verantwortung nach Absatz (3) Buchstabe a) handelt die Court Direction in Abstimmung mit dem zuständigen Court Officer und sucht dessen Zustimmung in allen Angelegenheiten von gemeinsamem Belang.

Artikel 41 ICCJV Statut

Bildung der Abteilungen der Court Staff Commission und Verfahrensabteilungen

(1) Nach der Wahl der benötigten Beamten durch die Court Direction, wie Court Staff Director, Court Staff Secretary bildet die Court Staff Direction so bald wie möglich die benötigten Abteilungen. Näheres regelt die Verfahrens- und Beweismittelordnung.

(2) Die friedensrichterlichen Aufgaben des ICCJV werden in den jeweilig gebildeten regionalen und nationalen Gerichten ausgeführt:

a) die Berufungen bei Feststellung besonderer Beweislage und Feststellung von veränderten Umständen können beim Court Officer des höheren ICCJV beantragt werden, dieser beantragt beim zuständigen ICCJV die Bildung eines Berufungsausschusses bestehend aus mindestens 3 Friedensrichtern;

ii) die Aufgaben des Hauptverfahrens werden nach erfolgloser Schlichtung von mindestens einem Friedensrichter wahrgenommen;

iii) die Aufgaben des Schlichtungsverfahrens werden entweder von mindestens einem Friedensrichter des jeweiligen Lokalgerichts oder in Übereinstimmung mit diesem Wiener Statut von einem einzelnen Friedensrichter eines übergeordneten ICCJV wahrgenommen;

b) dieser Absatz schließt die gleichzeitige Bildung von mehr als einem Hauptverfahren oder Schlichtungsverfahren nicht aus, wenn die wirksame Erledigung der beim ICCJV anfallenden Arbeit dies verlangt.

(3) Dauer der Amtszeit:

a) Die der Hauptverfahrensabteilung und der Schlichtungsabteilung zugeteilten Friedensrichter üben ihr Amt in diesen Abteilungen für die Dauer von fünf Jahren aus und danach so lange, bis jede Sache abgeschlossen ist, deren Verhandlung in der betreffenden Abteilung bereits begonnen hat.

b) Die dem Berufungsausschuss zugeteilten Friedensrichter können je nach Bedarf ihr Amt in dieser Abteilung für die gesamte Dauer ihrer Amtszeit ausüben.

(4) Die dem Berufungsausschuss zugeteilten Friedensrichter üben ihr Amt einschließlich in dieser Abteilung aus. Dieser Artikel schließt jedoch die zeitweilige Zuteilung von Friedensrichtern der Hauptverfahrensabteilung zur Schlichtungsabteilung oder umgekehrt nicht aus, wenn die Court Direction dies im Interesse der wirksamen Erledigung der beim ICCJV anfallenden Arbeit für erforderlich hält; ein Friedensrichter, der an der Schlichtung in einer Sache mitgewirkt hat, darf auch die Hauptverhandlung leiten, da er nicht in der Sache selbst entscheidet, sondern lediglich eine moderierende Aufgabe beim Geschworenengericht ausführt. Kenntnisse des Wiener Statuts und der gesetzlichen Grundlagen sind Voraussetzung.

Artikel 42 ICCJV Statut

Unabhängigkeit der Friedensrichter und Beamten

(1) Die Friedensrichter sind bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unabhängig.

(2) Die Friedensrichter dürfen keine Tätigkeit ausüben, die sich auf ihre friedensrichterlichen Aufgaben auswirken oder das Vertrauen in ihre Unabhängigkeit beeinträchtigen könnte.

(3) Die Beamten, die ihr Amt hauptamtlich am Sitz des ICCJV auszuüben haben, dürfen sich keiner anderen Beschäftigung beruflicher Art widmen, welche sich auf die Ausübung ihrer Tätigkeit störend oder beeinflussend auswirkt.

(4) Alle Fragen betreffend die Anwendung der Absätze (2) und (3) werden von den lokalen, regionalen oder nationalen Court Directions mit absoluter Mehrheit entschieden. Betrifft eine solche Frage einen einzelnen Friedensrichter oder Beamten, so nimmt dieser an der Entscheidung nicht teil.

Artikel 43 ICCJV Statut

Freistellung und Ausschluss von Friedensrichtern und Beamten

(1) Die lokale, regionale oder nationale Court Direction kann einen Friedensrichter oder Beamten auf dessen Ersuchen in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung von der Wahrnehmung einer Aufgabe nach diesem Wiener Statut freistellen.

(2) Ausschluss:

a) Ein Friedensrichter oder Beamter nimmt an einer Sache nicht teil, wenn aus irgendeinem Grund berechtigte Zweifel an seiner Unparteilichkeit geltend gemacht werden könnten. Ein Friedensrichter wird unter anderem dann von einer Sache in Übereinstimmung mit diesem Absatz ausgeschlossen, wenn er zuvor in irgendeiner Eigenschaft an dieser beim ICCJV anhängigen Sache oder einer damit zusammenhängenden Strafsache beteiligt war, welche den Menschen oder die Person betraf, gegen die sich die Ermittlungen oder die Strafverfolgung richten. Ein Friedensrichter kann auch aus anderen in der Verfahrens- und Beweismittelordnung vorgesehenen Gründen ausgeschlossen werden.

b) Der Kläger oder der Beklagte, gegen die sich die Ermittlungen oder die Strafverfolgung richten, können nach diesem Absatz den Ausschluss eines Friedensrichters beantragen;

c) Jede Frage betreffend den Ausschluss eines Friedensrichters oder Beamten wird von der lokalen, regionalen oder nationalen Court Direction mit absoluter Mehrheit entschieden. Der Friedensrichter oder Beamte, dessen Ausschluss beantragt wird, hat Anspruch darauf, zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen, nimmt jedoch an der Entscheidung nicht teil.

Artikel 44 ICCJV Statut

Anklagebehörde

(1) Die lokale, regionale oder nationale Anklagebehörde, deren Court Officer und Mitarbeiter, handelt unabhängig als selbstständiges Organ des ICCJV. Ihr obliegt es, Unterbreitungen und inhaltlich erhärtete Informationen über die der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegende Verbrechen entgegenzunehmen und zu prüfen sowie die Ermittlungen durchzuführen und vor dem ICCJV die Anklage, wenn die Ermittlungen aus sich selbst heraus stattgefunden haben, zu vertreten. Ein Mitglied der lokalen, regionalen oder nationalen Anklagebehörde darf Weisungen von einer Stelle außerhalb des ICCJV weder einholen noch befolgen.

(2) Der Ankläger, Court Officer, ist Leiter der lokalen, regionalen oder nationalen Anklagebehörde. Er besitzt die volle Amtsaufsicht über Führung und Verwaltung der Behörde einschließlich ihrer Mitarbeiter, ihrer Einrichtungen und sonstigen Mittel. Dem Ankläger stehen ein oder mehrere stellvertretende Ankläger zur Seite, die zur Ausführung aller Handlungen befugt sind, welche nach diesem Wiener Statut dem Ankläger obliegen. Sie üben ihr Amt hauptamtlich aus.

(3) Der Ankläger und die stellvertretenden Ankläger müssen ein hohes sittliches Ansehen genießen sowie ein Höchstmaß an Sachverstand und umfangreiche praktische Erfahrung in der Strafverfolgung oder der Verhandlung von Strafsachen besitzen. Sie müssen über ausgezeichnete Kenntnisse mindestens einer der Arbeitssprachen des ICCJV verfügen und diese fließend sprechen.

(4) Der Ankläger wird in geheimer Abstimmung von der absoluten Mehrheit der Mitglieder der Versammlung der jeweiligen Gerichtsgründer in ihrer ersten konstituierenden Sitzung gewählt. Die stellvertretenden Ankläger werden in derselben Weise aus einer vom Ankläger vorgelegten Kandidatenliste gewählt. Der Ankläger benennt drei Kandidaten für jede zu besetzende Stelle eines stellvertretenden Anklägers. Sofern nicht zum Zeitpunkt ihrer Wahl eine kürzere Amtszeit beschlossen wird, werden der Ankläger und die stellvertretenden Ankläger für die Dauer von fünf Jahren gewählt; ihre Wiederwahl ist zulässig.

(5) Weder der Ankläger noch die stellvertretenden Ankläger dürfen eine Tätigkeit ausüben, die sich auf ihre Aufgaben bei der Strafverfolgung auswirken oder das Vertrauen in ihre Unabhängigkeit beeinträchtigen könnte. Sie dürfen sich keiner störenden Beschäftigung beruflicher Art widmen.

(6) Die zuständige Court Direction kann den Ankläger oder einen stellvertretenden Ankläger auf dessen Ersuchen von einem Tätigwerden in einer bestimmten Sache freistellen.

(7) Der Ankläger oder ein stellvertretender Ankläger nimmt an einer Angelegenheit nicht teil, wenn aus irgendeinem Grund berechtigte Zweifel an seiner Unparteilichkeit geltend gemacht werden konnten. Er wird unter anderem dann von einer Sache in Übereinstimmung mit diesem Absatz ausgeschlossen, wenn er zuvor in irgendeiner Eigenschaft an dieser beim ICCJV anhängigen Sache oder einer damit zusammenhängenden Strafsache auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene beteiligt war, welche die Partei betraf, gegen die sich die Ermittlungen oder die Strafverfolgung richten.

(8) Jede Frage betreffend den Ausschluss des Anklägers oder eines stellvertretenden Anklägers wird von der zuständigen Court Direction entschieden, wenn:

a) der Beschuldigte, gegen den sich die Ermittlungen oder die Strafverfolgung richten, jederzeit den Ausschluss des Anklägers oder eines stellvertretenden Anklägers aus den in diesem Artikel festgelegten Gründen beantragen kann;

b) der Ankläger beziehungsweise der stellvertretende Ankläger Anspruch darauf hat, zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen;

c) der Ankläger Berater mit juristischen Fachkenntnissen auf bestimmten Gebieten ernennt, insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, auf dem Gebiet der sexuellen und geschlechtsspezifischen Gewalt sowie der Gewalt gegen Kinder.

Artikel 45 ICCJV Statut

Abteilung des Court Staff Directors

(1) Der nationalen Abteilung des Court Staff Director obliegen die nicht mit der Rechtsprechung zusammenhängenden Aspekte der Verwaltung und der Betreuung des ICCJV, unbeschadet der Aufgaben und Befugnisse des Anklägers nach Artikel 44. Er ist dem Court Staff Secretary in den regionalen Gerichtshöfen weisungsberechtigt. Der Court Staff Secretary hat Weisungsbefugnis gegenüber den Court Staff Unit Managern der lokalen Gerichtshöfe.

(2) Der Court Staff Director ist Leiter der Abteilung Court Staff Direction und höchster Verwaltungsbeamter des nationalen Gerichtshofes. Er nimmt seine Aufgaben unter der Aufsicht des nationalen Court Directors wahr und ist international Mitglied der Court Staff Commission.

(3) Der Court Staff Director und der Stellvertreter müssen ein Höchstmaß an Sachverstand und ausgezeichnete Kenntnisse mindestens einer der Arbeitssprachen des ICCJV besitzen und diese fließend sprechen.

(4) Die Versammlung der Gründer des nationalen Gerichtshofes wählen in der ersten konstituierenden Sitzung den Court Staff Director in nicht öffentlicher Abstimmung mit absoluter Mehrheit unter Berücksichtigung etwaiger Empfehlungen.

(5) Der Court Staff Director und sein Stellvertreter werden für die Dauer von fünf Jahren gewählt; ihre Wiederwahl ist zulässig; sie üben ihr Amt hauptamtlich aus. Der Stellvertreter kann auch mit der Maßgabe gewählt werden, dass er sein Amt nach Bedarf ausübt.

(6) Der Court Staff Director richtet innerhalb der Zuständigkeit eine Abteilung für Opfer und Zeugen ein. Diese Abteilung stellt nach Rücksprache mit der Anklagebehörde Schutzmaßnahmen, Sicherheitsvorkehrungen, Beratung und andere angemessene Hilfe für Zeugen, für die vor dem lokalen, regionalen oder nationalen ICCJV erscheinenden Opfer und andere durch die Aussagen dieser Zeugen gefährdeten Menschen nach Möglichkeit zur Verfügung.

Artikel 46 ICCJV Statut

Mitarbeiter

(1) Der Ankläger und der Court Director ernennen für ihre jeweilige Behörde die notwendigen fachlich befähigten Mitarbeiter. Im Fall des Anklägers schließt dies die Ernennung von Ermittlern ein.

(2) Bei der Einstellung der Mitarbeiter stellen der Ankläger und der Court Director ein Höchstmaß an Leistungsfähigkeit, fachlichem Können und Ehrenhaftigkeit sicher und berücksichtigen sinngemäß die in Artikel 38 Absatz (8) enthaltenen Kriterien.

(3) Der Court Director schlägt mit Zustimmung der Court Direction und des Anklägers den Status der Mitarbeiter vor, dass die Bedingungen für die Ernennung und Entlassung der Mitarbeiter des ICCJV enthält. Der Status der Mitarbeiter wird von der zuständigen lokalen, regionalen oder nationalen Court Direction genehmigt.

(4) In Ausnahmefällen kann ein Organ des ICCJV die Fachkenntnisse von Mitarbeitern der jeweiligen Gerichtshöfe oder dem High Council heranziehen, die ihm bei seiner Arbeit zu unterstützen haben. Dieser Mitarbeiter wird in Übereinstimmung mit den Richtlinien beschäftigt, die von der Court Direction des jeweiligen nationalen Gerichtshofes aufzustellen sind.

Artikel 47 ICCJV Statut

Feierliches Versprechen, Eidesleistung

Bevor die Friedensrichter, der Ankläger, der Director, der Sheriff oder Hilfssheriff und alle anderen Beamten ihr Amt nach diesem Wiener Statut antreten, geben sie in öffentlicher Sitzung den persönlich verlesenen und unterzeichneten Eid ab, ihre Aufgaben unparteiisch und gewissenhaft nach diesem Statut wahrzunehmen.

Artikel 48 ICCJV Statut

Amtsenthebung

Ein Friedensrichter, ein Ankläger, ein Director, ein Sheriff oder Hilfssheriff und jeder andere Beamte wird durch einen entsprechenden Beschluss seines Amtes enthoben, wenn er wie in der Verfahrens- und Beweismittelordnung festgelegt, nachweislich eine schwere Verfehlung oder eine schwere Verletzung seiner Amtspflichten nach diesem Wiener Statut begangen hat oder zur Wahrnehmung der ihm nach diesem Wiener Statut obliegenden Aufgaben unfähig ist.

(1) Die Amtsenthebung eines Friedensrichters, eines Anklägers, eines stellvertretenden Anklägers wird von der Versammlung der nationalen, regionalen oder lokalen Gerichtshöfe unter Mitspracherecht der jeweiligen Gerichtsgründer in Abstimmung beschlossen:

a) im Fall eines Friedensrichters mit Zweidrittelmehrheit auf Grund einer von den übrigen Friedensrichtern mit Zweidrittelmehrheit oder der zuständigen Court Direction beschlossenen Empfehlung;

b) im Fall des Anklägers mit der absoluten Mehrheit;

c) im Fall eines stellvertretenden Anklägers mit der absoluten Mehrheit auf Empfehlung des Anklägers.

(2) Im Fall des Sheriffs erfolgt die Amtsenthebung durch den zuständigen nationalen Gerichtshof unter Mitspracherecht der jeweiligen Gerichtsgründer dieses Gerichtshofes.

(3) Im Fall des Hilfssheriffs erfolgt die Amtsenthebung durch Stimmenmehrheit der Menschen des jeweiligen Wahlgebietes oder durch den Sheriff.

(4) Die Amtsenthebung eines Court Directors oder Stellvertreters wird von den Beamten des jeweiligen Gerichtshofes mit absoluter Mehrheit beschlossen.

(5) Ein Friedensrichter, ein Ankläger, ein Director, ein Sheriff oder Hilfssheriff und jeder andere Beamte, dessen Verhalten oder Fähigkeit zur Wahrnehmung der ihm nach diesem Wiener Statut obliegenden amtlichen Aufgaben nach diesem Artikel in Frage gestellt wird, erhält uneingeschränkt Gelegenheit, in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung, Beweismittel vorzulegen und entgegenzunehmen und Stellungnahmen abzugeben. An der Erörterung der Angelegenheit darf er nicht teilnehmen.

Artikel 49 ICCJV Statut

Disziplinarmaßnahmen

Gegen einen Friedensrichter, einen Ankläger, einen Director, einen Sheriff oder Hilfssheriff und jeden anderen Beamten, der eine weniger schwere Verfehlung als die in Artikel 48 genannte begangen hat, werden in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung Disziplinarmaßnahmen ergriffen.

Artikel 50 ICCJV Statut

Vorrechte und Immunitäten

(1) Der ICCJV, dessen Rechtspersönlichkeiten sowie seine vereidigten Organe genießen im Hoheitsgebiet jedes Vertragspartners als auch außerhalb, generelle Vorrechte und Immunitäten.

(2) Die Friedensrichter, der Ankläger, der Director, die vereidigten Beamten sowie die Sheriffs, Hilfssheriffs und Ermittler genießen bei der Wahrnehmung der Amtshandlungen des ICCJV oder in Bezug auf diese die gleichen Vorrechte und Immunitäten wie Chefs diplomatischer Missionen. Nach Ablauf ihrer Amtszeit wird ihnen weiterhin Immunität von der Gerichtsbarkeit in Bezug auf ihre in amtlicher Eigenschaft vorgenommenen Handlungen, einschließlich ihrer mündlichen oder schriftlichen Äußerungen, gewährt.

(3) Die Mitarbeiter der Anklagebehörde und die der Abteilung genießen in Übereinstimmung mit dem Übereinkommen über die Vorrechte und Immunitäten des ICCJV die zur Erfüllung ihrer Aufgaben notwendigen Vorrechte, Immunitäten und Erleichterungen.

(4) Beratern, Sachverständigen, Zeugen und allen anderen Menschen, deren Anwesenheit am Sitz des ICCJV erforderlich ist, wird in Übereinstimmung mit dem Übereinkommen über die Vorrechte und Immunitäten des ICCJV die Stellung eingeräumt, die für die ordnungsgemäße Arbeit des ICCJV erforderlich ist.

(5) Die Vorrechte und Immunitäten:

a) des General Directors können vom High Council nach Misstrauensantrag aufgehoben werden;

b) des Directors können von den jeweiligen Court Direction aufgehoben werden;

c) des Stellvertreter des Directors und der Mitarbeiter der Abteilungen können vom Director des jeweiligen Gerichtshofes oder der Abteilung aufgehoben werden;

d) eines Friedensrichters oder des Anklägers können vom Court Director des jeweiligen Gerichtshofes aufgehoben werden;

e) der stellvertretenden Ankläger und der Mitarbeiter der Anklagebehörde können vom Ankläger aufgehoben werden.

Artikel 51 ICCJV Statut

Gehälter, Zulagen und Aufwandsentschädigung

Die Friedensrichter, Ankläger, Directors, Sheriffs, Hilfssheriffs und alle anderen Beamten erhalten die vom High Council beschlossenen Gehälter, Zulagen und Aufwandsentschädigungen. Diese Gehälter und Zulagen werden während ihrer Amtszeit nicht herabgesetzt. Zu diesem Zweck ist ein Treuhandkonto einzurichten. Näheres regelt die Verfahrens- und Beweismittelordnung.

Artikel 52 ICCJV Statut

Arbeits- und Amtssprachen

(1) Die Arbeitssprache des ICCJV ist die Landessprache der jeweiligen Region. Die Entscheidungen zur Regelung grundlegender Fragen, die beim ICCJV anhängig sind, werden in den jeweiligen Amtssprachen veröffentlicht. Der High Council entscheidet in Übereinstimmung mit den durch die Verfahrens- und Beweismittelordnung festgelegten Kriterien, welche Entscheidungen als Entscheidungen zur Regelung grundlegender Fragen im Sinne dieses Absatzes angesehen werden können.

(2) Die Verfahrens- und Beweismittelordnung bestimmt die Fälle, in denen andere Sprachen als Arbeitssprachen benutzt werden können.

(3) Auf Ersuchen der Beklagten- oder Anklägerschaft eines Verfahrens oder eines zur Teilnahme an einem Verfahren zugelassenen völkerrechtlichen Gebietskörperschaft gestattet der ICCJV die Benutzung einer anderen als der jeweiligen Sprache, sofern er dies als ausreichend gerechtfertigt erachtet.

(4) Die Amtssprache des High Council ist englisch, französisch und deutsch.

Artikel 53 ICCJV Statut

Verfahrens- und Beweismittelordnung

(1) Die Verfahrens- und Beweismittelordnung tritt nach ihrer Annahme durch den High Council gemeinsam mit diesem Wiener Statut in Kraft.

(2) Änderungen der Verfahrens- und Beweismittelordnung können:

a) von jeder nationalen Court Direction und jedem nationalen Court Staff Committee;

b) von den Friedensrichtern eines Gerichtshofes mit absoluter Mehrheit;

c) vom Ankläger einer Anklagebehörde vorgeschlagen werden.

Die Änderungen treten nach ihrer Annahme durch den High Council in Kraft.

(3) Nach Annahme der Verfahrens- und Beweismittelordnung können die Friedensrichter eines Gerichtshofes in dringenden Fällen, wenn eine bestimmte beim ICCJV anhängige Situation durch die Verfahrens- und Beweismittelordnung nicht erfasst ist, mit Zweidrittelmehrheit vorläufige Regeln aufstellen, die bis zu ihrer Annahme, Änderung oder Ablehnung auf der nächsten ordentlichen oder außerordentlichen Tagung der Versammlung des High Council Anwendung finden.

(4) Die Verfahrens- und Beweismittelordnung, ihre Änderungen und jede vorläufige Regel müssen mit diesem Wiener Statut vereinbar sein. Änderungen der Verfahrens- und Beweismittelordnung sowie vorläufige Regeln werden nicht rückwirkend zum Nachteil einer Beklagten- oder Anklägerschaft angewandt, gegen die sich die Ermittlungen, die Strafverfolgung oder das Urteil richten.

(5) Im Fall eines Widerspruchs zwischen diesem Wiener Statut und der Verfahrens- und Beweismittelordnung hat dieses Wiener Statut Vorrang.

Artikel 54 ICCJV Statut

Amtsordnung des ICCJV

(1) Die Friedensrichter nehmen in Übereinstimmung mit diesem Wiener Statut sowie der Verfahrens- und Beweismittelordnung die für die normale Amtshandlung notwendige Amtsordnung des ICCJV mit absoluter Mehrheit an.

(2) Der Ankläger und der Director des jeweiligen lokalen, regionalen oder nationalen Gerichtshofes sind bei allen Änderungen der Amtsordnung zu konsultieren.

(3) Sofern der High Council nichts anderes beschließt, treten die Amtsordnung und alle Änderungen mit ihrer jeweiligen Annahme in Kraft. Unmittelbar nach ihrer Annahme werden sie den jeweiligen Gerichtshöfen zur Stellungnahme zugeleitet. Liegen binnen einundzwanzig Tagen keine Einwände seitens der Mehrheit der jeweiligen Gerichtshöfe vor, so bleiben sie in Kraft.

Teil 5:  Ermittlungen und Strafverfolgung

Artikel 55 ICCJV Statut

Einleitung von Ermittlungen

(1) Nach Auswertung der ihm zur Verfügung gestellten Informationen leitet der Ankläger Ermittlungen ein, sofern er nicht feststellt, dass es für die Verfahrenseinleitung nach diesem Wiener Statut keine hinreichende Grundlage gibt. Bei seiner Entscheidung über die Einleitung von Ermittlungen prüft der Ankläger:

a) ob die ihm vorliegenden Informationen hinreichende Verdachtsgründe dafür bieten, dass ein der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegendes Verbrechen begangen wurde oder wird;

b) ob die Sache nach Artikel 17 zulässig ist oder wäre;

c) ob unter Berücksichtigung der Schwere des Verbrechens und der Interessen der Opfer dennoch wesentliche Gründe für die Annahme vorliegen, dass die Durchführung von Ermittlungen nicht im Interesse der Gerechtigkeit läge.

(2) Stellt der Ankläger fest, dass es für die Verfahrenseinleitung keine hinreichende Grundlage gibt, und beruht diese Feststellung ausschließlich auf Buchstabe c), so unterrichtet er die Court Direction. Gelangt der Ankläger nach den Ermittlungen zu dem Schluss, dass es für eine Strafverfolgung keine hinreichende Grundlage gibt, weil:

a) keine hinreichende rechtliche oder sachliche Grundlage für die Beantragung eines Haftbefehls oder einer Vorladung nach Artikel 58 besteht;

b) die Sache nach Artikel 17 unzulässig ist;

c) eine Strafverfolgung unter Berücksichtigung aller Umstände, einschließlich der Schwere des Verbrechens, der Interessen der Opfer, des Alters oder der Gebrechlichkeit des angeblichen Täters sowie seiner Rolle bei dem angeblichen Verbrechen, nicht im Interesse der Gerechtigkeit liegt; so unterrichtet der Ankläger die Court Direction von seiner Schlussfolgerung und den Gründen dafür.

(3) Kriterien zusätzlicher Ermittlungen

a) Auf Ersuchen der nach Artikel 17 unterbreitenden völkerrechtlichen Gebietskörperschaft oder dem Court Director der im Fall des Artikel 15 Absatz (2) Buchstabe b) kann die Schlichtungsabteilung eine Entscheidung des Anklägers nach Absatz (1) oder (2), nicht weiter vorzugehen, nachprüfen und den Ankläger ersuchen, sie zu überprüfen.

b) Darüber hinaus kann die Schlichtungsabteilung aus eigener Initiative eine Entscheidung des Anklägers, nicht weiter vorzugehen, nachprüfen, wenn diese ausschließlich auf Absatz (1) Buchstabe c) oder Absatz (2) Buchstabe c) beruht. In diesem Fall wird die Entscheidung des Anklägers nur dann wirksam, wenn sie von der Schlichtungsabteilung bestätigt wird.

(4) Der Ankläger kann eine Entscheidung über die Einleitung der Ermittlungen oder der Strafverfolgung auf der Grundlage neuer Tatsachen oder Informationen jederzeit überprüfen.

(5) Der Ankläger ist berechtigt die Sheriffs und Hilfssheriffs sowie die Ermittler für seine Ermittlungen als unterstützendes Hilfsorgan einzusetzen. Sie sind in diesem Fall mit allen nötigen Befugnissen ausgestattet.

Artikel 56 ICCJV Statut

Pflichten und Befugnisse des Anklägers bei Ermittlungen

(1) Der Ankläger:

a) dehnt die Ermittlungen zum Zweck der Wahrheitsfindung auf alle Tatsachen und Beweismittel aus, die für die Beurteilung, ob eine strafrechtliche Verantwortlichkeit aufgrund dieses Wiener Statuts besteht, erheblich sind, und erforscht dabei gleichermaßen die belastenden wie die entlastenden Umstände;

b) ergreift geeignete Maßnahmen, um die wirksame Ermittlung und Strafverfolgung von der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegenden Verbrechen zu gewährleisten, wobei er die Interessen und persönlichen Lebensumstände der Opfer und Zeugen, namentlich Alter, Geschlecht im Sinne des Artikel 7 Absatz (3) und Gesundheitszustand, achtet und die Art des Verbrechens berücksichtigt, insbesondere soweit es mit sexueller Gewalt, geschlechtsspezifischer Gewalt oder Gewalt gegen Kinder verbunden ist;

c) achtet uneingeschränkt die sich aus diesem Wiener Statut ergebenden Rechte der Menschen.

(2) Der Ankläger kann Ermittlungen im Hoheitsgebiet einer völkerrechtlichen Gebietskörperschaft durchführen:

a) in Übereinstimmung mit Teil 9;

b) aufgrund einer Ermächtigung der Court Direction nach Artikel 59 Absatz (3) Buchstabe d).

(3) Der Ankläger kann:

a) Klagen, Akten und Beweismittel sammeln und prüfen;

b) die Anwesenheit von Menschen oder Personen, gegen die ermittelt wird, von Opfern und von Zeugen verlangen und diese vernehmen;

c) eine völkerrechtliche Gebietskörperschaft oder deren Organe entsprechend ihrer jeweiligen Zuständigkeit beziehungsweise ihrem Mandat um Zusammenarbeit ersuchen und oder verpflichten;

d) alle diesem Wiener Statut nicht entgegenstehenden Abmachungen und Übereinkünfte eingehen, die notwendig sind, um einer völkerrechtlichen Gebietskörperschaft, deren Organe, einem Menschen oder einer Gruppe von Menschen die Zusammenarbeit zu erleichtern;

e) einwilligen, in keiner Phase des Verfahrens Dokumente oder Informationen offenzulegen, die er unter der Bedingung der Vertraulichkeit und ausschließlich zum Zweck der Erlangung neuer Beweismittel erhält, sofern nicht der Informant sein Einverständnis erklärt;

f) die notwendigen Maßnahmen zur Gewährleistung der Vertraulichkeit von Informationen, des Schutzes eines Menschen, einer Person oder der Beweissicherung treffen oder verlangen, dass sie getroffen werden;

g) den Sheriffs und Hilfssheriffs zur Durchführung und Unterstützung, diese Aufgaben nach Anweisung auch in Eigenregie zur Erfüllung übertragen.

Artikel 57 ICCJV Statut

Rechte der Menschen und Personen während der Ermittlungen

(1) Bei Ermittlungen aufgrund dieses Wiener Statuts:

a) darf ein Mensch oder eine Person nicht gezwungen werden, sich selbst zu belasten oder sich schuldig zu bekennen;

b) darf ein Mensch oder eine Person nicht Zwang, Nötigung oder Drohung, Folter oder einer anderen Form grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden;

c) werden einem Menschen oder einer Person, deren Vernehmung in einer Sprache erfolgt, die sie nicht vollständig versteht und spricht, unentgeltlich ein sachkundiger Dolmetscher und die Übersetzungen zur Verfügung gestellt, die erforderlich sind, um dem Gebot der Fairness Genüge zu tun;

d) darf ein Mensch oder eine Person nicht willkürlich festgenommen oder in Haft gehalten werden und darf einem Menschen oder einer Person die Freiheit nur aus Gründen und in Übereinstimmung mit Verfahren entzogen werden, die in diesem Wiener Statut vorgesehen sind.

(2) Bestehen Verdachtsgründe, dass ein Mensch oder eine Person ein der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegendes Verbrechen begangen hat und steht ihre Vernehmung entweder durch den Ankläger oder durch lokale, regionale oder nationale Behörden entsprechend einem Ersuchen nach Teil 9 unmittelbar bevor, so hat sie außerdem folgende Rechte, über die sie vor der Vernehmung zu belehren ist:

a) das Recht, vor der Vernehmung darüber belehrt zu werden, dass Verdachtsgründe bestehen, wonach sie ein der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegendes Verbrechen begangen hat;

b) das Recht, zu schweigen, ohne dass dieses Schweigen bei der Feststellung von Schuld oder Unschuld in Betracht gezogen wird;

c) das Recht zu seiner eigenen Verteidigung einen Berater seiner Wahl in Anspruch zu nehmen;

d) das Recht, in Anwesenheit seines Beraters vernommen zu werden, sofern dieser nicht freiwillig auf sein Recht auf einen Berater verzichtet.

Artikel 58 ICCJV Statut

Rolle der Court Direction bei einer einmaligen Gelegenheit zu Ermittlungsmaßnahmen

(1) Sicherstellung von Beweismittel

a) Ist der Ankläger der Auffassung, dass Ermittlungen eine einmalige Gelegenheit darstellen, mündliche oder schriftliche Zeugenaussagen zu erhalten oder Beweismittel zu prüfen, zu sammeln oder auf ihre Beweiskraft zu untersuchen, die für die Zwecke einer Verhandlung später möglicherweise nicht mehr verfügbar sein werden, so unterrichtet er die Court Direction dahingehend.

b) In diesem Fall kann die Court Direction auf Antrag des Anklägers die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Wirksamkeit und Ordnungsmäßigkeit des Verfahrens zu gewährleisten und insbesondere die Rechte der Verteidigung zu wahren.

c) Sofern die Court Direction nichts anderes anordnet, stellt der Ankläger der festgenommenen oder der nach Vorladung im Zusammenhang mit den unter Buchstabe a) genannten Ermittlungen erschienenen Menschen oder Personen die sachdienlichen Informationen zur Verfügung, damit sie in der Angelegenheit gehört werden können.

(2) Die in Absatz (1) Buchstabe b) genannten Maßnahmen können folgendes umfassen:

a) die Abgabe von Empfehlungen oder Anordnungen betreffend die anzuwendenden Verfahren;

b) die Anordnung, ein Verfahrensprotokoll zu führen;

c) die Bestellung eines Sachverständigen zur Unterstützung;

d) die Benennung eines ihrer Mitglieder oder erforderlichenfalls eines anderen verfügbaren Friedensrichters der Schlichtungsabteilung oder der Hauptverfahrensabteilung, der hinsichtlich der Sammlung und Sicherung von Beweismitteln und der Vernehmung von Menschen oder Personen als Beobachter tätig wird und Empfehlungen abgibt oder Anordnungen erlässt;

e) das Ergreifen etwaiger anderer zur Sammlung oder Sicherung von Beweismitteln erforderlicher Maßnahmen.

(3) Zusätzliche Möglichkeiten der Beweissicherung:

a) Hat der Ankläger keine Maßnahmen nach diesem Artikel beantragt, ist die Court Direction jedoch der Auffassung, dass es solcher Maßnahmen bedarf, um Beweismittel zu sichern, welche sie für die Verteidigung im Hauptverfahren als wesentlich erachtet, so konsultiert sie den Ankläger bezüglich der Frage, ob er diese Maßnahmen aus gutem Grund nicht beantragt hat. Gelangt die Court Direction aufgrund der Konsultation zu dem Schluss, dass die Nichtbeantragung dieser Maßnahmen durch den Ankläger nicht gerechtfertigt ist, so kann die Court Direction diese Maßnahmen aus eigener Initiative ergreifen.

b) Der Ankläger kann gegen die Entscheidung der Court Direction, nach diesem Absatz aus eigener Initiative tätig zu werden, Beschwerde einlegen. Über die Beschwerde wird beschleunigt verhandelt.

(4) Die Zulässigkeit der nach diesem Artikel für das Schlichtungs- und Hauptverfahren gesicherten oder gesammelten Beweismittel oder des darüber aufgenommenen Protokolls richtet sich im Hauptverfahren nach Artikel 71; die Beweiswürdigung erfolgt durch den Ankläger.

Artikel 59 ICCJV Statut

Aufgaben und Befugnisse der Schlichtungsabteilung im allgemeingültigen Recht

(1) Sofern in diesem Wiener Statut nichts anderes bestimmt ist, nimmt die Schlichtungsabteilung ihre Aufgaben in Übereinstimmung mit diesem Artikel wahr.

(2) Aufgaben:

a) Von der Schlichtungsabteilung erlassene Anordnungen oder Entscheidungen nach den Artikel 17, 19 und 20 bedürfen der Zustimmung der Mehrheit ihrer Friedensrichter.

b) In allen anderen Fällen kann ein einzelner Friedensrichter der Schlichtungsabteilung die in diesem Wiener Statut vorgesehenen Aufgaben wahrnehmen, sofern in der Verfahrens- und Beweismittelordnung oder durch Stimmenmehrheit der Schlichtungsabteilung nichts anderes bestimmt wird.

(3) Neben ihren anderen Aufgaben aufgrund dieses Wiener Statuts kann die Schlichtungsabteilung:

a) auf Antrag des Anklägers die für die Zwecke der Ermittlungen erforderlichen Anordnungen und Befehle erlassen, die der Zustimmung der Court Direction bedürfen;

b) aufgrund einer Vorladung nach Artikel 60 erschienenen Menschen oder Personen die notwendigen Anordnungen erlassen, einschließlich der in Artikel 58 beschriebenen Maßnahmen, und sich um die notwendige Zusammenarbeit nach Teil 9 bemühen, um ihr bei der Vorbereitung ihrer Verteidigung behilflich zu sein;

c) erforderlichenfalls für den Schutz von Opfern und Zeugen und die Wahrung ihrer Privatsphäre, die Sicherung von Beweismitteln, den Schutz der aufgrund einer Vorladung erschienenen Menschen oder Personen sowie den Schutz von Informationen, welche die nationale Sicherheit betreffen, Sorge tragen;

d) den Ankläger ermächtigen, bestimmte Ermittlungsmaßnahmen im Hoheitsgebiet einer völkerrechtlichen Gebietskörperschaft vorzunehmen, ohne sich der Zusammenarbeit dieses Gebietes nach Teil 9 versichert zu haben, wenn die Court Direction, nach Möglichkeit unter Berücksichtigung der Auffassungen der betreffenden völkerrechtlichen Gebietskörperschaft, in dieser Sache entschieden hat, dass diese Gebietskörperschaft eindeutig nicht in der Lage ist, ein Ersuchen um Zusammenarbeit nach Teil 9 zu erledigen, weil keine zuständige Behörde beziehungsweise kein zuständiger Teil seines Justizsystems für die Erledigung eines solchen Ersuchens zur Verfügung steht;

e) die völkerrechtlichen Gebietskörperschaften nach Artikel 95 Absatz (1) Buchstabe k) um ihre Zusammenarbeit im Hinblick auf vorsorgliche Maßnahmen für die Zwecke der Einziehung ersuchen, insbesondere zum letztendlichen Nutzen der Opfer, wenn nach Artikel 60 eine Vorladung ergangen ist und unter gebührender Berücksichtigung der Beweiskraft der Beweismittel und der Rechte der Betroffenen, wie in diesem Wiener Statut und der Verfahrens- und Beweismittelordnung vorgesehen.

Artikel 60 ICCJV Statut

Erlass eines Haftbefehls oder einer Vorladung im Strafrecht

(1) Jederzeit nach Einleitung der Ermittlungen erlässt die Court Direction auf Antrag des Anklägers eine Vorladung für einen Menschen oder eine Person oder wenn notwendig einen Haftbefehl. Wenn sie nach Prüfung des Antrags und der Beweismittel feststellt, dass eine strafrechtliche Verfolgung des Rechtsstreites gegeben ist oder durch andere vom Ankläger beigebrachter Informationen zu der Überzeugung gelangt ist:

a) dass begründeter Verdacht besteht, dass der Mensch oder die Person ein der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegendes Verbrechen begangen hat;

b) dass ein Haftbefehl gegen den Menschen oder die Person notwendig erscheint:

i) um sicherzustellen, dass der Betreffende zur Verhandlung erscheint;

ii) um sicherzustellen, dass der Betreffende die Ermittlungen oder das Gerichtsverfahren nicht behindert oder gefährdet;

iii) um die Betroffenen gegebenenfalls an der weiteren Begehung dieses Verbrechens oder eines damit im Zusammenhang stehenden, der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegenden Verbrechens zu hindern, das sich aus den gleichen Umständen ergibt.

(2) Der Antrag des Anklägers enthält:

a) den Namen des Menschen oder der Person und alle anderen sachdienlichen Angaben zu ihrer Identifizierung;

b) eine konkrete Bezugnahme auf die der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegenden Verbrechen, welche der Mensch oder die Person begangen haben soll;

c) eine knappe Darstellung des Sachverhalts, der angeblich die Tatbestandsmerkmale dieser Verbrechen erfüllt;

d) eine Zusammenfassung der Beweismittel sowie aller anderen Informationen, die den Verdacht begründen, dass der Mensch oder die Person diese Verbrechen begangen hat;

e) den Grund, aus dem der Ankläger die Festnahme des Menschen oder der Person für notwendig hält.

(3) Der Haftbefehl enthält:

a) den vollständigen Namen des Menschen oder der Person und alle anderen sachdienlichen Angaben zu ihrer Identifizierung;

b) eine konkrete Bezugnahme auf die der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegenden Verbrechen, derentwegen die Festnahme des Menschen oder der Person beantragt wird;

c) eine knappe Darstellung des Sachverhalts, der angeblich die Tatbestandsmerkmale dieser Verbrechen erfüllt.

(4) Der Haftbefehl bleibt bis zu einer anderslautenden Anordnung des ICCJV in Kraft.

(5) Auf der Grundlage des Haftbefehls kann der ICCJV um die vorläufige Festnahme oder die Festnahme und Überstellung des Menschen oder der Person nach Teil 9 ersuchen.

(6) Der Ankläger kann bei der Schlichtungsabteilung die Änderung des Haftbefehls durch Änderung der darin aufgeführten Verbrechen oder Aufnahme zusätzlicher Verbrechen beantragen. Die Schlichtungsabteilung ändert den Haftbefehl entsprechend, wenn ihrer Überzeugung nach begründeter Verdacht besteht, dass der Mensch oder die Person diese anderen oder zusätzlichen Verbrechen begangen hat.

(7) Anstelle eines Haftbefehls kann der Ankläger beantragen, dass die Schlichtungsabteilung den Menschen oder die Person lädt. Besteht nach Überzeugung der Schlichtungsabteilung begründeter Verdacht, dass der Mensch oder die Person das ihr zur Last gelegte Verbrechen begangen hat und dass eine Vorladung ausreicht, um ihr Erscheinen vor dem ICCJV sicherzustellen, so erlässt sie die Vorladungen, die mit freiheitseinschränkenden Bedingungen; außer Freiheitsentzug; verknüpft sein können, wenn das nationale Recht dies vorsieht. Die Vorladung enthält:

a) den vollständigen Namen des Menschen oder der Person und alle anderen sachdienlichen Angaben zu ihrer Identifizierung;

b) den Termin, an dem der Mensch oder die Person zu erscheinen hat;

c) eine konkrete Bezugnahme auf die der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegenden Verbrechen, welche der Mensch oder die Person begangen haben soll;

d) eine knappe Darstellung des Sachverhalts, der angeblich die Tatbestandsmerkmale des Verbrechens erfüllt. Die Vorladung ist dem Menschen oder der Person nach Vorgabe der Verfahrens- und Beweismittelordnung zuzustellen.

Artikel 61 ICCJV Statut

Festnahmeverfahren

(1) Eine völkerrechtliche Gebietskörperschaft, dem ein Ersuchen um vorläufige Festnahme oder um Festnahme und Überstellung zugegangen ist, ergreift sofort Maßnahmen zur Festnahme des fraglichen Menschen oder der Person in Übereinstimmung mit seinen Rechtsvorschriften und mit Teil 9.

(2) Der Festgenommene wird umgehend der zuständigen Justizbehörde im Gewahrsamsstaat vorgeführt, die in Übereinstimmung mit dem Recht dieses Staates feststellt, dass:

a) sich der Haftbefehl auf den Festgenommenen bezieht;

b) der Festgenommene entsprechend einem ordnungsgemäßen Verfahren festgenommen wurde;

c) die Rechte des Festgenommenen geachtet wurden.

(3) Der Festgenommene hat das Recht, bei der zuständigen Behörde der jeweiligen völkerrechtlichen Gebietskörperschaft die vorläufige Haftentlassung bis zur Überstellung zu beantragen.

(4) Bei der Entscheidung über einen solchen Antrag prüft die zuständige Behörde, ob in Anbetracht der Schwere der angeblichen Verbrechen dringende und außergewöhnliche Umstände vorliegen, die eine vorläufige Haftentlassung rechtfertigen, und ob durch die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen gewährleistet ist, dass die entsprechende völkerrechtliche Gebietskörperschaft ihre Pflicht zur Überstellung des Festgenommenen an den ICCJV erfüllen kann. Der zuständigen Behörde der völkerrechtlichen Gebietskörperschaft steht es nicht frei, zu prüfen, ob der Haftbefehl nach Artikel 60 Absatz (1) Buchstaben a) und b) ordnungsgemäß erlassen wurde.

(5) Die Court Direction wird von jedem Antrag auf vorläufige Haftentlassung in Kenntnis gesetzt und erteilt der zuständigen Behörde der völkerrechtlichen Gebietskörperschaft Empfehlungen. Diese zieht die Empfehlungen, einschließlich etwaiger Empfehlungen betreffend Maßnahmen zur Verhütung der Flucht, vollständig in Betracht, bevor sie ihre Entscheidung fällt.

(6) Wird dem Festgenommenen vorläufige Haftentlassung gewährt, so kann die Hauptverfahrensabteilung hierzu regelmäßige Berichte verlangen.

(7) Sobald eine Anordnung auf Überstellung des Festgenommenen getroffen wurde, ist dieser vom der völkerrechtliche Gebietskörperschaft, die den Betroffenen in Gewahrsam genommene hat, so bald wie möglich an den ICCJV zu überstellen.

Artikel 62 ICCJV Statut

Einleitende Verfahrensschritte vor dem ICCJV

(1) Nach Überstellung eines Festgenommenen an den ICCJV oder ihrem freiwilligen oder aufgrund einer Vorladung erfolgten Erscheinen vor dem ICCJV überzeugt sich die Hauptverfahrensabteilung davon, dass der Mensch oder die Person über die ihr zur Last gelegten Verbrechen sowie über ihre Rechte aufgrund dieses Wiener Statuts belehrt worden ist, einschließlich des Rechts, ihre vorläufige Haftentlassung bis zum Hauptverfahren zu beantragen.

(2) Ein Mensch oder eine Person, gegen die ein Haftbefehl ergangen ist, kann ihre vorläufige Haftentlassung bis zum Hauptverfahren beantragen. Liegen nach Überzeugung der Hauptverfahrensabteilung die in Artikel 60 Absatz (1) genannten Voraussetzungen vor, so bleibt der Betroffene weiterhin in Haft. Andernfalls wird er mit oder ohne Auflagen auf freien Fuß gesetzt.

(3) Die Hauptverfahrensabteilung überprüft regelmäßig ihre Entscheidung über die Haftentlassung des Betroffenen oder die Aufrechterhaltung der Haft; sie kann dies jederzeit auf Antrag des Anklägers oder des Betroffenen tun. Nach dieser Überprüfung kann sie ihre Entscheidung über die Aufrechterhaltung der Haft, die Haftentlassung oder Auflagen für die Haftentlassung ändern, wenn sie überzeugt ist, dass veränderte Umstände dies erfordern.

(4) Die Hauptverfahrensabteilung stellt sicher, dass der Betroffene nicht wegen unentschuldbarer Verzögerungen seitens des Anklägers unangemessen lange in Untersuchungshaft gehalten wird. Tritt eine solche Verzögerung ein, so erwägt der zuständige Gerichtshof des ICCJV die Haftentlassung des Betroffenen mit oder ohne Auflagen.

(5) Bei Bedarf kann die Hauptverfahrensabteilung einen erneuten Haftbefehl erlassen, um die Anwesenheit eines auf freien Fuß gesetzten Menschen oder einer Person sicherzustellen.

Artikel 63 ICCJV Statut

Bestätigung der Anklage vor dem Hauptverfahren

(1) Vorbehaltlich des Absatzes (2) hält die Schlichtungsabteilung innerhalb einer angemessenen Frist nach Überstellung des Menschen oder der Person oder ihrem freiwilligen Erscheinen vor dem ICCJV eine mündliche Verhandlung ab, um eine Einigung der Beteiligten zu erwirken. Sollte eine Einigung erzielt worden sein und weitere Anklagepunkte bestehen, werden diese durch die Schlichtungsabteilung bestätigt und das Hauptverfahren eröffnet. Ist keine Einigung erzielt worden, werden durch die Schlichtungsabteilung die Anklagepunkte bestätigt und das Hauptverfahren eröffnet.

Die mündliche Verhandlung findet in Anwesenheit des Klägers und des Beklagten sowie ihrer Berater statt. Sollte einer der Betroffenen nicht am Schlichtungsverfahren teilnehmen, gleich aus welchem Grund auch immer, so wird nach Protokoll und Beschlusskraft der Schlichtungsabteilung das Hauptverfahren eröffnet.

(2) Die Court Direction kann auf Ersuchen des Anklägers oder aus eigener Initiative eine Beratung abhalten, um die Anklagepunkte nach Sichtung aller vorliegenden Beweismittel zu bestätigen, die der Ankläger zum Gegenstand des Hauptverfahrens zu machen beabsichtigt, wenn der Beklagte:

a) auf sein Anwesenheitsrecht beim Schlichtungsverfahren verzichtet hat;

b) flüchtig oder unauffindbar ist und alle angemessenen Maßnahmen ergriffen worden sind, um sein Erscheinen vor dem jeweiligen Gerichtshof des ICCJV sicherzustellen und ihn über die Anklagepunkte sowie über die bevorstehende Verhandlung betreffend deren Bestätigung zu unterrichten. In diesem Fall wird das Hauptverfahren „in absentia“ durchgeführt wenn dies im Interesse der Rechtspflege liegt.

(3) Innerhalb einer angemessenen Frist vor der Verhandlung im Hauptverfahren:

a) erhält der Beklagte eine Abschrift des Schriftstücks, aus dem die Anklagepunkte hervorgehen, die der Kläger oder Ankläger zum Gegenstand des Hauptverfahrens zu machen beabsichtigt;

b) wird der Beklagte von Beweismitteln unter Beachtung des Artikels 74 der in Kenntnis gesetzt, auf die sich der Kläger oder Ankläger bei der Verhandlung im Hauptverfahren zu stützen beabsichtigt. Die Hauptverfahrensabteilung kann die Offenlegung von Informationen für die Zwecke der Verhandlung anordnen.

(4) Vor der mündlichen Verhandlung kann der Kläger oder Ankläger die Ermittlungen fortsetzen, und er kann Anklagepunkte ändern oder zurücknehmen. Der Beklagte wird unter Wahrung einer angemessenen Frist vor der Verhandlung von der Änderung oder Rücknahme von Anklagepunkten in Kenntnis gesetzt. Werden Anklagepunkte zurückgenommen, so teilt der Kläger oder Ankläger der Hauptverfahrensabteilung die Gründe dafür mit.

(5) Bei der Verhandlung im Hauptverfahren belegt der Kläger oder Ankläger jeden Anklagepunkt durch ausreichende Beweise, um den dringenden Verdacht zu begründen, dass der Beklagte das ihm zur Last gelegte Verbrechen begangen hat. Der Kläger oder Ankläger kann sich auf schriftliche oder summarische Beweise stützen und ist nicht gehalten, die Zeugen aufzurufen, deren Aussage bei dem Verfahren erwartet wird.

(6) Bei der Verhandlung kann der Beklagte:

a) Einwendungen gegen die Anklagepunkte vorbringen;

b) die vom Kläger oder Ankläger beigebrachten Beweismittel anfechten;

c) Beweismittel beibringen.

(7) Die Hauptverfahrensabteilung stellt auf der Grundlage der mündlichen Verhandlung fest, ob ausreichende Beweise für den dringenden Verdacht vorliegen, dass der Beklagte jedes der ihm zur Last gelegten Verbrechen begangen hat. Auf der Grundlage ihrer Feststellungen:

a) bestätigt die Hauptverfahrensabteilung diejenigen Anklagepunkte, bezüglich deren sie entschieden hat, dass ausreichende Beweise vorliegen;

b) lehnt die Hauptverfahrensabteilung die Bestätigung derjenigen Anklagepunkte ab, bezüglich deren sie entschieden hat, dass keine ausreichenden Beweise vorliegen;

c) vertagt die Hauptverfahrensabteilung die mündliche Verhandlung und ersucht den Kläger oder Ankläger zu erwägen:

i) zu einem bestimmten Anklagepunkt weitere Beweismittel beizubringen oder weitere Ermittlungen durchzuführen;

ii) einen Anklagepunkt zu ändern, weil die beigebrachten Beweismittel den Nachweis für die Begehung eines anderen der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegenden Verbrechens zu erbringen scheinen.

(8) Lehnt die Hauptverfahrensabteilung die Bestätigung eines Anklagepunkts ab, so schließt dies nicht aus, dass der Kläger oder Ankläger später dessen Bestätigung aufgrund zusätzlicher Beweismittel beantragt.

(9) Nach Bestätigung der Anklagepunkte und vor Beginn der Hauptverhandlung kann der Kläger oder Ankläger mit Genehmigung der Hauptverfahrensabteilung und nach Benachrichtigung des Beklagten die Anklagepunkte ändern. Beabsichtigt der Kläger oder Ankläger, weitere Anklagepunkte hinzuzufügen oder bestehende Anklagepunkte durch schwerer wiegende zu ersetzen, so muss zu deren Bestätigung eine mündliche Verhandlung nach diesem Artikel stattfinden. Nach Beginn der Hauptverhandlung kann der Kläger oder Ankläger mit Genehmigung der Hauptverfahrensabteilung die Anklagepunkte zurücknehmen.

(10) Jeder zuvor ergangene Befehl tritt bezüglich aller Anklagepunkte außer Kraft, die von der Hauptverfahrensabteilung nicht bestätigt oder vom Ankläger zurückgenommen worden sind.

(11) Sollte in der Verhandlung der Schlichtungsabteilung eine Einigung der Betroffenen im vorliegenden Streitfall erfolgen und dies zur endgültigen beiderseitigen Beilegung des Streitfalles beitragen, wird die Hauptverhandlung ausgeschlossen. Der Beschluss des Gerichtes ist zu beurkunden und öffentlich kund zu tun.

(12) Sollte keine Einigung erzielt werden teilt die Schlichtungsabteilung der Court Direction des ICCJV die Entscheidung mit und bestätigt durch den Ankläger die Anklagepunkte zwecks Eröffnung des Hauptverfahrens.

(13) Nach Bestätigung der Anklagepunkte in Übereinstimmung mit diesem Artikel setzt die Court Direction die Hauptverfahrensabteilung ein, die vorbehaltlich des Absatzes (9) und des Artikel 66 Absatz (4) für die Durchführung des anschließenden Verfahrens zuständig ist und jede Aufgabe wahrnehmen kann, die in diesem Verfahren von Belang ist und zur Anwendung kommen kann.

Teil 6:      Hauptverfahren

Artikel 64 ICCJV Statut

Ort des Hauptverfahrens

Sofern nichts anderes beschlossen wird, findet das Hauptverfahren am Sitz eines lokalen, regionalen oder nationalen ICCJV statt.

Artikel 65 ICCJV Statut

Verhandlung in Anwesenheit des Beklagten

(1) Der Beklagte hat während der Verhandlung anwesend zu sein.

(2) Stört der vor dem ICCJV anwesende Beklagte wiederholt den Verlauf der Verhandlung, so kann der zuständige leitende Friedensrichter ihn entfernen lassen und sorgt dann dafür, dass er von außerhalb des Gerichtssaals die Verhandlung verfolgen und seinem Berater Weisungen erteilen kann, bei Bedarf mit Hilfe von Kommunikationstechnologie. Diese Maßnahmen werden nur in Ausnahmefällen, nachdem sich andere vertretbare Alternativen als unzulänglich erwiesen haben, und nur für die unbedingt notwendige Dauer getroffen.

Artikel 66 ICCJV Statut

Aufgaben und Befugnisse der Hauptverfahrensabteilung

(1) Die in diesem Artikel genannten Aufgaben und Befugnisse der Hauptverfahrensabteilung werden in Übereinstimmung mit diesem Wiener Statut sowie der Verfahrens- und Beweismittelordnung wahrgenommen.

(2) Die Hauptverfahrensabteilung stellt sicher, dass das Hauptverfahren fair und zügig verläuft und unter voller Beachtung der Rechte des Beklagten und gebührender Berücksichtigung des Schutzes der Opfer und Zeugen geführt wird.

(3) Die Hauptverfahrensabteilung, der in Übereinstimmung mit diesem Wiener Statut einen Rechtsstreit für das Hauptverfahren zugewiesen worden ist:

a) berät sich mit den Betroffenen und beschließt die Verfahren, die erforderlich sind, um eine faire und zügige Durchführung des Hauptverfahrens zu gewährleisten;

b) bestimmt die im Hauptverfahren zu verwendende Sprache oder zu verwendenden Sprachen;

c) sorgt vorbehaltlich anderer einschlägiger Bestimmungen dieses Wiener Statuts rechtzeitig vor Beginn der Verhandlung für die Offenlegung zuvor nicht offengelegter Schriftstücke oder Informationen, damit eine hinreichende Vorbereitung auf die Verhandlung möglich ist.

(4) Soweit dies für ihre wirksame und faire Arbeitsweise erforderlich ist, kann die Hauptverfahrensabteilung Vorfragen an die Schlichtungsabteilung stellen.

(5) Nach Benachrichtigung der Betroffenen kann die Hauptverfahrensabteilung gegebenenfalls verfügen, dass Verhandlungen über Anklagen, die gegen mehrere Beklagte erhoben worden sind, verbunden oder getrennt werden.

(6) In Wahrnehmung ihrer Aufgaben vor oder während der Hauptverhandlung kann der jeweilige verhandelnde Gerichtshof, soweit erforderlich:

a) alle in Artikel 59 und 60 genannten Aufgaben der Schlichtungsabteilung wahrnehmen;

b) die Anwesenheit und Aussage von Zeugen und die Beibringung von Schriftstücken und anderen Beweismitteln verlangen, soweit notwendig mit Hilfe der Vertragspartner, wie in diesem Wiener Statut vorgesehen;

c) für den Schutz vertraulicher Informationen sorgen;

d) die Beibringung von Beweismitteln zusätzlich zu den von den Betroffenen bereits vor dem Hauptverfahren gesammelten oder während des Hauptverfahrens vorgelegten Beweismitteln anordnen;

e) für den Schutz des Beklagten, der Zeugen und der Opfer sorgen;

f) alle sonstigen Angelegenheiten entscheiden, die von Belang sind.

(7) Die Verhandlung ist öffentlich. Das Gericht in der Hauptverhandlung kann jedoch feststellen, dass aufgrund besonderer Umstände bestimmte Teile der Verhandlung für die in Artikel 70 genannten Zwecke oder zum Schutz vertraulicher oder schutzwürdiger Informationen, die im Zuge der Beweiserhebung vorgelegt werden, unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden müssen.

(8) Prozessverlauf

a) Zu Beginn der Verhandlung lässt das Gericht in der Hauptverhandlung, bestehend aus einem leitenden Friedensrichter, wenn benötigt mindestens 2 Beisitzern, den 12 Geschworenen und den zuständigen Beamten dem Beklagten die zuvor von der Schlichtungsabteilung bestätigte Anklage vorlesen. Das Gericht der Hauptverhandlung überzeugt sich davon, dass der Beklagte die Art der gegen ihn erhobenen Anklage versteht. Sie gibt ihm Gelegenheit, ein Geständnis in Übereinstimmung mit Artikel 67 abzulegen oder sich für nicht schuldig zu erklären.

b) In der Verhandlung kann der vorsitzende Friedensrichter prozessleitende Verfügungen erlassen, insbesondere auch, um die faire und unparteiische Führung des Verfahrens sicherzustellen. Vorbehaltlich etwaiger Verfügungen des vorsitzenden Friedensrichters können die Betroffenen in Übereinstimmung mit diesem Wiener Statut Beweismittel vorlegen.

(9) Die Hauptverfahrensabteilung ist unter anderem befugt, auf Antrag eines Betroffenen oder aus eigener Initiative:

a) über die Zulässigkeit beziehungsweise Erheblichkeit von Beweismitteln zu entscheiden;

b) alle erforderlichen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung während der Verhandlung zu treffen.

(10) Das Gericht in der Hauptverhandlung stellt sicher, dass ein vollständiges Verhandlungsprotokoll, welches das Verfahren korrekt wiedergibt, erstellt und in der IEU geführt und aufbewahrt wird.

Artikel 67 ICCJV Statut

Verfahren nach einem Geständnis

(1) Legt der Beklagte ein Geständnis vor den Geschworenen der Hauptverhandlung nach Artikel 66 Absatz (8) Buchstabe a) ab, so entscheidet die kompetente Jury, ob:

a) der Beklagte die Art und die Folgen des Geständnisses versteht;

b) das Geständnis vom Beklagten nach hinreichender Beratung mit seinem Berater freiwillig abgelegt wird;

c) das Geständnis durch die Tatsachen untermauert wird, die hervorgehen aus:

i) den vom Kläger oder Ankläger erhobenen Anklagepunkten, die der Beklagte zugibt;

ii) allen vom Kläger oder Ankläger vorgelegten Unterlagen, welche die Anklage erhärten und die der Beklagte anerkennt;

iii) allen sonstigen Beweismitteln, beispielsweise Zeugenaussagen, die vom Kläger oder Ankläger oder vom Beklagten beigebracht werden.

(2) Ist die Jury in der Hauptverhandlung davon überzeugt, dass die in Absatz (1) genannten Umstände erwiesen sind, so erachtet sie den gesamten Tatbestand des Verbrechens, auf das sich das Geständnis bezieht, als durch das Geständnis und etwaige zusätzlich beigebrachte Beweismittel erwiesen; es kann den Beklagten wegen dieses Verbrechens verurteilen.

(3) Ist die Jury in der Hauptverhandlung nicht davon überzeugt, dass die in Absatz (1) genannten Umstände erwiesen sind, so erachtet sie das Geständnis als nicht abgelegt; in diesem Fall ordnet es die Fortsetzung des Hauptverfahrens nach dem in diesem Wiener Statut vorgesehenen gewöhnlichen Verfahren an; es kann die Sache an einen anderen gleichrangigen lokalen, regionalen oder nationalen Gerichthof in der Hauptverhandlung verweisen.

(4) Ist der Friedensrichter in der Hauptverhandlung der Auffassung, dass im Interesse der Gerechtigkeit, insbesondere im Interesse der Opfer, eine vollständigere Tatsachendarstellung erforderlich ist, so kann der Friedensrichter in der Hauptverhandlung:

a) den Kläger oder Ankläger ersuchen, zusätzliche Beweismittel, einschließlich Zeugenaussagen, beizubringen;

b) die Fortsetzung des Hauptverfahrens nach dem in diesem Wiener Statut anordnen; in diesem Fall erachtet es das Geständnis als nicht abgelegt; es kann die Sache an eine andere Hauptverfahrensabteilung verweisen.

(5) Erörterungen zwischen dem Kläger und Ankläger und der Verteidigung in Bezug auf eine Änderung der Anklagepunkte, das Geständnis oder die zu verhängende Strafe sind für den ICCJV bindend.

Artikel 68 ICCJV Statut

Unschuldsvermutung

(1) Jeder gilt als unschuldig, solange seine Schuld nicht in Übereinstimmung mit dem anwendbaren Recht vor dem ICCJV nachgewiesen ist.

(2) Die Beweislast für die Schuld des Beklagten liegt beim Kläger oder Ankläger.

(3) Für eine Verurteilung des Beklagten muss der ICCJV von der Schuld des Beklagten so überzeugt sein, dass kein berechtigter Zweifel besteht.

Artikel 69 ICCJV Statut

Rechte des Beklagten

(1) Der Beklagte hat Anspruch darauf, dass über die gegen ihn erhobene Anklage öffentlich nach Maßgabe dieses Wiener Statuts und in billiger Weise unparteiisch verhandelt wird; außerdem hat er in gleicher Weise Anspruch auf folgende Mindestgarantien:

a) er ist unverzüglich und im Einzelnen in einer Sprache, die er vollständig versteht und spricht, über Art, Grund und Inhalt der gegen ihn erhobenen Anklage zu unterrichten;

b) er muss hinreichend Zeit und Gelegenheit zur Vorbereitung seiner Verteidigung und zum freien und vertraulichen Verkehr mit einem Berater seiner Wahl haben;

c) es muss ohne unangemessene Verzögerung ein Urteil gegen ihn ergehen;

d) vorbehaltlich des Artikel 65 Absatz (2) muss er bei der Verhandlung anwesend sein und sich selbst verteidigen;

e) er darf Fragen an die Belastungszeugen stellen oder stellen lassen und das Erscheinen und die Vernehmung der Entlastungszeugen unter den für die Belastungszeugen geltenden Bedingungen erwirken. Er darf auch Gründe, welche die Strafbarkeit ausschließen, geltend machen und sonstige aufgrund dieses Wiener Statuts nach Artikel 71 zulässige Beweismittel beibringen;

f) er kann die unentgeltliche Hinzuziehung eines sachkundigen Dolmetschers und die Übersetzungen verlangen, die erforderlich sind, um dem Gebot der Fairness Genüge zu tun, wenn Teile des Verfahrens oder dem ICCJV vorgelegte Schriftstücke nicht in einer Sprache gehalten sind, die der Beklagte vollständig versteht und spricht;

g) er darf nicht gezwungen werden, gegen sich selbst als Zeuge auszusagen oder sich schuldig zu bekennen, und er darf schweigen, ohne dass sein Schweigen bei der Feststellung von Schuld oder Unschuld in Betracht gezogen wird;

h) er kann eine unbeeidigte mündliche oder schriftliche Erklärung zu seiner Verteidigung abgeben;

i) es darf ihm weder eine Umkehr der Beweislast noch eine Widerlegungspflicht auferlegt werden.

(2) Neben anderen in diesem Wiener Statut vorgesehenen Offenlegungen legt der Kläger oder Ankläger, so bald wie möglich, der Verteidigung die in seinem Besitz oder seiner Verfügungsgewalt befindlichen Beweismittel offen, die seiner Überzeugung nach die Schuld des Beklagten beweisen oder zu beweisen geeignet sind. Die Verteidigung oder der Beklagte legt im Gegenzug Beweismittel vor, die dessen Schuld mildern oder die Glaubwürdigkeit der vom Kläger oder Ankläger beigebrachten Beweismittel beeinträchtigen können. Bei Zweifeln hinsichtlich der Anwendung dieses Absatzes entscheidet der zuständige Gerichtshof des ICCJV.

Artikel 70 ICCJV Statut

Schutz der Opfer und Zeugen und ihre Teilnahme am Verfahren

(1) Der ICCJV trifft geeignete Maßnahmen zum Schutz der Sicherheit, des körperlichen und seelischen Wohles, der Würde und der Privatsphäre der Opfer und Zeugen. Dabei zieht der ICCJV alle maßgeblichen Umstände in Betracht, namentlich Alter, Geschlecht im Sinne des Artikel 7 Absatz (3) und Gesundheitszustand sowie die Art des Verbrechens, insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, soweit es mit sexueller oder geschlechtsspezifischer Gewalt oder Gewalt gegen Kinder zusammenhängt. Der Ankläger trifft diese Maßnahmen insbesondere während der Ermittlungen und der Strafverfolgung solcher Verbrechen. Diese Maßnahmen dürfen die Rechte des Beklagten sowie die Fairness und Unparteilichkeit des Verfahrens nicht beeinträchtigen oder damit unvereinbar sein.

(2) Als Ausnahme vom Grundsatz der öffentlichen Verhandlung nach Artikel 69 können die Gerichte der Hauptverhandlung zum Schutz der Opfer und Zeugen oder des Beklagten einen Teil des Verfahrens unter Ausschluss der Öffentlichkeit führen oder die Vorlage von Beweisen mittels elektronischer oder sonstiger besonderer Mittel gestatten. Diese Maßnahmen werden insbesondere im Fall eines Opfers sexueller Gewalt oder eines Kindes getroffen, das Opfer oder Zeuge ist, es sei denn, der ICCJV ordnet unter Berücksichtigung aller Umstände, insbesondere der Auffassungen der Opfer oder Zeugen, etwas anderes an.

(3) Sind die persönlichen Interessen der Opfer betroffen, so gestattet der ICCJV, dass ihre Auffassungen und Anliegen in von ihm für geeignet befundenen Verfahrensabschnitten in einer Weise vorgetragen und behandelt werden, welche die Rechte des Beklagten sowie die Fairness und die Neutralität des Verfahrens nicht beeinträchtigt oder damit unvereinbar ist. Diese Auffassungen und Anliegen können in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung von den Opfern vorgetragen werden, wenn der ICCJV dies für angebracht hält.

(4) Die Abteilung für Opfer und Zeugen kann den Ankläger und den ICCJV im Hinblick auf angemessene Schutzmaßnahmen, Sicherheitsvorkehrungen, Beratung und Hilfe nach Artikel 45 Absatz (6) beraten.

(5) Kann die Offenlegung von Beweismitteln oder Informationen aufgrund dieses Wiener Statuts zu einer ernsten Gefährdung der Sicherheit eines Zeugen oder seiner Familie führen, so kann der Ankläger diese für die Zwecke jedes vor Eröffnung des Hauptverfahrens geführten Schlichtungsverfahrens zurückhalten und statt dessen eine Zusammenfassung vorlegen. Diese Maßnahmen müssen in einer Weise angewendet werden, welche die Rechte des Beklagten sowie die Fairness und Neutralität des Verfahrens nicht beeinträchtigt oder damit unvereinbar ist.

(6) Eine völkerrechtliche Gebietskörperschaft kann darum ersuchen, dass die notwendigen Maßnahmen zum Schutz seiner Bediensteten oder Vertreter sowie vertraulicher oder schutzwürdiger Informationen getroffen werden.

Artikel 71 ICCJV Statut

Beweismittel

(1) Vor seiner Aussage verpflichtet sich jeder Zeuge in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung, in seinem Zeugnis die Wahrheit zu sagen.

(2) Ein Zeuge muss für sein Zeugnis in der Verhandlung persönlich erscheinen, vorbehaltlich der in Artikel 70 oder in der Verfahrens- und Beweismittelordnung vorgesehenen Maßnahmen. Der ICCJV kann auch nach Maßgabe dieses Wiener Statuts und in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung das mit Hilfe der Video- oder Audiotechnik direkt übertragene oder aufgezeichnete Zeugenaussagen sowie die Vorlage von Schriftstücken oder schriftlichen Wortprotokollen gestatten. Diese Maßnahmen dürfen die Rechte des Beklagten nicht beeinträchtigen oder mit ihnen unvereinbar sein.

(3) Die Betroffenen können in Übereinstimmung mit Artikel 66 die Beweismittel beibringen, die für die Sache erheblich sind. Der ICCJV ist befugt, die Beibringung sämtlicher Beweismittel zu verlangen, die er für die Wahrheitsfindung für erforderlich hält.

(4) Der ICCJV kann in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung über die Erheblichkeit oder Zulässigkeit jedes Beweismittels entscheiden, wobei er unter anderem die Beweiskraft des Beweismittels und alle Nachteile in Betracht zieht, die sich für ein faires Verfahren oder für eine faire Bewertung des Zeugnisses möglicherweise daraus ergeben.

(5) Der ICCJV achtet und wahrt die in der Verfahrens- und Beweismittelordnung vorgesehenen Rechte in Bezug auf Vertraulichkeit.

(6) Der ICCJV verlangt nicht den Nachweis allgemein bekannter Tatsachen, kann sie jedoch als offenkundig anerkennen.

(7) Beweismittel, die durch Verletzung dieses Wiener Statuts oder international anerkannter Menschenrechte erlangt wurden, sind nicht zulässig, wenn:

a) die Verletzung erhebliche Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit entstehen lässt;

b) ihre Zulassung im grundsätzlichen Widerspruch zur Ordnungsmäßigkeit des Verfahrens stehen und dieser schweren Schaden zufügen würde.

(8) Bei der Entscheidung über die Erheblichkeit oder Zulässigkeit der von einer völkerrechtlichen Gebietskörperschaft gesammelten Beweismittel entscheidet der ICCJV nicht über die Anwendung der Rechtsvorschriften dieser völkerrechtlichen Gebietskörperschaft.

Artikel 72 ICCJV Statut

Straftaten gegen die Rechtspflege

(1) Der ICCJV hat Gerichtsbarkeit über folgende Straftaten gegen seine Rechtspflege, wenn diese vorsätzlich verübt werden:

a) Falschaussage, wenn nach Artikel 71 Absatz (1) die Verpflichtung bestand, die Wahrheit zu sagen;

b) Vorlage von Beweismitteln, von denen die Beweismittelpflichtigen wissen, dass sie falsch, ge- oder verfälscht sind;

c) Beeinflussung eines Zeugen durch Vorteilsgewährung, Behinderung oder Störung des Erscheinens oder des Zeugnisses eines Zeugen, Vergeltungsmaßnahmen gegen einen Zeugen wegen seines Zeugnisses, Vernichtung oder Fälschung von Beweismitteln oder Störung der Beweisaufnahme;

d) Behinderung oder Einschüchterung eines Beamten des ICCJV oder Beeinflussung desselben durch Vorteilsgewährung mit dem Ziel, ihn zu zwingen oder zu veranlassen, seine Pflichten gar nicht oder nicht ordnungsgemäß wahrzunehmen;

e) Vergeltungsmaßnahmen gegen einen Beamten des ICCJV wegen von ihm oder einem anderen Beamten wahrgenommener Pflichten;

f) Forderung oder Annahme einer Bestechung durch einen Beamten des ICCJV im Zusammenhang mit seinen Amtspflichten.

(2) Der ICCJV übt seine Gerichtsbarkeit über Straftaten nach diesem Artikel entsprechend den in der Verfahrens- und Beweismittelordnung vorgesehenen Grundsätzen und Verfahren aus. Die Bedingungen, unter denen dem ICCJV internationale Zusammenarbeit im Hinblick auf seine Verfahren nach diesem Artikel gewährt wird, richten sich nach dem Recht der völkerrechtlichen Gebietskörperschaft.

(3) Im Fall einer Verurteilung kann der ICCJV eine Geldstrafe in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung, verhängen.

(4) Pflichten der Vertragspartner:

a) Jeder Vertragspartner dehnt seine Strafgesetze, durch die Straftaten gegen seine eigenen Ermittlungs- oder Gerichtsverfahren unter Strafe gestellt werden, auf die in diesem Artikel genannten Straftaten gegen die Rechtspflege aus, die in seinem Hoheitsgebiet oder von einem seiner Angehörigen begangen werden;

b) Auf Ersuchen des ICCJV, wenn er dies für angebracht hält, unterbreitet der Vertragspartner die Sache seinen zuständigen Behörden zwecks Strafverfolgung. Diese Behörden behandeln diese Sachen mit Sorgfalt und stellen ausreichende Mittel zu deren wirksamer Abwicklung bereit.

Artikel 73 ICCJV Statut

Strafmaßnahmen wegen ordnungswidrigen Verhaltens vor Gericht

(1) Der ICCJV kann vor ihm Anwesende, die sich ordnungswidrig verhalten, etwa durch Störung seines Verfahrens oder vorsätzliche Weigerung, seine Anordnungen zu befolgen, durch Ordnungsmittel wie vorübergehende oder dauernde Entfernung aus dem Gerichtssaal, Geldstrafe oder andere ähnliche in der Verfahrens- und Beweismittelordnung vorgesehene Maßnahmen, nicht jedoch durch Freiheitsstrafe, bestrafen.

(2) Die in Absatz (1) enthaltenen Maßnahmen werden nach den in der Verfahrens- und Beweismittelordnung vorgesehenen Verfahren verhängt.

Artikel 74 ICCJV Statut

Schutz von Informationen betreffend die nationale Sicherheit

(1) Dieser Artikel findet in jedem Fall Anwendung, in dem die Offenlegung von Informationen oder Schriftstücken einer völkerrechtlichen Gebietskörperschaft nach dessen Auffassung seine nationalen Sicherheitsinteressen beeinträchtigen würde. Dazu gehören die Fälle, die in den Geltungsbereich des Artikel 60 Absätze (2) und (3), des Artikel 66 Absatz (6), des Artikel 68 Absatz (3), des Artikel 71 Absatz (2) und des Artikel 97 fallen, sowie die Fälle, die in einem sonstigen Verfahrensabschnitt auftreten, in dem sich die Frage einer solchen Offenlegung stellen kann.

(2) Dieser Artikel findet auch Anwendung, wenn ein Betroffener, der zur Beibringung von Informationen oder Beweismitteln aufgefordert wurde, diese verweigert oder die Angelegenheit aus dem Grund an die völkerrechtliche Gebietskörperschaft verwiesen hat, dass eine Offenlegung die nationalen Sicherheitsinteressen dieser völkerrechtliche Gebietskörperschaft beeinträchtigen würde, und die betreffende völkerrechtliche Gebietskörperschaft bestätigt, dass eine Offenlegung seiner Auffassung nach seine nationalen Sicherheitsinteressen beeinträchtigen würde.

(3) Dieser Artikel lässt die Erfordernisse der Vertraulichkeit nach Artikel 56 Absatz (3) Buchstaben e) und f) und die Anwendung des Artikel 75 unberührt.

(4) Erfährt eine völkerrechtliche Gebietskörperschaft, dass Informationen oder Unterlagen dieser Gebietskörperschaft in irgendeinem Abschnitt des Verfahrens offengelegt werden oder wahrscheinlich offengelegt werden sollen, und ist er der Auffassung, dass die Offenlegung seine Sicherheitsinteressen beeinträchtigen würde, so hat er das Recht, dem Verfahren beizutreten, um eine Regelung dieser Frage in Übereinstimmung mit diesem Artikel herbeizuführen.

(5) Würde die Offenlegung von Informationen nach Auffassung einer völkerrechtliche Gebietskörperschaft dessen Sicherheitsinteressen beeinträchtigen, so unternimmt diese Gebietskörperschaft alle angemessenen Schritte, um gemeinsam mit dem Ankläger, der Verteidigung oder der Schlichtungsabteilung beziehungsweise der Hauptverfahrensabteilung zu versuchen, die Angelegenheit auf dem Weg der Zusammenarbeit zu regeln. Dabei kann es sich insbesondere um folgende Schritte handeln:

a) Änderung oder Klarstellung des Ersuchens;

b) eine Entscheidung des ICCJV über die Erheblichkeit der verlangten Informationen oder Beweismittel oder eine Entscheidung, ob die Beweismittel, obzwar erheblich, nicht von einer anderen Stelle als der ersuchten völkerrechtlichen Gebietskörperschaft erlangt werden könnten oder wurden;

c) Erlangung der Informationen oder Beweismittel von einer anderen Stelle oder in anderer Form;

d) Einigung über die Bedingungen, unter denen die verlangte Hilfe gewährt werden könnte, so unter anderem durch die Beibringung von Zusammenfassungen oder redigierten Textfassungen, Beschränkung der Offenlegung, Verfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit oder der Gegenseite oder sonstige aufgrund des Wiener Statuts und der Verfahrens- und Beweismittelordnung zulässige Schutzmaßnahmen.

(6) Wurden alle angemessenen Schritte unternommen, um die Angelegenheit auf dem Weg der Zusammenarbeit zu regeln, und gibt es nach Auffassung der völkerrechtlichen Gebietskörperschaft keine Möglichkeiten oder Voraussetzungen für die Bereitstellung oder Offenlegung der Informationen oder Unterlagen, ohne dass seine Sicherheitsinteressen beeinträchtigt werden, so teilt er dem Ankläger oder dem ICCJV die konkreten Gründe für seine Entscheidung mit, sofern nicht die konkrete Darlegung der Gründe selbst zwangsläufig zu einer Beeinträchtigung der Sicherheitsinteressen dieser völkerrechtliche Gebietskörperschaft führen würde.

(7) Danach kann der ICCJV, sofern er entscheidet, dass die Beweismittel erheblich und für den Nachweis der Schuld oder Unschuld des Beklagten erforderlich sind, folgende Maßnahmen ergreifen:

a) wird die Offenlegung der Informationen oder der Unterlagen aufgrund eines Ersuchens um Zusammenarbeit nach Teil 9 oder unter den in Absatz (2) beschriebenen Umständen verlangt und hat die völkerrechtliche Gebietskörperschaft den in Artikel 95 Absatz (4) genannten Ablehnungsgrund geltend gemacht, so kann der ICCJV:

i) bevor er zu einem in Absatz (7) Buchstabe a) Ziffer ii genannten Schluss gelangt, um weitere Konsultationen zur Prüfung der Darlegungen der völkerrechtliche Gebietskörperschaft ersuchen wozu gegebenenfalls auch Verhandlungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit und der Gegenseite gehören können;

ii) wenn er zu dem Schluss gelangt, dass die ersuchte völkerrechtliche Gebietskörperschaft durch Geltendmachung des Ablehnungsgrunds nach Artikel 95 Absatz (4) unter den gegebenen Umständen nicht in Übereinstimmung mit seinen Verpflichtungen aus dem Wiener Statut handelt, die Angelegenheit unter Angabe der Gründe für seinen Schluss in Übereinstimmung mit Artikel 89 Absatz (7) verweisen;

iii) im Verfahren gegen den Beklagten hinsichtlich des Erwiesenseins oder Nichterwiesenseins einer Tatsache die Schlüsse ziehen, die unter den Umständen angebracht erscheinen;

b) unter allen anderen Umständen:

i) die Offenlegung anordnen;

ii) soweit er die Offenlegung nicht anordnet, im Verfahren gegen den Beklagten hinsichtlich des Erwiesenseins oder Nichterwiesenseins einer Tatsache die Schlüsse ziehen, die unter den Umständen angebracht erscheinen.

Artikel 75 ICCJV Statut

Informationen oder Unterlagen von Dritten

Wird ein Vertragspartner vom ICCJV ersucht, Unterlagen oder Informationen zur Verfügung zu stellen, die sich in seinem Gewahrsam, in seinem Besitz oder unter seiner Verfügungsgewalt befinden und die ihm von einer völkerrechtlichen Gebietskörperschaft, einer zwischenstaatlichen oder internationalen Organisation unter dem Vorbehalt der Vertraulichkeit offengelegt worden sind, so ersucht er den Urheber um seine Zustimmung zu deren Offenlegung. Ist der Urheber ein Vertragspartner, so gibt er entweder die Zustimmung zur Offenlegung der Informationen oder Unterlagen oder verpflichtet sich, vorbehaltlich des Artikels 74 die Frage der Offenlegung mit dem ICCJV zu regeln. Ist der Urheber kein Vertragspartner und verweigert er die Zustimmung zur Offenlegung, so teilt die ersuchte völkerrechtliche Gebietskörperschaft dem ICCJV mit, dass er wegen einer gegenüber dem Urheber zuvor eingegangenen Verpflichtung zur Geheimhaltung nicht in der Lage ist, die Unterlagen oder Informationen zur Verfügung zu stellen.

Artikel 76 ICCJV Statut

Anforderungen an das Urteil

(1) Alle Friedensrichter der Hauptverfahrensabteilung sind in jeder Phase der Verhandlung und während der gesamten Dauer ihrer Beratungen anwesend. Der Gerichtshof kann fallweise, soweit verfügbar, einen oder mehrere Ersatzfriedensrichter als Beisitzer bestimmen, die der Verhandlung in jeder Phase beiwohnen und an die Stelle eines leitenden Friedensrichters der Hauptverhandlung treten, wenn dieser nicht in der Lage ist, weiter anwesend zu sein.

(2) Das Urteil der Geschworenen des Hauptverfahrens gründet sich auf ihre Beweiswürdigung und das gesamte Verfahren. Das Urteil darf nicht über die in der Anklage dargestellten Tatsachen und Umstände und etwaige Änderungen der Anklage hinausgehen. Der ICCJV darf seinem Urteil lediglich die Beweismittel zugrunde legen, die während der Verhandlung beigebracht und vor ihm erörtert wurden.

(3) Die Geschworenen müssen ihr Urteil einstimmig fällen.

 (4) Die Beratungen der Geschworenen des Hauptverfahrens bleiben geheim.

(5) Das Urteil ergeht schriftlich und enthält eine vollständige und begründete Darstellung der Ergebnisse der Beweiswürdigung und der Schlussfolgerungen des Hauptverfahrens. Die Geschworenen des Hauptverfahrens erlassen ein einstimmiges Urteil. Das Urteil oder eine Zusammenfassung des Urteils wird in öffentlicher Sitzung verkündet.

Artikel 77 ICCJV Statut

Restitution und Wiedergutmachung für die Opfer

(1) Der ICCJV stellt Grundsätze für die Wiedergutmachung auf, die an oder in Bezug auf die Opfer zu leisten ist, einschließlich Restitution, Schadenersatz, Genugtuung, Rückerstattung und Rehabilitierung. Auf dieser Grundlage kann der ICCJV in seiner Entscheidung entweder auf Antrag oder unter außergewöhnlichen Umständen aus eigener Initiative den Umfang und das Ausmaß des Schadens, Verlustes oder Nachteils feststellen, der den Opfern oder in Bezug auf die Opfer entstanden ist, wobei er die Grundsätze nennt, aufgrund deren er tätig wird. Dies geschieht unter Beachtung der Grundsätze der UN Resolution A/RES/60/147 vom 21. März 2006, auch insofern einzelne Artikel dieser UN Resolution gegen die Grundsätze dieses Wiener Statut verstoßen können.

(2) Der ICCJV kann eine Anordnung unmittelbar gegen den Verurteilten erlassen, in der er die den Opfern oder in Bezug auf die Opfer zu leistende angemessene Wiedergutmachung, wie Rückerstattung, Entschädigung und Rehabilitierung, im Einzelnen festlegt. Gegebenenfalls kann der ICCJV anordnen, dass die zuerkannte Wiedergutmachung über den in Artikel 81 vorgesehenen Treuhandfond erfolgt.

(3) Vor Erlass einer Anordnung nach diesem Artikel kann der ICCJV zu Eingaben seitens oder zugunsten des Verurteilten, der Opfer, anderer interessierter Menschen, Personen oder interessierter völkerrechtlichen Gebietskörperschaften auffordern, die er berücksichtigt.

(4) In Wahrnehmung seiner Befugnis nach diesem Artikel kann der ICCJV, nachdem ein Mensch oder eine Person wegen eines der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegenden Verbrechens verurteilt worden ist, entscheiden, ob es notwendig ist, Maßnahmen nach Artikel 87 Absatz (1) treffen zu lassen, um eine von ihm nach dem vorliegenden Artikel erlassene Anordnung in Kraft zu setzen.

(5) Ein Vertragspartner setzt eine nach diesem Artikel ergangene Entscheidung in Kraft, als fände Artikel 109 auf diesen Artikel Anwendung.

(6) Dieser Artikel ist nicht so auszulegen, als beeinträchtige er die Rechte der Opfer nach nationalem Recht oder nach dem Völkerrecht.

Artikel 78 ICCJV Statut

Strafspruch

(1) Im Fall einer Verurteilung prüft die Jury der Hauptverfahrensabteilung die zu verhängende angemessene Strafe und berücksichtigt dabei die während der Verhandlung beigebrachten Beweismittel und die Anträge, die für den Strafspruch von Bedeutung sind.

(2) Sofern nicht Artikel 67 Anwendung findet und vor Abschluss der Verhandlung kann die Hauptverfahrensabteilung aus eigener Initiative beziehungsweise muss sie auf Antrag des Anklägers oder des Beklagten in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung eine weitere mündliche Verhandlung abhalten, um zusätzliche Beweismittel oder Anträge entgegenzunehmen, die für den Strafspruch von Bedeutung sind. Die Entscheidung der Vertagung trifft der vorsitzende Friedensrichter.

(3) Findet der Absatz (2) Anwendung, so werden Eingaben nach Artikel 77 bei der in Absatz (2) genannten weiteren mündlichen Verhandlung und erforderlichenfalls bei jeder zusätzlichen mündlichen Verhandlung entgegengenommen.

(4) Die Strafe wird in öffentlicher Sitzung und soweit möglich in Anwesenheit des Beklagten verkündet.

Teil 7:  Strafen

Artikel 79 ICCJV Statut

Anwendbare Strafen unter Ausschluss der Todesstrafe

(1) Vorbehaltlich des Artikels 112 kann der ICCJV über einen Menschen oder Person, die wegen eines in Artikel 5 dieses Wiener Statuts genannten Verbrechens verurteilt worden ist, eine der folgenden Strafen verhängen:

a) eine zeitlich begrenzte Freiheitsstrafe bis zu einer Höchstdauer von 30 Jahren;

b) eine lebenslange Freiheitsstrafe, wenn dies durch die außergewöhnliche Schwere des Verbrechens und die persönlichen Verhältnisse des Verurteilten gerechtfertigt ist;

c) absolut ausgeschlossen ist das Verhängen der Todesstrafe.

(2) Neben der Freiheitsstrafe kann der ICCJV folgendes anordnen:

a) eine Geldstrafe nach den in der Verfahrens- und Beweismittelordnung enthaltenen Kriterien;

b) die Einziehung des Erlöses, des Eigentums und der Vermögensgegenstände, die unmittelbar oder mittelbar aus diesem Verbrechen stammen, unbeschadet der Rechte gutgläubiger Dritter.

(3) Näheres regelt die Strafmaß- und Schadensausgleichsbestimmung unter anderem im Kapitel "Pfändungen und Obligationen".

Artikel 80 ICCJV Statut

Festsetzung der Strafe

(1) Bei der Festsetzung der Strafe berücksichtigt der ICCJV in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung Faktoren wie die Schwere des Verbrechens und die persönlichen Verhältnisse des Verurteilten.

(2) Bei der Verhängung einer Freiheitsstrafe rechnet der ICCJV die aufgrund seiner Anordnung zuvor in Haft verbrachte Zeit an. Der ICCJV kann alle sonst im Zusammenhang mit dem Verhalten, das dem Verbrechen zugrunde liegt, in Haft verbrachten Zeiten anrechnen.

(3) Ist eine Person mehr als eines Verbrechens für schuldig befunden worden, so verhängt der ICCJV eine Strafe für jedes Verbrechen und eine Gesamtstrafe unter Angabe der Gesamtlänge der Freiheitsstrafe. Diese darf nicht kürzer sein als die höchste verhängte Einzelstrafe; sie darf 30 Jahre Freiheitsentzug oder eine lebenslange Freiheitsstrafe entsprechend Artikel 79 Absatz (1) Buchstabe b) nicht überschreiten.

Artikel 81 ICCJV Statut

Treuhandfond

(1) Auf Beschluss der Versammlung der Vertragspartner wird zugunsten der Opfer von Verbrechen, die der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegen, und der Angehörigen der Opfer ein Treuhandfond errichtet.

(2) Der ICCJV kann anordnen, dass eingezogene Strafgelder oder durch Vollstreckung erlangte Gelder auf Anordnung des ICCJV an den Treuhandfond überwiesen werden.

(3) Der Treuhandfond wird nach Kriterien verwaltet, die von der Court Staff Commission festzulegen sind.

(4) Näheres regelt die Verfahrens- und Beweismittelordnung.

Artikel 82 ICCJV Statut

Unberührtheit der inneren Anwendung von Strafen und gebietskörperschaftlichen Rechtsvorschriften

Dieser Teil lässt die Anwendung der in den gebietskörperschaftlichen Rechtsvorschriften vorgesehenen Strafen durch die Staaten ebenso unberührt wie die Rechtsvorschriften von völkerrechtlichen Gebietskörperschaften, welche die in diesem Teil vorgesehenen Strafen nicht kennen.

Teil 8:  Berufung und Wiederaufnahme

Artikel 83 ICCJV Statut

Berufung gegen Frei- oder Schuldspruch oder gegen den Strafspruch

(1) Gegen ein Urteil nach Artikel 76 kann in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung wie folgt Berufung eingelegt werden:

a) Der Ankläger kann aus einem der folgenden Gründe Berufung einlegen:

i) Verfahrensfehler;

ii) fehlerhafte Tatsachenfeststellung oder Wahrheitsfindung;

iii) fehlerhafte Rechtsanwendung.

b) Der Verurteilte oder zu seinen Gunsten der Kläger oder Ankläger kann aus einem der folgenden Gründe Berufung einlegen:

i) Verfahrensfehler;

ii) fehlerhafte Tatsachenfeststellung oder Wahrheitsfindung;

iii) fehlerhafte Rechtsanwendung;

iv) jeder andere Grund, der die Fairness oder Verlässlichkeit des Verfahrens oder des Urteils beeinträchtigt.

(2) Gründe für die Berufung:

a) gegen den Strafspruch kann der Ankläger oder der Verurteilte in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung wegen der Unverhältnismäßigkeit zwischen Verbrechen und Strafmaß Berufung einlegen;

b) gelangt der ICCJV aus Anlass einer Berufung gegen den Strafspruch zu der Auffassung, dass Gründe für eine vollständige oder teilweise Aufhebung des Schuldspruchs vorliegen, so kann er den Ankläger und den Verurteilten auffordern, Gründe nach Absatz (1) Buchstabe a) oder b) vorzubringen; er kann in Übereinstimmung mit Artikel 85 eine Entscheidung über den Schuldspruch fällen;

c) das gleiche Verfahren findet Anwendung, wenn der ICCJV aus Anlass einer allein gegen den Schuldspruch gerichteten Berufung zu der Auffassung gelangt, dass Gründe für die Herabsetzung des Strafmaßes nach Absatz (2) Buchstabe a) vorliegen.

(3) Einschränkung der Freiheit des Beklagten bei Berufungsverfahren:

a) soweit die Court Direction nichts anderes anordnet, bleibt ein Verurteilter während des Berufungsverfahrens in Haft;

b) überschreitet die Haftzeit eines Verurteilten die verhängte Freiheitsstrafe, so wird er freigelassen;

c) hat indessen der Ankläger ebenfalls Berufung eingelegt, so kann die Haftentlassung nach Maßgabe der unter Buchstabe d) genannten Bedingungen erfolgen;

d) Im Fall eines Freispruchs wird der Beklagten vorbehaltlich der folgenden Bestimmungen sofort freigelassen:

i) unter außergewöhnlichen Umständen und mit Rücksicht unter anderem auf die konkrete Fluchtgefahr, die Schwere der zur Last gelegten Straftat und die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Ausgangs der Berufung kann die Court Direction auf Antrag des Anklägers den Freigesprochenen während des Berufungsverfahrens weiterhin in Haft halten;

ii) gegen eine Entscheidung der Court Direction nach Buchstabe d) Ziffer i) kann in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung Beschwerde eingelegt werden.

(4) Vorbehaltlich des Absatzes (3) Buchstaben a) und b) wird die Vollstreckung des Urteils beziehungsweise der Strafe während der zulässigen Berufungsfrist und für die Dauer des Berufungsverfahrens ausgesetzt.

Artikel 84 ICCJV Statut

Beschwerde gegen sonstige Entscheidungen

(1) Jede der Betroffenen kann in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung gegen jede der nachstehenden Entscheidungen Beschwerde einlegen:

a) eine Entscheidung betreffend die Gerichtsbarkeit oder Zulässigkeit;

b) eine Entscheidung, mit der die Haftentlassung des Menschen oder der Person, gegen die sich die Ermittlungen oder die Strafverfolgung richten, gewährt beziehungsweise abgelehnt wird;

c) eine Entscheidung der Court Direction, nach Artikel 58 Absatz (3) aus eigener Initiative tätig zu werden;

d) eine Entscheidung betreffend eine Frage, welche die faire und zügige Durchführung des Verfahrens oder das Ergebnis des Hauptverfahrens maßgeblich beeinflussen würde und deren sofortige Regelung durch die Berufungsabteilung das Verfahren nach Auffassung der Court Direction oder der Hauptverfahrensabteilung wesentlich voranbringen kann.

(2) Gegen eine Entscheidung der Court Direction nach Artikel 59 Absatz (3) Buchstabe d) kann die betroffene völkerrechtliche Gebietskörperschaft beziehungsweise der Ankläger mit Zustimmung der Court Direction Beschwerde einlegen. Über die Beschwerde wird beschleunigt verhandelt.

(3) Eine Beschwerde hat nur dann aufschiebende Wirkung, wenn die Berufungsabteilung dies auf entsprechenden Antrag in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung anordnet.

(4) Der gesetzliche Vertreter minderjähriger Opfer, der Verurteilte oder ein gutgläubiger Eigentümer von Vermögensgegenständen, auf die sich eine Anordnung nach Artikel 77 nachteilig auswirkt, kann entsprechend der Verfahrens- und Beweismittelordnung gegen die Anordnung zur Leistung von Wiedergutmachung Beschwerde einlegen.

Artikel 85 ICCJV Statut

Berufungsverfahren

(1) Für die Zwecke eines Verfahrens nach Artikel 83 und diesem Artikel verfügt die Berufungsabteilung über alle Befugnisse der Hauptverfahrensabteilung.

(2) Befindet die Berufungsabteilung, dass es dem Verfahren, gegen das Berufung eingelegt wurde, in einer Weise an Fairness mangelte, dass die Verlässlichkeit des Urteils oder des Strafspruchs beeinträchtigt wurde, oder dass das Urteil oder der Strafspruch, gegen die Berufung eingelegt wurde, durch fehlerhafte Tatsachenfeststellung, fehlerhafte Rechtsanwendung oder Verfahrensfehler wesentlich beeinträchtigt wurde, so kann sie:

a) eine neue Verhandlung vor einer anderen Hauptverfahrensabteilung anordnen. Zu diesem Zweck kann die Berufungsabteilung eine Tatsachenfrage an die ursprüngliche Hauptverfahrensabteilung zur Entscheidung und entsprechenden Berichterstattung zurückverweisen;

b) selbst Beweis erheben, um die Frage zu entscheiden;

c) wenn nur der Verurteilte oder zu seinen Gunsten der Ankläger Berufung gegen das Urteil oder den Strafspruch eingelegt hat, kann das Urteil oder der Strafspruch der erneuten Verhandlung im Hauptverfahren nicht zum Nachteil des Verurteilten abgeändert werden.

(3) Stellt die Berufungsabteilung bei einer Berufung gegen den Strafspruch fest, dass das Strafmaß in keinem Verhältnis zum Verbrechen steht, so muss sie die erneute Verhandlung im Hauptverfahren darauf hinweisen.

(4) Das Urteil der neuen Hauptverfahrensverhandlung ergeht mit der Einstimmigkeit der Jury und wird in öffentlicher Sitzung verkündet. Das Urteil enthält eine Urteilsbegründung. Das vorherige Strafmaß ist nach dem Urteil der neuen Hauptverfahrensverhandlung anzupassen.

(5) Die neue Hauptverfahrensverhandlung kann ihr Urteil in Abwesenheit des Freigesprochenen oder des Verurteilten verkünden.

Artikel 86 ICCJV Statut

Wiederaufnahme des Verfahrens hinsichtlich des Schuldspruchs oder des Strafspruchs

(1) Der Verurteilte oder nach seinem Tod sein Ehepartner, seine Kinder, Eltern oder eine zum Zeitpunkt des Todes des Verurteilten lebender Mensch oder Person, welche/r vom Verurteilten ausdrücklich schriftliche Anweisungen erhalten hat, einen solchen Antrag zu stellen, oder zugunsten des Verurteilten der Ankläger, können bei der Berufungsabteilung einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens hinsichtlich des rechtskräftigen Schuldspruchs oder Strafspruchs stellen mit der Begründung, dass:

a) neue Beweismittel bekannt geworden sind, die:

i) zum Zeitpunkt der Verhandlung nicht vorlagen, ohne dass dies ganz oder teilweise den antragstellenden Betroffenen zuzuschreiben war;

ii) so wichtig sind, dass sie wahrscheinlich zu einem anderen Urteil geführt hätten, wenn sie während der Verhandlung entsprechend gewürdigt worden wären;

b) erst jetzt entdeckt wurde, dass entscheidende Beweismittel, die bei der Verhandlung berücksichtigt wurden und auf denen der Schuldspruch beruht, falsch sind, ge- oder verfälscht wurden;

c) ein oder mehrere an dem Schuldspruch oder der Bestätigung der Anklage beteiligte Friedensrichter in dieser Sache eine so schwere Verfehlung oder Amtspflichtverletzung begangen haben, dass ihre Amtsenthebung nach Artikel 48 gerechtfertigt ist.

(2) Die Berufungsabteilung verwirft den Wiederaufnahmeantrag, wenn sie ihn für unbegründet hält. Erachtet sie den Antrag als begründet, so kann sie je nach Sachlage:

a) eine neue Hauptverfahrensabteilung bilden;

b) selbst die Zuständigkeit für die Angelegenheit behalten, mit dem Ziel, nach Anhörung der Betroffenen in einer der Verfahrens- und Beweismittelordnung entsprechenden Weise zu entscheiden, ob das Urteil revidiert werden soll.

Artikel 87 ICCJV Statut

Entschädigung an Festgenommene oder Verurteilte

(1) Ein Mensch oder eine Person, welche unrechtmäßig festgenommen oder in Haft gehalten worden ist, hat einen Anspruch auf Entschädigung.

(2) Ist ein Mensch oder eine Person wegen einer strafbaren Handlung rechtskräftig verurteilt und ist das Urteil später aufgehoben worden, weil eine neue oder neu bekannt gewordene Tatsache schlüssig beweist, dass ein Fehlurteil vorlag, so ist derjenige, der aufgrund eines solchen Urteils eine Strafe verbüßt hat, nach rechtlichen Vorschriften zu entschädigen, sofern nicht nachgewiesen wird, dass das nicht rechtzeitige Bekanntwerden der betreffenden Tatsache ganz oder teilweise ihm zuzuschreiben ist.

(3) Unter außergewöhnlichen Umständen kann der ICCJV, wenn er schlüssige Tatsachen feststellt, aus denen hervorgeht, dass es zu einem schwerwiegenden und offenkundigen Fehlurteil gekommen ist, nach eigenem Ermessen in Übereinstimmung mit den in der Verfahrens- und Beweismittelordnung vorgesehenen Kriterien einem Menschen oder einer Person Entschädigung zuerkennen, die nach einem rechtskräftigen Freispruch oder einer aus diesem Grund erfolgten Verfahrenseinstellung aus der Haft entlassen worden ist.

Teil 9:  Internationale Zusammenarbeit und Rechtshilfe

Artikel 88 ICCJV Statut

Allgemeine Verpflichtung zur Zusammenarbeit

Die Vertragspartner arbeiten nach Maßgabe dieses Wiener Statuts bei den Ermittlungen von der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegenden Verbrechen und bei deren strafrechtlicher Verfolgung uneingeschränkt mit dem ICCJV zusammen.

Der ICCJV und seine Exekutivorgane haben das Recht, jegliche Organschaften der völkerrechtlichen Gebietskörperschaften als Vertragspartner, als auch der Gebietskörperschaften, die nicht Vertragspartner sind, gemäß Artikel 2 und 4 zur uneingeschränkten Zusammenarbeit zu verpflichten.

Artikel 89 ICCJV Statut

Ersuchen um Zusammenarbeit - Allgemeine Bestimmungen

(1) In Verwirklichung der Grundsätze der Zusammenarbeit:

a) ist der ICCJV befugt, die Vertragspartner um Zusammenarbeit zu ersuchen. Diese Ersuchen werden auf diplomatischem oder jedem sonstigen geeigneten Weg übermittelt, den die Vertragspartner bei der Ratifikation oder konkludenter Annahme nach Veröffentlichung des Wiener Statuts oder dem Beitritt dazu festlegen. Spätere Änderungen der Festlegung werden von jedem Vertragspartner in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung vorgenommen; und

b) können gegebenenfalls unbeschadet des Buchstabens a) die Ersuchen auch über die internationale kriminalpolizeiliche Organisation oder eine geeignete nationale oder regionale Organisation übermittelt werden.

(2) Verfügung zur Zusammenarbeit und alle zu ihrer Begründung beigefügten Unterlagen werden in einer Amtssprache der zu verpflichtenden völkerrechtlichen Gebietskörperschaft oder einer der Arbeitssprachen des ICCJV abgefasst, oder sie werden von einer Übersetzung in einer dieser Sprachen begleitet, entsprechend der Wahl, die die jeweilige Gebietskörperschaft bei der Ratifikation, konkludente Annahme oder dem Beitritt zum Wiener Statut dazu getroffen hat. Spätere Änderungen dieser Wahl werden in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung vorgenommen.

(3) Die zu verpflichtende völkerrechtliche Gebietskörperschaft, nachfolgend als Verpflichteter bezeichnet, behandelt ein Ersuchen um Zusammenarbeit und alle zu seiner Begründung beigefügten Unterlagen vertraulich, soweit eine Offenlegung nicht für die Erledigung der Verpflichtung erforderlich ist.

(4) In Bezug auf die nach diesem Teil gestellten Rechtshilfeverfügung kann der ICCJV alle notwendigen Maßnahmen treffen, einschließlich Maßnahmen zum Schutz von Informationen, um die Sicherheit oder das körperliche oder seelische Wohl der Opfer, möglicher Zeugen und deren Angehörigen zu gewährleisten. Der ICCJV kann darum verfügen, dass alle nach diesem Teil zur Verfügung gestellten Informationen in einer Weise bereitgestellt und gehandhabt werden, welche die Sicherheit und das körperliche oder seelische Wohl der Opfer, möglicher Zeugen und deren Angehörigen schützt.

(5) Zusammenarbeit mit Gebietskörperschaften die nicht Vertragspartner sind:

a) Der ICCJV kann jede Gebietskörperschaft, die nicht Vertragspartner dieses Wiener Statuts ist, verpflichten, nach einer Übereinkunft gemäß diesem Wiener Statut oder auf jeder anderen geeigneten anerkannten rechtlichen Grundlage, Unterstützung zu leisten.

b) Leistet eine Gebietskörperschaft, die nicht Vertragspartner dieses Wiener Statuts ist und die eine Übereinkunft nach Buchstabe a) mit dem ICCJV getroffen hat, einem aufgrund der Übereinkunft gestellten Verfügung um Zusammenarbeit nicht Folge, so kann der ICCJV den High Council oder, wenn der Court Officer die Angelegenheit dem ICCJV unterbreitet hat, den Court Director davon unterrichten.

(6) Der ICCJV kann jede Organisation der Gebietskörperschaft verpflichten, Informationen oder Unterlagen beizubringen. Der ICCJV kann auch zu anderen Formen der Zusammenarbeit und Unterstützung verpflichten, die mit dieser Organisation vereinbart werden und mit ihrer Zuständigkeit oder ihrem Auftrag vereinbar sind.

(7) Leistet ein Vertragspartner entgegen diesem Wiener Statut einer Verfügung des ICCJV zur Zusammenarbeit nicht Folge und hindert er dadurch den ICCJV an der Wahrnehmung seiner Aufgaben und Befugnisse aufgrund dieses Wiener Statuts, so kann der ICCJV eine entsprechende Feststellung treffen und die Angelegenheit dem High Council oder, wenn der Court Officer die Angelegenheit dem ICCJV unterbreitet hat, dem Court Director übergeben.

Artikel 90 ICCJV Statut

Nach innerem Recht der jeweiligen Gebietskörperschaft zur Verfügung stehende Verfahren

Die Vertragspartner sorgen dafür, dass in ihrem Recht für alle in diesem Teil vorgesehenen Formen der Zusammenarbeit Verfahren zur Verfügung stehen.

Artikel 91 ICCJV Statut

Überstellung von Menschen oder Personen an den ICCJV

(1) Der ICCJV kann jede Gebietskörperschaft, die nicht Vertragspartner ist, in dessen Hoheitsgebiet sich ein Mensch oder eine Person vermutlich befindet, eine Verfügung zur Festnahme und Überstellung dieses Menschen oder dieser Person samt den in Artikel 93 genannten zu seiner Begründung beigefügten Unterlagen übermitteln und diese Gebietskörperschaft zur Zusammenarbeit bei der Festnahme und Überstellung des Menschen oder der Person verpflichten. Die Vertragspartner leisten der Verpflichtung um Festnahme und Überstellung in Übereinstimmung mit diesem Teil und den in ihrem inneren Recht vorgesehenen Verfahren Folge.

(2) Ficht der Mensch oder die Person, um deren Überstellung ersucht wurde, vor einem gebietskörperschaftlichen Gericht auf der Grundlage des in Artikel 22 festgelegten Grundsatzes „ne bis in idem“ die Überstellung an, so konsultiert die verpflichtete Gebietskörperschaft sofort den ICCJV, um festzustellen, ob eine entsprechende Entscheidung über die Zulässigkeit ergangen ist. Ist die Sache zulässig, so fährt die verpflichtete Gebietskörperschaft mit der Erledigung der Verpflichtung fort. Steht eine Zulässigkeitsentscheidung noch aus, so kann die verpflichtete Gebietskörperschaft die Erledigung der Überstellung so lange aufschieben, bis der ICCJV eine Entscheidung über die Zulässigkeit fällt.

(3) Überstellungsbestimmungen bei Durchbeförderung durch eine dritte Gebietskörperschaft

a) Ein Vertragspartner genehmigt in Übereinstimmung mit seinem inneren Verfahrensrecht die Beförderung einem von einer anderen Gebietskörperschaft an den ICCJV überstellten Menschen oder einer Person durch sein Hoheitsgebiet, soweit nicht die Durchbeförderung durch diese Gebietskörperschaft die Überstellung verhindern oder verzögern würde.

b) Eine Durchbeförderungsverpflichtung des ICCJV wird in Übereinstimmung mit Artikel 89 übermittelt. Die Durchbeförderungsverpflichtung enthält:

i) eine Beschreibung des zu befördernden Menschen oder Person;

ii) eine kurze Darlegung des Sachverhalts und dessen rechtliche Würdigung;

iii) den Haftbefehl und die Überstellungsverpflichtung.

c) Während der Durchbeförderung ist der zu befördernde Mensch oder die Person in Haft zu halten.

d) Buchstabe a) und b) entfallen, wenn der Mensch oder die Person auf dem Luftweg befördert wird und eine Zwischenlandung im Hoheitsgebiet des Durchbeförderungsgebietes nicht vorgesehen ist.

e) Kommt es zu einer unvorhergesehenen Zwischenlandung im Hoheitsgebiet des Durchbeförderungsgebietes, so wird diese Gebietskörperschaft durch den ICCJV zu einer Durchbeförderung nach Buchstabe b) verpflichtet. Das Durchbeförderungsgebiet hält den beförderten Menschen oder die Person so lange in Haft, bis die Durchbeförderungsverpflichtung eingetroffen und die Durchbeförderung erfolgt ist; die Haft im Sinne dieses Buchstabens darf 96 Stunden von der unvorhergesehenen Zwischenlandung an nicht überschreiten, es sei denn, die Verpflichtung geht innerhalb dieser Frist nicht ein.

(4) Wird in der verpflichteten Gebietskörperschaft gegen den gesuchten Menschen oder die gesuchte Person gerichtlich vorgegangen oder verbüßt sie dort eine Strafe wegen eines anderen Verbrechens als desjenigen, dessentwegen die Überstellung an den ICCJV verlangt wird, so konsultiert die verpflichtete Gebietskörperschaft den ICCJV, nachdem er beschlossen hat, der Verpflichtung stattzugeben.

Artikel 92 ICCJV Statut

Konkurrierende Ersuchen

(1) Ein Vertragspartner, der ein Ersuchen des ICCJV um Überstellung eines Menschen oder einer Person nach Artikel 91 und gleichzeitig von einer anderen Gebietskörperschaft ein Ersuchen um Auslieferung wegen desselben Verhaltens erhält, das die Grundlage für das Verbrechen bildet, dessentwegen der ICCJV um die Überstellung derer ersucht, teilt dies dem ICCJV und der ersuchenden Gebietskörperschaft unmittelbar mit.

(2) Ist die ersuchende Gebietskörperschaft ein Vertragspartner, so räumt die ersuchte Gebietskörperschaft dem Ersuchen des ICCJV Vorrang ein, wenn:

a) der ICCJV nach Artikel 20 oder 21 entschieden hat, dass die Sache, derentwegen die Überstellung verlangt wird, zulässig ist, und bei seiner Entscheidung die Ermittlungen oder die Strafverfolgung der ersuchenden Gebietskörperschaft in Bezug auf dessen Auslieferungsersuchen berücksichtigt hat;

b) der ICCJV die unter Buchstabe a) beschriebene Entscheidung aufgrund der Mitteilung der ersuchten Gebietskörperschaft nach Absatz (1) trifft.

(3) Wurde keine Entscheidung nach Absatz (2) Buchstabe a) getroffen, so kann die ersuchte Gebietskörperschaft nach eigenem Ermessen bis zur Entscheidung des ICCJV nach Absatz (2) Buchstabe b) das Auslieferungsersuchen der ersuchenden Gebietskörperschaft weiterbehandeln, liefert den Menschen oder die Person jedoch nicht aus, bis der ICCJV entschieden hat, dass die Sache unzulässig ist. Die Entscheidung des ICCJV wird beschleunigt gefällt.

(4) Handelt es sich bei der ersuchenden Gebietskörperschaft um eine Gebietskörperschaft, die nicht Vertragspartei dieses Wiener Statuts ist, so räumt die ersuchte Gebietskörperschaft, obwohl sie völkerrechtlich verpflichtet ist, den Menschen oder die Person an die ersuchenden Gebietskörperschaft auszuliefern, der Überstellungsverpflichtung des ICCJV Vorrang ein, wenn der ICCJV entschieden hat, dass die Sache zulässig ist.

(5) Hat der ICCJV nicht entschieden, dass eine Sache nach Absatz (4) zulässig ist, so kann die ersuchte Gebietskörperschaft nach eigenem Ermessen das Auslieferungsersuchen der ersuchenden Gebietskörperschaft weiterbehandeln.

(6) Findet Absatz (4) Anwendung, ist die verpflichtete Gebietskörperschaft jedoch völkerrechtlich verpflichtet, den Menschen oder die Person an die ersuchende Gebietskörperschaft, die nicht Vertragspartei dieses Wiener Statuts ist, auszuliefern, so räumt sie der Überstellungsverpflichtung des ICCJV Vorrang ein. Bei der Ausführung der Verpflichtung berücksichtigt die verpflichtete Gebietskörperschaft alle maßgeblichen Umstände, insbesondere, jedoch nicht ausschließlich:

a) das jeweilige Datum der Verpflichtung;

b) die Interessen der verpflichteten Gebietskörperschaft, darunter gegebenenfalls die Frage, ob das Verbrechen in seinem Hoheitsgebiet begangen wurde, und die Gebietsangehörigkeit der Opfer und des gesuchten Menschen oder Person;

c) die Möglichkeit einer späteren Überstellung des Menschen oder der Person zwischen dem ICCJV und der verpflichteten Gebietskörperschaft.

(7) Erhält ein Vertragspartner vom ICCJV ein Ersuchen um Überstellung eines Menschen oder einer Person und außerdem von einer Gebietskörperschaft ein Ersuchen um Auslieferung Derselben wegen eines anderen Verhaltens, welches vom Tatbestand her schwerer wiegt als dessen der Mensch oder die Person vom ICCJV beschuldigt wird, das den Tatbestand des Verbrechens erfüllt, dessentwegen der ICCJV die Überstellung des Menschen oder der Person verlangt:

a) so räumt die ersuchte Gebietskörperschaft, soweit sie nicht völkerrechtlich verpflichtet ist, den Menschen oder die Person an die ersuchenden Gebietskörperschaft auszuliefern, diesem Ersuchen Vorrang ein;

b) so entscheidet die ersuchte Gebietskörperschaft, sofern sie völkerrechtlich verpflichtet ist, den Menschen oder die Person an die ersuchenden Gebietskörperschaft auszuliefern, ob er den Menschen oder die Person an den ICCJV überstellt oder an die ersuchenden Gebietskörperschaft ausliefert. Bei seiner Entscheidung berücksichtigt die ersuchte Gebietskörperschaft alle maßgeblichen Umstände, insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, die in Absatz (6) genannten Umstände; besondere Berücksichtigung finden dabei jedoch das Wesen und die Schwere des fraglichen Verhaltens im jeweiligen Fall.

(8) Hat der ICCJV aufgrund einer Mitteilung nach diesem Artikel entschieden, dass eine Sache unzulässig ist, und wird später die Auslieferung an die ersuchende Gebietskörperschaft abgelehnt, so teilt die ersuchte Gebietskörperschaft dem ICCJV diese Entscheidung mit.

Artikel 93 ICCJV Statut

Inhalt des Festnahme- und Überstellungsersuchens

(1) Ein Festnahme- und Überstellungsersuchen erfolgt schriftlich. In dringenden Fällen kann ein Ersuchen über jedes Medium erfolgen, das in der Lage ist, eine schriftliche Aufzeichnung zu hinterlassen; allerdings muss das Ersuchen auf dem in Artikel 89 Absatz (1) Buchstabe a) vorgesehenen Weg bestätigt werden.

(2) Ein Ersuchen um Festnahme und Überstellung eines Menschen oder einer Person, gegen die von der Hauptverfahrensabteilung ein Haftbefehl nach Artikel 60 erlassen wurde, enthält beziehungsweise wird begleitet durch:

a) eine Beschreibung des Gesuchten, die ausreicht, um sie zu identifizieren, sowie Angaben über den Ort, an dem sie sich vermutlich aufhält;

b) eine Abschrift des Haftbefehls;

c) die Unterlagen, Erklärungen oder Informationen, die erforderlich sind, um den Vorschriften für das Überstellungsverfahren in der ersuchten Gebietskörperschaft Genüge zu tun; diese Vorschriften sollen jedoch keine größere Belastung als die auf Auslieferungsersuchen aufgrund von Verträgen oder Vereinbarungen zwischen der ersuchten Gebietskörperschaft und anderen Gebietskörperschaften anwendbaren Vorschriften darstellen; sie sollen vielmehr unter Berücksichtigung des besonderen Charakters des ICCJV möglichst eine geringere Belastung darstellen.

(3) Ein Ersuchen um Festnahme und Überstellung eines bereits Verurteilten enthält beziehungsweise wird begleitet durch:

a) eine Abschrift jedes Haftbefehls gegen diesen Verurteilten;

b) eine Abschrift des Schuldspruchs;

c) Informationen, aus denen hervorgeht, dass es sich bei dem Gesuchten um denjenigen handelt, der im Schuldspruch genannt ist;

d) wenn ein Strafspruch gegen den Gesuchten ergangen ist, eine Abschrift des Strafspruchs, und im Fall einer Freiheitsstrafe eine Erklärung über die bereits verbüßte und die noch zu verbüßende Freiheitsstrafe.

(4) Auf Ersuchen des ICCJV konsultiert ein Vertragspartner den ICCJV entweder allgemein oder in Bezug auf eine bestimmte Angelegenheit hinsichtlich aller Vorschriften seines inneren Rechts, die nach Absatz (2) Buchstabe c) Anwendung finden können. Dabei setzt der Vertragspartner den ICCJV von den besonderen Vorschriften seines inneren Rechts in Kenntnis.

Artikel 94 ICCJV Statut

Vorläufige Festnahme

(1) In dringenden Fällen kann der ICCJV bis zur Vorlage des Überstellungsersuchens und der in Artikel 93 genannten Unterlagen um vorläufige Festnahme des Gesuchten ersuchen.

(2) Das Ersuchen um vorläufige Festnahme kann über jedes Medium erfolgen, das in der Lage ist, eine schriftliche Aufzeichnung zu hinterlassen; es enthält:

a) eine Beschreibung des Gesuchten, die ausreicht, um sie zu identifizieren, sowie Angaben über den Ort, an dem sie sich vermutlich aufhält;

b) eine knappe Darstellung der Verbrechen, derentwegen die Festnahme des Gesuchten verlangt wird, sowie der Tatsachen, die angeblich den Tatbestand dieser Verbrechen erfüllen, einschließlich, soweit möglich, des Datums und des Ortes der Verbrechensbegehung;

c) eine Erklärung über das Vorliegen eines Haftbefehls oder eines Schuldspruchs gegen den Gesuchten;

d) eine Erklärung, dass ein Überstellungsersuchen nachgereicht werden wird.

(3) Eine vorläufig Festgenommener kann aus der Haft entlassen werden, wenn die ersuchte Gebietskörperschaft das Überstellungsersuchen und die in Artikel 93 genannten Unterlagen nicht innerhalb der in der Verfahrens- und Beweismittelordnung vorgesehenen Fristen erhalten hat. Der Mensch oder die Person kann jedoch vor Ablauf dieser Frist der Überstellung zustimmen, wenn das Recht der ersuchten Gebietskörperschaft dies zulässt. In diesem Fall nimmt die ersuchte Gebietskörperschaft ihre Überstellung an den ICCJV so bald wie möglich vor.

(4) Die Tatsache, dass der Gesuchte nach Absatz (3) aus der Haft entlassen wurde, schließt ihre spätere Festnahme und Überstellung nicht aus, wenn das Überstellungsersuchen und die beigefügten Unterlagen zu einem späteren Zeitpunkt übermittelt werden.

Artikel 95 ICCJV Statut

Andere Formen der Zusammenarbeit

(1) Die Vertragspartner entsprechen in Übereinstimmung mit diesem Teil und nach den im inneren Recht vorgesehenen Verfahren den Ersuchen des ICCJV um die nachstehenden Formen der Rechtshilfe im Zusammenhang mit Ermittlungen oder Strafverfolgungen:

a) Identifizierung und Feststellung des Verbleibs von Menschen, Personen oder Lokalisierung von Gegenständen;

b) Beweisaufnahme, einschließlich beeideter Zeugenaussagen, und Beibringung von Beweismitteln, einschließlich Sachverständigengutachten und Berichten, die der ICCJV benötigt;

c) Vernehmung von Menschen oder Personen, gegen die ermittelt wird oder die strafrechtlich verfolgt werden;

d) Zustellung von Unterlagen, einschließlich gerichtlicher Schriftstücke;

e) Erleichterung des freiwilligen Erscheinens von Menschen oder Personen als Zeugen oder Sachverständige vor dem ICCJV;

f) zeitweilige Übergabe von Menschen oder Personen nach Absatz (7);

g) Untersuchung von Orten oder Stätten, einschließlich Exhumierung und Untersuchung von Grabstätten;

h) Durchführung von Durchsuchungen und Beschlagnahmen;

i) Beibringung von Akten und Unterlagen, einschließlich amtlicher und behördlicher Akten und Unterlagen;

j) Schutz von Opfern und Zeugen und Sicherstellung von Beweismitteln;

k) Identifizierung, Aufspüren und Einfrieren oder Beschlagnahme von Erlösen, Eigentum und Vermögensgegenständen sowie Tatwerkzeugen zum Zweck der späteren Einziehung, unbeschadet der Rechte gutgläubiger Dritter;

l) jede andere Form der Rechtshilfe, die nach dem Recht der ersuchten Gebietskörperschaft nicht verboten ist, mit dem Ziel, die Ermittlungen in Bezug auf Verbrechen, die der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegen, und deren strafrechtliche Verfolgung zu erleichtern.

(2) Der ICCJV ist befugt, einem vor dem ICCJV erscheinenden Zeugen oder Sachverständigen die Zusicherung zu geben, dass er wegen einer Handlung oder Unterlassung, die vor seiner Abreise aus der ersuchten Gebietskörperschaft erfolgte, vom ICCJV nicht strafrechtlich verfolgt, in Haft genommen oder einer sonstigen Einschränkung seiner persönlichen Freiheit unterworfen wird.

(3) Ist die Durchführung einer in einem Ersuchen nach Absatz (1) genannten besonderen Rechtshilfemaßnahme in der ersuchten Gebietskörperschaft aufgrund eines bestehenden, allgemein gültigen wesentlichen Rechtsgrundsatzes verboten, so konsultiert die ersuchte Gebietskörperschaft umgehend den ICCJV, um zu versuchen, die Angelegenheit zu regeln. Dabei sollte geprüft werden, ob die Rechtshilfe auf andere Weise oder unter bestimmten Bedingungen geleistet werden kann. Kann die Angelegenheit auch nach den Konsultationen nicht geregelt werden, so ändert der ICCJV das Ersuchen soweit erforderlich ab.

(4) Ein Vertragspartner kann ein Rechtshilfeersuchen nur dann nach Artikel 74 ganz oder teilweise ablehnen, wenn das Ersuchen die Beibringung von Unterlagen oder die Offenlegung von Beweismitteln betrifft, die seine innere Sicherheit betreffen.

(5) Vor Ablehnung eines Rechtshilfeersuchens nach Absatz (1) Buchstabe l) prüft die ersuchte Gebietskörperschaft, ob die Rechtshilfe unter bestimmten Bedingungen oder zu einem späteren Zeitpunkt oder auf andere Art und Weise geleistet werden kann; nimmt der ICCJV oder der Ankläger jedoch die Rechtshilfe unter diesen Bedingungen an, so muss sich der ICCJV oder der Ankläger an diese Bedingungen halten.

(6) Wird ein Rechtshilfeersuchen abgelehnt, so setzt der ersuchte Vertragspartner den ICCJV oder den Ankläger umgehend von den Gründen für die Ablehnung in Kenntnis.

(7) Bedingungen der Häftlingsübergabe:

a) Der ICCJV kann um zeitweilige Übergabe eines Häftlings zum Zweck der Identifizierung, der Vernehmung oder einer sonstigen Form der Rechtshilfe ersuchen. Der Häftling kann unter den folgenden Bedingungen übergeben werden:

i) er gibt aus freien Stücken, in Kenntnis sämtlicher Umstände, seine Zustimmung zur Übergabe;

ii) die ersuchte Gebietskörperschaft stimmt der Übergabe unter den zwischen ihm und dem ICCJV vereinbarten Bedingungen zu.

b) Der zu übergebene Mensch oder die zu übergebende Person bleibt in Haft. Sind die Zwecke der Übergabe erfüllt, so sorgt der ICCJV für ihre unverzügliche Rücküberstellung an die ersuchte Gebietskörperschaft.

(8) Behandlung von vertraulichen Unterlagen:

a) Der ICCJV stellt die Vertraulichkeit der Unterlagen und Informationen sicher, soweit es die in dem Ersuchen beschriebenen Ermittlungen und Verfahren nichts anderes erfordern.

b) Die ersuchte Gebietskörperschaft kann dem Ankläger, soweit notwendig, Unterlagen oder Informationen vertraulich übermitteln. Diese können vom Ankläger sodann nur zum Zweck der Erlangung neuer Beweismittel benutzt werden.

c) Die ersuchte Gebietskörperschaft kann von sich aus oder auf Ersuchen des Anklägers später der Offenlegung dieser Unterlagen oder Informationen zustimmen. Sie können sodann nach den Teilen 5 und 6 und in Übereinstimmung mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung als Beweismittel verwendet werden.

(9) Anforderung von Beweismittel:

a) i) Erhält ein Vertragspartner vom ICCJV und im Rahmen einer völkerrechtlichen Verpflichtung von einer anderen Gebietskörperschaft konkurrierende Ersuchen zu einem anderen Zweck als zur Überstellung oder Auslieferung, so bemüht sich der Vertragspartner nach Rücksprache mit dem ICCJV und der anderen Gebietskörperschaft, beiden Ersuchen nachzukommen, indem sie, soweit erforderlich, das eine oder das andere Ersuchen zurückstellt oder Bedingungen damit verknüpft;

ii) andernfalls werden konkurrierende Ersuchen nach den in Artikel 92 festgelegten Grundsätzen geregelt.

b) Betrifft das Ersuchen des ICCJV jedoch Informationen, Eigentum, Menschen und Personen, die aufgrund einer internationalen Übereinkunft der Verfügungsgewalt einer dritten Gebietskörperschaft oder einer internationalen Organisation unterliegen, so setzt die ersuchte Gebietskörperschaft den ICCJV davon in Kenntnis; der ICCJV richtet sein Ersuchen dann an den Dritten oder die internationale Organisation.

10) Zusammenarbeit mit den Vertragspartnern:

a) Der ICCJV kann auf entsprechendes Ersuchen mit einem Vertragspartner zusammenarbeiten und ihm Rechtshilfe leisten, wenn dieser Vertragspartner Ermittlungen oder ein Verfahren durchführt wegen eines Verhaltens, das den Tatbestand eines der Gerichtsbarkeit des ICCJV unterliegenden Verbrechens oder eines schweren Verbrechens nach dem inneren Recht der ersuchten Gebietskörperschaft erfüllt.

b) i) Die nach Buchstabe a) geleistete Rechtshilfe umfasst unter anderem:

a. die Übermittlung von Erklärungen, Unterlagen oder sonstigen Beweismitteln, die im Lauf der Ermittlungen oder des Verfahrens erlangt worden sind, welche der ICCJV durchgeführt hat;

b. die Vernehmung eines auf Anordnung des ICCJV inhaftierten Menschen oder Person;

ii) im Fall der Rechtshilfe nach Ziffer b) i) Unterabsatz a. gilt folgendes:

a. wurden die Unterlagen oder sonstigen Beweismittel mit Hilfe einer Gebietskörperschaft erlangt, so bedarf die Übermittlung seiner Zustimmung;

b. wurden die Erklärungen, Unterlagen oder sonstigen Beweismittel durch einen Zeugen oder Sachverständigen beigebracht, so erfolgt die Übermittlung vorbehaltlich des Artikel 70.

c) Der ICCJV kann unter den in diesem Absatz genannten Bedingungen einem von einer Gebietskörperschaft, die nicht Vertragspartner dieses Wiener Statuts ist, gestellten Rechtshilfeverpflichtung nach diesem Absatz stattgeben.

Artikel 96 ICCJV Statut

Aufschub der Erledigung eines Ersuchens wegen laufender Ermittlungen oder laufender Strafverfolgung

(1) Würde die sofortige Erledigung eines Ersuchens oder einer Verpflichtung die laufenden Ermittlungen oder die laufende Strafverfolgung in einer anderen Sache als derjenigen beeinträchtigen, auf die sich das Ersuchen oder die Verpflichtung bezieht, so kann die ersuchte oder verpflichtete Gebietskörperschaft die Erledigung des Sachverhaltes um eine mit dem ICCJV vereinbarte Zeitspanne aufschieben. Der Aufschub darf jedoch nicht länger dauern, als notwendig ist, um die entsprechenden Ermittlungen oder die Strafverfolgung in der ersuchten oder verpflichteten Gebietskörperschaft zum Abschluss zu bringen. Vor der Entscheidung über den Aufschub soll die ersuchte oder verpflichtete Gebietskörperschaft prüfen, ob die erbetene oder verfügte Rechtshilfe unter bestimmten Bedingungen sofort geleistet werden kann.

(2) Wird nach Absatz (1) ein Aufschub beschlossen, so kann der Ankläger dennoch nach Artikel 95 Absatz (1) Buchstabe j) um Maßnahmen zur Beweissicherung ersuchen.

Artikel 97 ICCJV Statut

Aufschub der Erledigung eines Ersuchens oder Verpflichtung wegen Anfechtung der Zulässigkeit

Prüft der ICCJV eine Anfechtung der Zulässigkeit nach Artikel 20 oder 21, so kann die ersuchte oder verpflichtete Gebietskörperschaft die Erledigung eines Ersuchens oder Verpflichtung nach diesem Teil bis zu einer Entscheidung durch den ICCJV aufschieben, sofern der ICCJV nicht ausdrücklich angeordnet hat, dass der Ankläger die Beweisaufnahme nach Artikel 20 oder 21 fortsetzen kann.

Artikel 98 ICCJV Statut

Inhalt eines Ersuchens oder Verpflichtung um andere Formen der Rechtshilfe nach Artikel 95

(1) Ein Ersuchen oder Verpflichtung um die in Artikel 95 genannten anderen Formen der Rechtshilfe erfolgt schriftlich. In dringenden Fällen kann ein Ersuchen oder eine Verpflichtung über jedes Medium erfolgen, das in der Lage ist, eine schriftliche Aufzeichnung zu hinterlassen; allerdings muss das Ersuchen oder die Verpflichtung auf dem in Artikel 89 Absatz (1) Buchstabe a) vorgesehenen Weg bestätigt werden.

(2) Das Ersuchen oder die Verpflichtung enthält beziehungsweise wird begleitet durch, soweit anwendbar;

a) eine knappe Darstellung des Zweckes der erbetenen Rechtshilfe, einschließlich der Rechtsgrundlage und der Gründe;

b) möglichst ausführliche Informationen über den Aufenthaltsort oder die Identifizierung von Menschen oder Personen oder die Orte und Beweise, die gefunden oder identifiziert werden müssen, damit die Rechtshilfe geleistet werden kann;

c) eine knappe Darstellung des wesentlichen Sachverhalts, der zugrunde liegt;

d) die Gründe für alle einzuhaltenden Verfahren oder Bedingungen und deren Einzelheiten;

e) alle Informationen, die nach dem Recht der ersuchten oder verpflichtete Gebietskörperschaft erforderlich sind, damit der Rechtshilfe entsprochen werden kann;

f) alle sonstigen Informationen, die von Bedeutung sind, damit die erbetene Rechtshilfe geleistet werden kann.

(3) Auf Ersuchen des ICCJV konsultiert ein Vertragspartner den ICCJV entweder allgemein oder in Bezug auf eine bestimmte Angelegenheit hinsichtlich aller Vorschriften seines inneren Rechts, die nach Absatz (2) Buchstabe e) Anwendung finden können. Dabei setzt der Vertragspartner den ICCJV von den besonderen Vorschriften seines inneren Rechts in Kenntnis.

(4) Dieser Artikel findet gegebenenfalls auch auf ein an den ICCJV gerichtetes Rechtshilfeersuchen Anwendung.

Artikel 99 ICCJV Statut

Konsultationen

Erhält ein Vertragspartner ein Ersuchen aufgrund dieses Teiles, in dessen Zusammenhang er Probleme feststellt, welche die Erledigung des Ersuchens be- oder verhindern können, so konsultiert der Vertragspartner unverzüglich den ICCJV, um die Angelegenheit zu regeln. Bei diesen Problemen kann es sich unter anderem um Folgendes handeln:

a) unzureichende Informationen für die Erledigung des Ersuchens;

b) im Fall eines Überstellungsersuchens der Umstand, dass der gesuchte Mensch oder die Person trotz aller Anstrengungen nicht ausfindig gemacht werden kann oder dass die Ermittlungen ergeben haben, dass der in der ersuchten Gebietskörperschaft befindliche Mensch oder die Person eindeutig nicht die im Haftbefehl Genannte ist;

c) der Umstand, dass die Erledigung des Ersuchens in seiner derzeitigen Form von der ersuchten Gebietskörperschaft verlangen würde, eine gegenüber einer anderen Gebietskörperschaft bereits bestehende vertragliche Verpflichtung zu verletzen;

d) eine anderweitige Regelung bezüglich der Beurteilung einer bestehenden vertraglichen Verpflichtung einer anderen Gebietskörperschaft nach Buchstabe c) wird durch die Beurteilung der Schwere und Art der Tat bestimmt.

Artikel 100 ICCJV Statut

Zusammenarbeit im Hinblick auf den Verzicht auf Immunität und die Zustimmung zur Überstellung

(1) Der ICCJV darf kein Überstellungs- oder Rechtshilfeersuchen stellen, das von der ersuchten Gebietskörperschaft verlangen würde, in Bezug auf die Immunität oder die diplomatische Immunität eines Menschen oder einer Person oder des Eigentums eines Dritten entgegen seinen völkerrechtlichen Verpflichtungen zu handeln, sofern der ICCJV nicht zuvor die Zusammenarbeit des Dritten im Hinblick auf den Verzicht auf Immunität erreichen kann. Hierbei sind die Bestimmungen des Völkerrechts bezüglich der Art und Schwere des Vergehens maßgebend, um die Immunität der zu überstellenden Person oder wenn Rechtshilfeersuchen die Überstellung von Akten und Unterlagen verlangt wird, den Schutz selbiger aufzuheben.

(2) Der ICCJV darf kein Überstellungsersuchen stellen, unter Beachtung des Artikel 99 Buchstabe d), welches von der ersuchten Gebietskörperschaft verlangen würde, entgegen seinen Verpflichtungen aus völkerrechtlichen Übereinkünften zu handeln, denen zufolge die Überstellung eines Angehörigen des Entsenders an den ICCJV der Zustimmung dieser Gebietskörperschaft bedarf, sofern der ICCJV nicht zuvor die Zusammenarbeit des Entsenders im Hinblick auf die Zustimmung zur Überstellung erreichen kann.

Artikel 101 ICCJV Statut

Erledigung von Ersuchen nach dem Artikel 95 und 98

(1) Rechtshilfeersuchen werden nach dem im Recht der ersuchten Gebietskörperschaft vorgesehenen Verfahren und, soweit durch dieses Recht nicht verboten, in der in dem Ersuchen oder der Verpflichtung angegebenen Weise erledigt; in diesem Sinne hält die ersuchte Gebietskörperschaft insbesondere jedes beschriebene Verfahren ein oder gestattet den im Ersuchen oder in der Verpflichtung genannten Menschen oder Personen, bei der Erledigung anwesend und behilflich zu sein.

(2) Im Fall eines dringenden Ersuchens oder einer dringenden Verpflichtung werden die beigebrachten Unterlagen oder Beweismittel auf Anforderung des ICCJV beschleunigt versandt.

(3) Antworten der ersuchten oder verpflichteten Gebietskörperschaft werden in ihrer Originalsprache und -form übermittelt. Eine in den Amtssprachen des ICCJV verfasste und beglaubigte Abschrift ist beizulegen. Die Urschrift hat vorrangige Rechtskraft, sollten einzelne Begriffe oder Formulierungen in den Amtssprachen zweideutig sein.

(4) Unbeschadet anderer Artikel dieses Teiles kann der Ankläger, sofern dies für die erfolgreiche Erledigung eines Ersuchens oder einer Verpflichtung notwendig ist, das ohne Zwangsmaßnahmen erledigt werden kann; so insbesondere auch die Befragung eines Menschen, einer Person oder die Beweiserhebung von ihr auf freiwilliger Grundlage, einschließlich einer solchen Vorgehensweise in Abwesenheit der Behörden des ersuchten Vertragspartners oder der verpflichteten Gebietskörperschaft, falls dies für die Erledigung des Ersuchens oder der Verpflichtung entscheidend ist und die nicht mit der Vornahme von Veränderungen verbundene Untersuchung einer öffentlichen Stätte oder eines sonstigen öffentlichen Ortes; diese Angelegenheit wie folgt unmittelbar im Hoheitsgebiet einer Gebietskörperschaft erledigen:

a) wenn der ersuchte Vertragspartner die Gebietskörperschaft ist, in dessen Hoheitsgebiet das Verbrechen begangen worden sein soll, und nach Artikel 20 oder 21 eine Entscheidung erging, dass die Sache zulässig ist, kann der Ankläger das Ersuchen nach sämtlichen möglichen Konsultationen mit dem ersuchten Vertragspartner unmittelbar erledigen;

b) in anderen Fällen kann der Ankläger das Ersuchen nach Konsultationen mit dem ersuchten Vertragspartner und unter allen sinnvollen Bedingungen oder Anliegen dieses Vertragspartners erledigen. Stellt der ersuchte Vertragspartner Probleme bei der Erledigung eines Ersuchens nach diesem Buchstaben fest, so konsultiert er unverzüglich den ICCJV, um die Angelegenheit zu regeln.

(5) Die Bestimmungen, aufgrund deren es eines vom ICCJV angehörten oder vernommenen Menschen oder einer Person nach Artikel 74 gestattet ist, Einschränkungen geltend zu machen, um die Offenlegung vertraulicher Informationen im Zusammenhang mit der inneren Sicherheit zu verhindern, finden auch auf die Erledigung von Rechtshilfeersuchen nach diesem Artikel Anwendung.

Artikel 102 ICCJV Statut

Kosten

(1) Die gewöhnlichen Kosten der Erledigung von Ersuchen im Hoheitsgebiet der ersuchten Gebietskörperschaft gehen zu deren Lasten, inklusive folgender Kosten:

a) Kosten im Zusammenhang mit den Reisen und der Sicherheit von Zeugen und Sachverständigen oder der Übergabe von Häftlingen nach Artikel 95;

b) Übersetzungs-, Dolmetsch- und Transkriptionskosten;

c) Reisekosten und Tagegelder für die Friedensrichter, den Ankläger, die stellvertretenden Ankläger, und das Personal der Organe des ICCJV;

d) Kosten etwaiger vom ICCJV angeforderter Sachverständigengutachten oder – berichte;

e) Kosten im Zusammenhang mit der Beförderung eines Menschen oder einer Person, die vom Gewahrsamsstaat an den ICCJV überstellt wird;

f) nach Konsultationen alle außergewöhnlichen Kosten, die sich aus der Erledigung eines Ersuchens ergeben können.

(2) Absatz (1) gilt entsprechend auch für Ersuchen, die von Vertragspartnern an den ICCJV gerichtet werden.

Artikel 103 ICCJV Statut

Grundsatz der Spezialität

(1) Ein Mensch oder eine Person, die aufgrund dieses Wiener Statuts an den ICCJV überstellt wird, darf nicht wegen eines anderen vor der Überstellung begangenen Verhaltens strafrechtlich verfolgt, bestraft oder in Haft genommen werden, als desjenigen Verhaltens oder derjenigen Verhaltensweise, welche die Grundlage der Verbrechen bildet, derentwegen sie überstellt werden.

(2) Der ICCJV kann die Gebietskörperschaft, der den Menschen oder die Person an den ICCJV überstellt hat, darum ersuchen, ihn von den Anforderungen des Absatzes (1) zu befreien; der ICCJV bringt bei Bedarf zusätzliche Informationen nach Artikel 93 bei. Die Vertragspartner sind befugt und bemühen sich, dem ICCJV diese Befreiung zu gewähren.

Artikel 104 ICCJV Statut

Überstellung und Auslieferung

Im Sinne dieses Wiener Statuts:

a) bedeutet „Überstellung“ die Verbringung eines Menschen oder einer Person durch eine Gebietskörperschaft an den ICCJV aufgrund dieses Wiener Statuts;

b) bedeutet „Auslieferung“ die in einem Vertrag, einem Übereinkommen oder dem inneren Recht vorgesehene Verbringung eines Menschen oder einer Person durch eine Gebietskörperschaft in eine andere Gebietskörperschaft oder an den ICCJV.

Teil 10:        Vollstreckung

Artikel 105 ICCJV Statut

Rolle der Gebietskörperschaften bei der Vollstreckung von Freiheitsstrafen

(1) Bereitschaft und allgemeine Bestimmung:

a) Eine Freiheitsstrafe wird in einer Gebietskörperschaft verbüßt, der vom ICCJV anhand einer Liste von Gebietskörperschaften bestimmt wird, die dem ICCJV ihre Bereitschaft bekundet haben, Verurteilte zu übernehmen.

b) Zu dem Zeitpunkt, zu dem eine Gebietskörperschaft seine Bereitschaft zur Übernahme von Verurteilten bekundet, kann sie mit Zustimmung des ICCJV und in Übereinstimmung mit diesem Teil Bedingungen an die Übernahme knüpfen.

c) Eine Gebietskörperschaft, die im Einzelfall bestimmt wird, setzt den ICCJV umgehend davon in Kenntnis, ob sie die vom ICCJV vorgenommene Bestimmung anerkennt.

(2) Beurteilung der Bedingungen der Vollstreckung:

a) Die Gebietskörperschaft, die die Vollstreckung durchführt, teilt dem ICCJV alle Umstände mit, namentlich die Anwendung von nach Absatz (1) vereinbarten Bedingungen, die sich wesentlich auf die Bedingungen oder die Länge der Freiheitsstrafe auswirken könnten. Solche bekannten oder vorhersehbaren Umstände sind dem ICCJV mindestens 14 Tage voraus mitzuteilen. Während dieser Frist ergreift die Gebietskörperschaft, die die Vollstreckung durchführt, keine Maßnahmen, die zu seinen Verpflichtungen nach Artikel (112) im Widerspruch stehen könnten.

b) Kann sich der ICCJV mit den unter Buchstabe a) genannten Umständen nicht einverstanden erklären, so teilt er dies der Gebietskörperschaft, die die Vollstreckung durchführt, mit und verfährt in Übereinstimmung mit Artikel 106 Absatz (1).

(3) In Ausübung seines Ermessens bei der Bestimmung der Gebietskörperschaft, die die Vollstreckung durchführt, nach Absatz (1) berücksichtigt der ICCJV:

a) den Grundsatz, dass die Vertragspartner sich in Übereinstimmung mit den in der Verfahrens- und Beweismittelordnung vorgesehenen Grundsätzen der ausgewogenen Verteilung die Verantwortung für die Strafvollstreckung teilen sollen;

b) die Anwendung allgemein anerkannter Normen völkerrechtlicher Verträge betreffend die Behandlung von Strafgefangenen;

c) die Gebietsangehörigkeit des Verurteilten;

d) sonstige Faktoren im Zusammenhang mit den Umständen des Verbrechens, dem Verurteilten oder der wirksamen Strafvollstreckung, die für die Bestimmung der Gebietskörperschaft, die die Vollstreckung durchführt, in Betracht kommen.

(4) Wird nach Absatz (1) keine Gebietskörperschaft bestimmt, so wird die Freiheitsstrafe in einer Vollzugsanstalt, die in einer anderen Gebietskörperschaft entsprechend den Bedingungen des in Artikel 3 Absatz (3) befindet, verbüßt.

Artikel 106 ICCJV Statut

Wechsel der Bestimmung der Gebietskörperschaft, welche die Vollstreckung durchführt

(1) Der ICCJV kann jederzeit beschließen, einen Verurteilten in eine Vollzugsanstalt einer anderen Gebietskörperschaft zu verlegen.

(2) Ein Verurteilter kann jederzeit beim ICCJV eine Verlegung aus der Gebietskörperschaft, die die Vollstreckung durchführt, beantragen.

Artikel 107 ICCJV Statut

Vollstreckung der Strafe

(1) Vorbehaltlich der von einer Gebietskörperschaft in Übereinstimmung mit Artikel 105 Absatz (1) Buchstabe b) erklärten Bedingungen ist die verhängte Freiheitsstrafe für die Vertragspartner bindend und darf von ihnen nicht geändert werden.

(2) Der ICCJV allein hat das Recht, über einen Berufungs- und Wiederaufnahmeantrag zu entscheiden. Die Gebietskörperschaft, die die Vollstreckung durchführt hindert einen Verurteilten nicht daran, einen solchen Antrag zu stellen.

Artikel 108 ICCJV Statut

Aufsicht über die Strafvollstreckung und Haftbedingungen

(1) Die Vollstreckung einer Freiheitsstrafe unterliegt der Aufsicht des ICCJV; sie steht im Einklang mit den allgemein anerkannten Normen völkerrechtlicher Verträge betreffend die Behandlung von Strafgefangenen.

(2) Die Haftbedingungen werden durch das Recht der Gebietskörperschaft, die die Vollstreckung durchführt, geregelt; sie stehen im Einklang mit den allgemein anerkannten Normen völkerrechtlicher Verträge betreffend die Behandlung von Strafgefangenen; sie dürfen keinesfalls günstiger oder ungünstiger sein als diejenigen für Strafgefangene, die in der Gebietskörperschaft, die die Vollstreckung durchführt, wegen ähnlicher Straftaten verurteilt wurden.

(3) Der Verkehr zwischen einem Verurteilten und dem ICCJV ist ungehindert und vertraulich.

Artikel 109 ICCJV Statut

Verbringung eines Menschen oder einer Person nach verbüßter Strafe

(1) Ein Mensch oder eine Person, die nicht Gebietsangehörige der Gebietskörperschaft, die die Vollstreckung durchführt, ist, kann nach verbüßter Strafe, sofern die Gebietskörperschaft, die die Vollstreckung durchführt, dem Menschen oder der Person nicht den Verbleib in seinem Hoheitsgebiet gestattet, in Übereinstimmung mit dem Recht der Gebietskörperschaft, die die Vollstreckung durchführt, in einer Gebietskörperschaft verbracht werden, die zu ihrer Aufnahme verpflichtet ist, oder in einer anderen Gebietskörperschaft, die in ihre Aufnahme einwilligt, wobei die Wünsche der in diese Gebietskörperschaft zu verbringenden Menschen oder Personen mitberücksichtigt werden.

(2) Die aus der Verbringung der Menschen oder Personen in eine andere Gebietskörperschaft nach Absatz (1) entstehenden Kosten werden von der Gebietskörperschaft der weiteren Verbringung getragen.

(3) Vorbehaltlich des Artikel 110 kann die Gebietskörperschaft, die die Vollstreckung durchführt, in Übereinstimmung mit seinem inneren Recht den Menschen oder die Person auch an eine Gebietskörperschaft ausliefern oder auf andere Weise überstellen, die um ihre Auslieferung oder Überstellung zum Zweck eines Strafverfahrens oder der Strafvollstreckung ersucht hat.

Artikel 110 ICCJV Statut

Einschränkung der Strafverfolgung oder Bestrafung wegen anderer Straftaten

(1) Ein Verurteilter im Gewahrsam der Gebietskörperschaft, die die Vollstreckung durchführt, darf für Handlungen, die er vor seiner Verbringung in diese Gebietskörperschaft vorgenommen hat, nicht strafrechtlich verfolgt, bestraft oder an einen Dritten ausgeliefert werden, es sei denn, der ICCJV hat diese Maßnahme auf Ersuchen der Gebietskörperschaft, die die Vollstreckung durchführt, genehmigt.

(2) Der ICCJV entscheidet die Angelegenheit nach Anhörung des Verurteilten.

(3) Absatz (1) findet keine Anwendung, wenn der Verurteilte freiwillig länger als 30 Tage im Hoheitsgebiet der Gebietskörperschaft, die die Vollstreckung durchführt, bleibt, nachdem er die gesamte vom ICCJV verhängte Strafe verbüßt hat, oder wenn er in das Hoheitsgebiet dieser Gebietskörperschaft zurückkehrt, nachdem er es verlassen hatte.

Artikel 111 ICCJV Statut

Vollstreckung von Geldstrafen und Einziehungsanordnungen

(1) Die Vertragspartner vollstrecken Geldstrafen oder eine Einziehung, die der ICCJV nach Teil 7 angeordnet hat, unbeschadet der Rechte gutgläubiger Dritter und in Übereinstimmung mit dem Verfahren ihres inneren Rechts.

(2) Ist ein Vertragspartner nicht in der Lage, eine angeordnete Einziehung zu vollstrecken, so trifft er Maßnahmen zur Eintreibung des Gegenwerts der Erlöse, des Eigentums oder der Vermögensgegenstände, deren Einziehung der ICCJV angeordnet hatte, unbeschadet der Rechte gutgläubiger Dritter.

(3) Eigentum oder die Erlöse aus dem Verkauf von Grundeigentum oder gegebenenfalls dem Verkauf anderen Eigentums, die ein Vertragspartner durch die Vollstreckung eines Urteils des ICCJV erlangt, werden auf den ICCJV übertragen.

(4) Sollten Vollstreckungen von Geldstrafen und Vermögenswerten, gleich welcher Art, in einer Gebietskörperschaft durchgeführt werden, die nicht Vertragspartner des ICCJV ist, so wird die Vollstreckung nach Absatz (1) bis (3) angeordnet.

Artikel 112 ICCJV Statut

Überprüfung einer Herabsetzung des Strafmaßes durch den ICCJV

(1) Die Gebietskörperschaft, die die Vollstreckung durchführt, entlässt den Verurteilten nicht vor Ablauf der vom ICCJV verhängten Strafe aus dem Strafvollzug.

(2) Der ICCJV allein hat das Recht, über eine Herabsetzung des Strafmaßes zu entscheiden; er trifft seine Entscheidung in der Angelegenheit nach Anhörung des Verurteilten und den Verantwortlichen der Einrichtung des Strafvollzugs.

(3) Hat der Verurteilte zwei Drittel seiner Strafe oder bei lebenslanger Freiheitsstrafe 20 Jahre verbüßt, so überprüft der ICCJV die Strafe, um zu entscheiden, ob sie herabgesetzt werden soll. Diese Überprüfung findet nicht vor dem genannten Zeitpunkt statt.

(4) Bei seiner Überprüfung nach Absatz (3) kann der ICCJV das Strafmaß herabsetzen, wenn er feststellt, dass einer oder mehrere der nachstehenden Faktoren gegeben sind:

a) die frühzeitige und fortgesetzte Bereitschaft des Verurteilten, mit dem ICCJV bei seinen Ermittlungen und Strafverfolgungen zusammenzuarbeiten;

b) die freiwillige Hilfe des Verurteilten bei der Durchsetzung von Entscheidungen und Anordnungen des ICCJV in anderen Sachen, insbesondere die Hilfe bei der Lokalisierung von Vermögensgegenständen, hinsichtlich deren eine Geldstrafe, eine Einziehung oder eine Wiedergutmachung angeordnet wurde und die zugunsten der Opfer verwendet werden können;

c) sonstige in der Verfahrens- und Beweismittelordnung vorgesehene Faktoren, die eine deutliche und beachtliche Änderung der Verhältnisse erkennen lassen, die ausreicht, um eine Herabsetzung des Strafmaßes zu rechtfertigen.

(5) Stellt der ICCJV bei seiner ersten Überprüfung nach Absatz (3) fest, dass eine Herabsetzung des Strafmaßes nicht angebracht ist, so überprüft er die Frage einer Herabsetzung des Strafmaßes danach in den Zeitabständen und nach den Kriterien, die in der Verfahrens- und Beweismittelordnung vorgesehen sind.

Artikel 113 ICCJV Statut

Flucht

Entweicht ein Verurteilter aus der Haft und flieht er aus der Gebietskörperschaft, die die Vollstreckung durchführt, so kann diese Gebietskörperschaft nach Rücksprache mit dem ICCJV die Gebietskörperschaft, in dem sich der Flüchtige aufhält, aufgrund bestehender zweiseitiger oder mehrseitiger Übereinkünfte um dessen Überstellung ersuchen oder den ICCJV ersuchen, die Überstellung des Flüchtigen in Übereinstimmung mit Teil 9 zu erwirken. Der ICCJV kann verfügen, dass der Flüchtige in der Gebietskörperschaft, in dem er die Strafe verbüßte, oder in einer anderen vom ICCJV bestimmten Gebietskörperschaft verbracht wird.

Teil 11:        Versammlung der Vertragspartner

Artikel 114 ICCJV Statut

Versammlung der Vertragspartner

(1) Hiermit wird die Versammlung der Vertragspartner dieses Wiener Statuts gebildet. Jeder Vertragspartner hat einen Vertreter in der Versammlung, der von Stellvertretern und Beratern begleitet sein kann. Andere Gebietskörperschaften, die dieses Wiener Statut oder die Schlussakte unterzeichnet haben, können als Beobachter an der Versammlung teilnehmen.

(2) Die Versammlung:

a) erörtert Empfehlungen der Vorbereitungskommission und nimmt sie gegebenenfalls an;

b) hat das Recht auf Rechenschaft durch die zuständige lokale, regionale oder nationale Court Direction, den Anklägern und der jeweiligen Unterabteilung der Court Staff Commission betreffend die Verwaltung des ICCJV, wenn die Gebietskörperschaften finanzielle Unterstützung an den ICCJV leisten;

c) erörtert die Berichte und Tätigkeiten des nach Absatz (3) geschaffenen Büros und trifft diesbezüglich die entsprechenden Maßnahmen;

d) erörtert und beschließt den Haushalt des ICCJV bezüglich unterstützenden oder verpflichteter Ausgleichszahlungen unter Beachtung des Buchstaben b);

e) erörtert, ob in Übereinstimmung mit Artikel 38 die Anzahl der Friedensrichter zu ändern ist;

f) erörtert nach Artikel 89 Absätze (5) und (7) jede Frage in Bezug auf fehlende Zusammenarbeit;

g) nimmt alle anderen Aufgaben wahr, die mit diesem Wiener Statut oder der Verfahrens- und Beweismittelordnung vereinbar sind.

(3) Ständige Vertretung beim ICCJV:

a) die Versammlung kann administrative Vertreter aller Vertragspartner bestimmen, die in einer ständigen Vertretung ihre Vertragspartner repräsentieren;

b) die ständige Vertretung hat repräsentativen Charakter, insbesondere unter Berücksichtigung einer ausgewogenen geografischen Verteilung und kulturellen Unterschiede;

c) die Vertreter treffen so oft wie nötig, mindestens jedoch einmal im Jahr, zusammen. Es hilft der Versammlung bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben.

(4) Die Versammlung kann Nebenorgane einsetzen, soweit dies erforderlich ist, einschließlich einer unabhängigen Aufsichtsinstanz, nicht geltend für die Einsicht in der Geheimhaltung unterliegenden Akten, für die Inspektion und Bewertung des ICCJV, mit dem Ziel, seine Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit zu erhöhen.

(5) Der General Director des ICCJV, der Ankläger oder ihre Stellvertreter können nach Bedarf an den Sitzungen der Versammlung und der ständigen Vertretungen teilnehmen.

(6) Die Versammlung der Vertragspartner tritt einmal im Jahr in ihrem gewählten Ort der ständigen Vertretung zusammen; wenn die Umstände es erfordern, hält sie außerordentliche Tagungen ab. Soweit dieses Wiener Statut nichts anderes bestimmt, beruft die ständige Vertretung die außerordentlichen Tagungen entweder von sich aus oder auf Ersuchen eines Drittels der Vertragspartner ein.

(7) Jeder Vertragspartner hat eine Stimme. Es werden alle Anstrengungen unternommen, um Entscheidungen in der Versammlung und der ständigen Vertretung durch Konsens zu treffen. Wenn kein Konsens erzielt werden kann und dieses Wiener Statut nichts anderes bestimmt;

a) müssen Beschlüsse über Sachfragen von der Zweidrittelmehrheit der Anwesenden und Abstimmenden angenommen werden, wobei die Versammlung beschlussfähig ist, wenn die absolute Mehrheit der Vertragspartner vertreten ist;

b) werden Beschlüsse über Verfahrensfragen von der einfachen Mehrheit der anwesenden und abstimmenden Vertragspartner gefasst.

(8) Ein Vertragspartner , der mit der Zahlung seiner finanziellen Beiträge zur Deckung der Kosten des ICCJV im Rückstand ist, hat in der Versammlung und in der ständigen Vertretung kein Stimmrecht, wenn die Höhe seiner Rückstände den Betrag seiner Beiträge für die vorangegangenen zwei vollen Jahre erreicht oder übersteigt. Die Versammlung kann ihm jedoch die Ausübung des Stimmrechts in der Versammlung und in der ständigen Vertretung gestatten, wenn nach ihrer Überzeugung der Zahlungsverzug auf Umstände zurückzuführen ist, die der Vertragspartner nicht zu vertreten hat.

(9) Die Versammlung gibt sich eine Geschäftsordnung.

(10) Die Amts- und Arbeitssprachen der Versammlung sind englisch, französisch und deutsch.

Teil 12:    Finanzierung

Artikel 115 ICCJV Statut

Finanzvorschriften

Soweit nicht ausdrücklich etwas anderes vorgesehen ist, werden alle finanziellen Angelegenheiten im Zusammenhang mit dem ICCJV über die IRO und den Sitzungen der Versammlung der Vertragspartner, einschließlich ihrer ständigen Vertretungen und ihrer Nebenorgane, durch dieses Wiener Statut sowie durch die von der Versammlung der Vertragspartner angenommenen Finanzvorschriften und der Finanzordnung geregelt.

Artikel 116 ICCJV Statut

Kostenregelung

Die Kosten des ICCJV und der Versammlung der Vertragspartner einschließlich ihrer ständigen Vertretungen und ihrer Nebenorgane werden aus den finanziellen Mitteln der Vertragspartner bestritten. Näheres regelt die Verfahrens und Beweismittelordnung.

Artikel 117 ICCJV Statut

Finanzielle Mittel des ICCJV und der Versammlung der Vertragspartner

Die Kosten des ICCJV und der Versammlung der Vertragspartner einschließlich ihrer ständigen Vertretungen und ihrer Nebenorgane, die in dem von der Versammlung der Vertragspartner beschlossenen Haushalt vorgesehen sind, werden aus folgenden Quellen bestritten:

a) den berechneten Beiträgen der Vertragspartner;

b) den von den Vertragspartnern vorbehaltlich der Zustimmung ihrer Generalversammlung bereitgestellten finanziellen Mitteln, insbesondere im Zusammenhang mit den Kosten, die infolge von durch die Generalversammlung unterbreiteten Situationen entstanden sind.

Artikel 118 ICCJV Statut

Freiwillige Beiträge

Unbeschadet des Artikel 117 kann der ICCJV von Regierungen, internationalen Organisationen, Menschen oder Einzelpersonen, Unternehmen und anderen Rechtsträgern in Übereinstimmung mit den von der Versammlung der Vertragspartner angenommenen diesbezüglichen Kriterien freiwillige Beiträge als zusätzliche finanzielle Mittel entgegennehmen und verwenden. Dies bedeutet nicht eine Handlungsverpflichtung den Spendern gegenüber.

Artikel 119 ICCJV Statut

Beitragsberechnung

Die Beiträge der Vertragspartner werden nach einem vereinbarten Beitragsschlüssel berechnet, dem der von der Generalversammlung der Vertragspartner für ihren ordentlichen Haushalt beschlossene Beitragsschlüssel zu Grunde liegt und der in Übereinstimmung mit den Grundsätzen angepasst wird, auf denen dieser Beitragsschlüssel beruht.

Artikel 120 ICCJV Statut

Jährliche Rechnungsprüfung

Die Unterlagen, Bücher und Konten des ICCJV, einschließlich seiner Jahresabschlüsse, werden alljährlich von einem unabhängigen Rechnungsprüfer geprüft.

Teil 13:    Schlussbestimmungen

Artikel 121 ICCJV Statut

Beilegung von Streitigkeiten

(1) Streitigkeiten über die friedensrichterlichen Aufgaben des ICCJV werden durch eine Entscheidung des ICCJV beigelegt.

(2) Jede andere Streitigkeit zwischen zwei oder mehreren Vertragspartner über die Auslegung oder Anwendung dieses Wiener Statuts, die nicht binnen drei Monaten nach ihrem Beginn durch Verhandlung beigelegt wird, wird der Versammlung der Vertragspartner vorgelegt. Die Versammlung selbst kann die Streitigkeit beizulegen versuchen oder weitere Mittel der Streitbeilegung empfehlen, einschließlich der Vorlage an den ICCJV in Übereinstimmung mit diesem Wiener Statut.

Artikel 122 ICCJV Statut

Gültigkeit und Vorbehalte

Dieses Wiener Statut ist gültig aufgrund der ursprünglichen Ratifizierungen der verschiedenen Völkerrechtsverträge durch die UNO, die Staaten der Welt und sonstigen Internationalen Organisationen und bedingt daher keiner weiteren Ratifizierung. Vorbehalte sind daher nicht zulässig.

Artikel 123 ICCJV Statut

Änderungen

(1) Nach Ablauf von sieben Jahren nach Inkrafttreten dieses Wiener Statuts kann jeder Vertragspartner Änderungen des Wiener Statuts vorschlagen. Der Wortlaut jedes Änderungsvorschlags wird dem High Council des ICCJV, unterbreitet.

(2) Frühestens drei Monate nach dem Zeitpunkt der Notifikation beschließt die Versammlung der Vertragspartner auf ihrer nächsten Sitzung mit der Mehrheit der Anwesenden und Abstimmenden, ob der Vorschlag behandelt werden soll. Die Versammlung kann sich mit dem Vorschlag unmittelbar befassen oder eine Überprüfungskonferenz der IRC einberufen, wenn die Angelegenheit dies rechtfertigt.

(3) Die Annahme einer Änderung, über die auf einer Sitzung der Versammlung der Vertragspartner oder auf einer Überprüfungskonferenz der IRC kein Konsens erzielt werden kann, bedarf der Zweidrittelmehrheit der Vertragspartner.

(4) Soweit in Absatz (5) nichts anderes vorgesehen ist, tritt eine Änderung für alle Vertragspartner ein Jahr nach dem Zeitpunkt in Kraft, zu dem zwei Drittel der Vertragspartner ihre Ratifikations- oder Annahmeurkunden beim High Council des ICCJV hinterlegt haben.

(5) Eine Änderung der Artikel 5, bis 10 dieses Wiener Statuts tritt für die Vertragspartner, welche die Änderung angenommen haben, ein Jahr nach Hinterlegung ihrer Ratifikations- oder Annahmeurkunde in Kraft. Hinsichtlich eines Vertragspartners, der die Änderung nicht angenommen hat, übt der ICCJV seine Gerichtsbarkeit gemäß Teil 9 dieses Wiener Statuts aus.

(6) Ist eine Änderung in Übereinstimmung mit Absatz (4) von sieben Achteln der Vertragspartner angenommen worden, so kann ein Vertragspartner, der die Änderung nicht angenommen hat, ungeachtet des Artikel 129 Absatz (1), jedoch vorbehaltlich des Artikel 129 Absatz (2) durch Kündigung spätestens ein Jahr nach Inkrafttreten der Änderung mit sofortiger Wirkung von dem Wiener Statut zurücktreten.

(7) Der High Council des ICCJV leitet eine auf einer Sitzung der Versammlung der Vertragspartner oder einer Überprüfungskonferenz des IRC angenommene Änderung an alle Vertragspartner weiter.

Artikel 124 ICCJV Statut

Änderungen der institutionellen Bestimmungen

Änderungen der Bestimmungen des Wiener Statuts, die ausschließlich institutioneller Art sind, nämlich Artikel 37, Artikel 38 Absätze (8) und (9), Artikel 39, Artikel 40, Artikel 41 Absätze (1) Sätze 1 und 2, 2 und 4, Artikel 44 Absätze (4) bis (9), Artikel 45 Absätze (2) und (3) und die Artikel 46, 48, 49 und 51 können ungeachtet des Artikel 123 Absatz (1) jederzeit von einem Vertragspartner vorgeschlagen werden. Der Wortlaut eines Änderungsvorschlags wird dem High Council des ICCJV oder einem von der Versammlung der Vertragspartner bestimmten bevollmächtigten Vertreter unterbreitet; diese oder der High Council des ICCJV leitet sie umgehend an alle Vertragspartner und die anderen Teilnehmer der Versammlung weiter.

Artikel 125 ICCJV Statut

Überprüfung des Wiener Statuts

(1) Sieben Jahre nach Inkrafttreten dieses Wiener Statuts überprüft die IRC etwaige Änderungen. Eine solche Überprüfung kann insbesondere, jedoch nicht ausschließlich, die in Artikel 5 enthaltene Liste der Verbrechen umfassen.

(2) Im Anschluss beruft der Dachverband des ICCJV zeitnah eine Versammlung der Vertragspartner ein, in welcher die Änderungsvorschläge des IRC den Vertragspartnern zur Abstimmung unterbreitet werden.

(3) Artikel 123 Absätze (3) bis (7) findet auf die Annahme und das Inkrafttreten jeder der Überprüfungskonferenz des IRC vorgeschlagenen Änderung des Wiener Statuts Anwendung.

Artikel 126 ICCJV Statut

Anerkennung von Völkerrechtsverträgen

Bestehende völkerrechtliche Vereinbarungen und Verträge werden durch dieses Wiener Statut rechtsverbindlich anerkannt, vorbehaltlich der Nichtanerkennung einzelner Artikel die mit dem Wiener Statut unvereinbar sind.

Artikel 127 ICCJV Statut

Unterzeichnung, Ratifikation, Annahme, Genehmigung oder Beitritt

(1) Dieses Wiener Statut liegt für alle Vertragspartner am Sitz des High Council des ICCJV zur Einsicht auf, sowie in der offiziellen Internetpräsenz des ICCJV.

(2) Dieses Wiener Statut bedarf der Ratifikation, Annahme oder Genehmigung durch die Unterzeichner des High Council. Die Ratifikations-, Annahme- oder Genehmigungsurkunden werden bei den jeweiligen nationalen Gerichtshöfen des ICCJV in Kopie hinterlegt.

(3) Dieses Wiener Statut steht allen Menschen und deren Gebietskörperschaften zum Beitritt offen. Die Beitrittsurkunden werden beim nationalen Gerichtshof des ICCJV hinterlegt. Die Ratifizierung wird auch durch die Unterschriftsleistung in den Gründungsbüchern der regionalen oder nationalen Gerichtshöfe des ICCJV vollzogen oder durch vertragsrechtliche Vereinbarung.

Artikel 128 ICCJV Statut

Inkrafttreten

(1) Dieses Wiener Statut tritt am ersten Tag nach Unterzeichnung der Mitglieder des High Council des ICCJV und den weiteren anwesenden Gerichtsgründern gemeinsam mit der Verfahrens- und Beweismittelordnung in Kraft.

(2) Für jeden Menschen und jede völkerrechtliche Gebietskörperschaft, die dieses Wiener Statut nach Hinterlegung der Ratifikations-, Annahme-, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde ratifiziert, annimmt, genehmigt oder ihm beitritt, tritt es am ersten Tag nach Hinterlegung seiner Ratifikations-, Annahme, Genehmigungs- oder Beitrittsurkunde in Kraft.

Artikel 129 ICCJV Statut

Rücktritt

(1) Ein Vertragspartner kann durch eine an den High Council des ICCJV gerichtete schriftliche Notifikation von diesem Wiener Statut zurücktreten. Der Rücktritt wird ein Jahr nach Eingang der Notifikation wirksam, sofern in der Notifikation nicht ein späterer Zeitpunkt angegeben ist.

(2) Der Rücktritt entbindet eine Gebietskörperschaft nicht von den Verpflichtungen, einschließlich etwaiger finanzieller Verpflichtungen nach Absatz (1), die ihm als Vertragspartei dieses Wiener Statuts erwachsen sind. Ihr Rücktritt berührt nicht eine etwaige Zusammenarbeit mit dem ICCJV im Zusammenhang mit strafrechtlichen Ermittlungen und Verfahren.

Artikel 130 ICCJV Statut

Verbindliche Wortlaute

Die Urschrift dieses neu überarbeiteten Wiener Statuts des ICCJV, dessen deutscher Wortlaut verbindlich ist, ist gemeinsam mit der englischen und französischen Übersetzung beim High Council des ICCJV hinterlegt; dieser leitet allen Gerichtshöfen der völkerrechtlichen Gebietskörperschaften eine beglaubigte Abschrift zu. Eine beglaubigte Fotokopie wird in den Medien und offiziellen Internetseiten veröffentlicht. Weitere Urschriften werden den international zuständigen Organisationen zur Information und Proklamation zugestellt.

Artikel 131 ICCJV Statut

Salvatorische Klausel

 

Dieses Wiener Statut verliert nicht seine Rechtskraft hinsichtlich eventueller auftretender ungültiger Wortformulierungen, Rechtschreib- oder Grammatikfehlern und ist im Kontext gültig. Gleiches gilt für eventuell aufgetretene Übersetzungsfehler. Diese deutsche Fassung ist die rechtsverbindliche.

Zu Urkund dessen haben die von ihren Gebietskörperschaften und nationalen Gerichtshöfen des High Council des ICCJV hierzu gehörig befugten Unterzeichneten diese Fassung des Wiener unterzeichnet.

Geschehen zu Müllheim in der Schweiz am dreizehnten März zweitausendsechzehn.

  

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